<?xml version='1.0' encoding='UTF-8'?><?xml-stylesheet href="http://www.blogger.com/styles/atom.css" type="text/css"?><feed xmlns='http://www.w3.org/2005/Atom' xmlns:openSearch='http://a9.com/-/spec/opensearchrss/1.0/' xmlns:georss='http://www.georss.org/georss' xmlns:gd='http://schemas.google.com/g/2005' xmlns:thr='http://purl.org/syndication/thread/1.0'><id>tag:blogger.com,1999:blog-4443358526722795284</id><updated>2011-11-07T23:20:06.781+02:00</updated><category term='Estland'/><category term='Hausmitteilung'/><category term='latviski'/><category term='Archiv'/><category term='deutsch'/><category term='Europa'/><category term='copy'/><category term='Links'/><category term='Werkstatt'/><category term='Reiseleitung'/><category term='eesti keeles'/><category term='Internationales'/><category term='Baltikum'/><category term='Litauen'/><category term='Deutschland'/><category term='lietuviškai'/><category term='Lettland'/><title type='text'>Fakten - Beobachtungen - Meinungen</title><subtitle type='html'>zu aktuellen Themen aus Politik, Gesellschaft und Wirtschaft</subtitle><link rel='http://schemas.google.com/g/2005#feed' type='application/atom+xml' href='http://axelreetz.blogspot.com/feeds/posts/default'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4443358526722795284/posts/default?max-results=100'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://axelreetz.blogspot.com/'/><link rel='hub' href='http://pubsubhubbub.appspot.com/'/><link rel='next' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4443358526722795284/posts/default?start-index=101&amp;max-results=100'/><author><name>Dr. Axel Reetz</name><uri>http://www.blogger.com/profile/08088353413536294515</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><generator version='7.00' uri='http://www.blogger.com'>Blogger</generator><openSearch:totalResults>298</openSearch:totalResults><openSearch:startIndex>1</openSearch:startIndex><openSearch:itemsPerPage>100</openSearch:itemsPerPage><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-4443358526722795284.post-2212556970034003053</id><published>2011-11-06T10:51:00.001+02:00</published><updated>2011-11-07T23:20:06.809+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='deutsch'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Lettland'/><title type='text'>Staatssprache und Verfassung</title><content type='html'>&lt;div style="TEXT-ALIGN: justify"&gt;Daß es in Lettland einen hohen Anteil russischsprachiger Bevölkerung gibt ist bekannt. Bekannt ist auch, daß ein großer Teil dieser Menschen während der Sowjetzeit entweder selbst ins Land gekommen ist oder von solchen abstammt. Es ist zutreffend, daß 1991 die Bevölkerung des gerade wieder unabhängig gewordenen Lettland zwar kollektiv des Russischen mächtig war, aber nicht unbedingt der lettischen Sprache.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In 20 Jahren hat sich allerdings viel verändert. Junge Russen, welcher Abstammung auch immer, sprechen Lettisch besser als manch zugewanderter Ausländer, wohingegen mit Englisch als Pflichtfach in der Schule das Russische für junge Letten keine Selbstverständlichkeit mehr ist. Das führt zu Verwerfungen auf dem Arbeitsmarkt, wo es wenig überrascht, wenn Arbeitgeber im Kundegeschäft Mitarbeiter MIT Russischkenntnissen wünschen. Dies bezeichnete die nationalistische Partei „Alles für Lettland!“, in persona Imants Parādnieks, als eine in keinem anderem EU-Land übliche Diskriminierung der eigenen Jugend, die es gesetzlich zu verbieten gelte. In welchem EU-Land hingegen Unternehmer gesetzlich gezwungen werden, sich für Kandidaten mit weniger Kenntnissen und Fähigkeiten zu entscheiden, darauf blieb Parādnieks eine Antwort schuldig.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nun hat die Bewegung „Muttersprache“ unter Führung von Vladimir Linderman (Владимир Линдерман) eine Initiative gestartet: Es soll eine Volksabstimmung durchgeführt werden über die Frage, ob Russisch die zweite Amtsprache in Lettland werden sollte. Mit dieser Forderung war die Bewegung „Gleichberechtigung“ zu den ersten Parlamentswahlen nach der Unabhängigkeit 1993 angetreten. Eine ihrer wichtigsten Vertreterinnen, Tatjana Schdanok (Татья́на Ждано́к), die als Aktivistin der Interfront ursprünglich gegen die Ausflösung der Sowjetunion gewesen war, sitzt bereits in der zweiten Periode im Europaparlament. Linderman ist eine nicht weniger schillernde Figur. Er gehört den Nationalbolschewisten (Национал-Большевистская Партия) von Eduard Limonow (Эдуард Лимонов) an – die übrigens später mit dem Schachspieler Garri Kasparows (Га́рри Ки́ Каспа́ров) „Anderem Rußland“ (Другая Россия) paktierten. Linderman war in Lettland 2002 illegaler Sprengstoffbesitz und die Vorbereitung eines Umsturzversuches vorgeworfen worden, woraufhin er von einer Reise nach Rußland nicht zurückkehrte und sich so der Verhaftung entzog. Linderman wurde in Rußland 2008 verhaftet, 2009 nach Lettland ausgeliefert und vom Gericht freigesprochen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Linderman erklärte gegenüber dem lettischen Radio in einem Telefoninterview in fließendem Lettisch, die Russen seien schon immer in Lettland gewesen, und die eigene Muttersprache gelte es zu verteidigen, damit die Russen nicht Bürger zweiter Klasse im Land seien. Lindermans jetziger Vorstoß wird von der Verfassung Lettlands gedeckt, welcher die direkte Demokratie ebenso wenig fremd ist, wie in der Schweiz. Es genügen die Unterschriften von 10% der Wahlberechtigten, und die Wahlkommission muß in einer gesetzlich festgelegten Frist den Urnengang ausschreiben. Linderman konnte nun 12.000 Unterschriften bei einem Notar hinterlegen, was die Behörden dazu zwingt, für den gesetzlich vorgeschriebenen Zeitraum täglich wenigstens vier Stunden auf Kosten des Steuerzahlers die Infrastruktur für die weitere Unterschriftensammlung vorzuhalten. Dies geschieht an 600 Orten auch im Ausland.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Leiter der Wahlkommission, Anris Cimdars, sagte im lettischen Radio, daß diese Unterschriften-Sammelaktion sich von anderen unterscheide, da eigentlich nur derjenige daran teilnehmen müsse, der für die Motion optiert – im Unterschied etwa zu Referenden, in denen man mit ja oder nein abstimmen würde, was auch die Moderatoren des lettischen Radios in ihrem Beitrag mehrfach unterstreichen. Das ist eine interessante Argumentation: Selbstverständlich ist es für Gegner der Idee, Russisch als zweite offizielle Staatssprache zu akzeptieren, das günstigste Ergebnis, wenn das Referendum erst gar nicht stattfinden kann, weil nicht genügen Unterschriften zusammengetragen wurden. Das gälte aber für jedes Referendum mit der Alternative ja oder nein zu einer konkreten Frage.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ein anderer Aspekt des Referendums ist kurios. Bei der Vorlage von Linderman und seinem Verein handelt es sich um mehrere Änderungen der Verfassung, unter anderem auch des Artikels 4. Dieser aber gehört, wie Cimdars zu bedenken gibt, zu jenen, die nicht einmal das Parlament ohne anschließende Volksbefragung verändern dürfte. Folglich, egal ob die Angeordneten nach erfolgreichem Referendum über Lindermans Vorlage dieser im Wortlaut zustimmten oder sie mit Änderungen verabschiedeten, müßte darüber erneut ein Referendum abgehalten werden. Neuerlich ein Beispiel für die Inkonsistenten der Verfassung Lettlands aus dem Jahre 1922.&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/4443358526722795284-2212556970034003053?l=axelreetz.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://axelreetz.blogspot.com/feeds/2212556970034003053/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=4443358526722795284&amp;postID=2212556970034003053' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4443358526722795284/posts/default/2212556970034003053'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4443358526722795284/posts/default/2212556970034003053'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://axelreetz.blogspot.com/2011/11/staatssprache-und-verfassung.html' title='Staatssprache und Verfassung'/><author><name>Dr. Axel Reetz</name><uri>http://www.blogger.com/profile/08088353413536294515</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-4443358526722795284.post-8147273208334860233</id><published>2011-11-06T10:10:00.002+02:00</published><updated>2011-11-06T12:14:20.692+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='latviski'/><title type='text'>Nevēlētāji – drauds demokrātijai?</title><content type='html'>&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Zinātnieki un žurnālisti parasti uzskata par svarīgi, ka vēlētāju aktivitāte būtu augstā demokrātijas valdīšanas leģitimitātei. Arī citu iedzīvotāju vidū zemā aktivitāte nevairo uzticību politikai. Kad Vācijā Bundestag vēlēšanas 2009.g. piedalījās nedaudz pāri 70% balsstiesīgo šādi medijos un ekspertu vidū komentēja šo rādītāju kā problemātiski zemu. Īstenība vēlētāju aktivitāte ap trim ceturtdaļām starptautiskajā salīdzinājumā nav nekāds slikts rādītājs. Protams, ASV, kur iedzīvotāju reģistri nav un vēlētājiem ir speciāli jāreģistrējas, lai vispār piedalīties, skaitļi ir regulāri zemāki, bet arī citās demokrātijās neinteresējas iedzīvotāji tik daudz par savām tiesībām lemt par parlamenta sastāvu. Salīdzinot ar minētu vācu piemēru, aktivitāte, piemēram, Latvijā ir aptuveni par desmit procentiem zemāk.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Kas ir iemesli vēlētajiem nepiedalīties vēlēšanās Latvijā un citviet? Īpaši Latvijā bieži var dzirdēt, ka balsot tik un tā neko ietekmē. Pat reizēm pat Latvijas iedzīvotāji apšauba rezultātu. Bet vēlēšanas Latvijā tiek novērotas kā citur pasaulē un par to, kā lielā mērā viss notiek godīgi, grūti apšaubīt. Izplatītas arī ir vēlētāju grūtības izšķirties, par ko balsot. Skatoties uz to, ka aptaujās daudzi vēlētāji nespēj precīzi atcerēties, par ko viņi iepriekšējās vēlēšanas ir balsojuši, varētu arī šo faktu uzskatīt par iemeslu tām šaubām par godīgumu.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Kamēr kāds vācu deputāts salīdzināja atturēšanos no balsošanas ar kliedzienu pagrabā, kuru viņš vienkārši nedzird, nevarētu teikt, ka viennozīmīgo iemesli šai rīcībai nepiedalīties būtu negatīvi. Protams, ja cilvēks neiet balsot, politiķi nezina, kāpēc tas notiek. Bet, iespējams, cilvēks nemaz nav tik neapmierināts, ka viņam neviens politiskais spēks arī kā mazākais ļaunums neder. Varbūt vēlētājs arī uzskata par mazsvarīgi, kurš valda valsti – labā ziņā. Šādu uzskatu privātajās sarunās var dzirdēt Vācijā. Vidusslāņa pārstāvjiem ar dažo niancu atšķirībām zem jebkuras valdības bija daudzmaz labi. Tas, protams, arī pateicoties faktam, ka šo iedzīvotāju grupu par svarīgu uzskatīja jebkura valdība.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Savukārt, par atturīgajiem vēlētājiem raksta prese visādi. Vienam komentētājam viņi šķiet gudri, kas neļauj politiķiem sevi manipulēt, citi redz šo uzvedību par klusu piekrišanu. Vieni uztver nepiedalīšanos par vēlētāju tiesībām, citi uztraucās un pieprasa ieviest obligātu balsošanu, kā tas ir, piemēram, Beļģijā, Turcijā, Grieķijā un Austrālijā. Bet plaši zinātniskie pētījumi par vēlētāju motivāciju atturēties no balsošanas nav. Šo trūkumu mēģināja pildīt 2009.g. Dorothée de Nève ar grāmatu NichtwählerInnen – eine Gefahr für die Demokratie.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Publicistikā aksiomātiski tiek uzskatīts, ka demokrātija nevarot pārstāvēt bez demokrātiem, proti, ja iedzīvotāji neatbalsta šim politiskam režīmam, demokrātija viennozīmīgi sabruks. Tomēr, interesants fenomens, kā de Nève norāda, ir, ka 1930.g. tieši nebalsojošo vēlētāju aktivizēšana līdzēja NSDAP uzvarēt. Bet līdzīga motivācija citās valstīs, piemēram lielā aktivitāte postsociālistsiskās valstīs īsi pēc pārmaiņām nebalsoja par radikāļiem. Proti, viennozīmīgi skaidri iemesli un sekas šajā jautājumā nav (38).&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;De Nève grāmatas uzbūve ir sekojošā: Autore salīdzina 16 rietumu un austrumeiropas valstis – diemžēl, Latvija tajā skaitā nav pētīta. Pēc tam tiek atspoguļota līdzšinēja pētniecība. Atsevišķā nodaļa autore analizē sociostruktūru un pasīvo vēlētāju politiskus uzskatus.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight: bold;"&gt;Socio-strukturāli&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;Vācijā vēlētāju aktivitāte pēc federatīvas republikas nodibināšanas pārsniedza regulāri 90%, proti, vairāk nekā pusgadsimta pastāvēšanas laikā tā ir kritusi par aptuveni 20%. Bet atturēšanas aug ne tikai Vācijā. Lielā daļa no neaktīviem balsstiesīgiem vispār neinteresējas par politiku. Šādus vēlētājus bieži var sasniegt nevis ar konkrētiem politiskiem jautājumiem, bet gan ar baiļu un emociju uzrunu, pārliecinot vēlētājus par problēmu esamību vienlaicīgi piedāvājot savu risinājumu.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Cik trūkstoša interese par politiskiem jautājumiem, piemēram, trūkstošas cerības dēļ, ka politika vēlētāju dzīvē kaut ko var mainīt, atturēšanas no balsošanas ir noteikto sabiedrības slāņu parādība, šī rīcība šiem cilvēkiem nozīmē, ka noteiktās sabiedrības sastāvdaļas politiski vairs nav reprezentēti. Tā Vācijā var konstatēt, ka zemākais slānis ir zaudējis cerību un nebalso. Rezultātā uzvarēja 2009.g. partijas, kas šī slāņa intereses tieši nereprezentē (48ff.).&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Par bīstami demokrātijai uzskata, ja atturēšanos izslēdz tik lielu iedzīvotāju daļu, ka vairākuma princips nav realizēts, proti, valdoša elite tad vairs reprezentē vairākumu balsstiesīgu, bet ne vairākuma iedzīvotāju domas. Ja konkrēta vēlētāju grupa ir neaktīva vai arī neaktīvie vēlētāji atbalsta nedemokrātiskiem valdīšanas modeļiem ir sasniegta vēl augstākā pakāpe draudiem demokrātijai (52). 2010.g. labākais piemērs ir referendums par skolas reformu Hamburg. Šajā pilsētā piedalījās aktīvi bagatāko slāņu kvartīru iedzīvotāji, kas baidījas par savu bērnu samaisīšanu skolā ar “sliktajiem”, no izglītības attālināto ģimeņu bērniem. Savukārt, tieši tiem , pārsvarā maznodrošināto ģimeņu bērniem, kam reforma bija domāta, vecāki savās priekšpilsētas piedalījas kādi 10% vēlētāju.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Skatoties uz Latvijas piemēru, tad par svarīgi tiek uzskatīts arī aspekts, vai kāda iedzīvotāju daļa ir izslēgta no tiesībām balsot. Merkel un Croissant to sauc par ekskluzīvām demokrātijām kā defektu demokrātiju apakšgrupu (54f.). Latvijā ar padomju laiku migrantiem, kuriem nepiešķira automātiski pilsonību un līdz ar to izslēdza no iespējas piedalīties vēlēšanas skaitās Merkel par demokrātijai bīstamu piemēru. Savukārt, Šveice ar savu salīdzinošu lielu migrantu īpatsvaru ap 20%, no balstiesībām izslēgta daļa iedzīvotāju ir īpaši augsts (62).&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight: bold;"&gt;Politiski uzskati&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;Vēlētāju un tajā skaitā neaktīvās daļas politiski uzskati var būt iemesli atturēties (143). Daudzi cilvēki, kā minēts, neinteresējas par politiku. Latvijas gadījumā gan maz izglītotie gan arī labi izglītotie cilvēki neredz iespēju atrast mazāko ļaunumu. Pirmie dēļ dzīves apstākļiem, kurus pēc paternalistiskās nostājas gaida uzlabot savu dzīves līmeni no politiskās elites. Rezultātā ne retais vēlētājs šaubas vispār par demokrātiju, jo daudzi pārpratuši demokrātiju par labklājības garantiju.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Savukārt, inteliģence necer uz politisku eliti un dod priekšroku savām iniciatīvām. Latvijā noteikti Pēdējās Partijas dibināšana pierāda, ka daudziem, it īpaši intelektuāliem cilvēkiem, oligaristiskās partijas tāpat neder, kā Jaunais Laiks, kas blakus mūsdienīgiem politiķiem kā Dombrovskis arī apvieno arhaistiski domājošus cilvēkus ar brīžiem demokrātijai bīstamiem uzskatiem kā Linda Mūrniece, atceroties, piemēram, saasinātu reakciju uz tilta bloķēšanu Bauskā. Proti, rietumniecisku domāšanu neviena Latvijas partija gluži nepārstāv (171).&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight: bold;"&gt;Neaktīvie balsstiesīgie varenākais politiskais spēks?&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;Kopsavilkumā var konstatēt, ka daudzās valstīs tie, kas nebalso arī neinformējas par notiekošo un arī nepiedalās citos veidos. Šādi varētu arī Latvijā teikt, ka noteiktais slānis labākā gadījumā pamana, kas ir ministru prezidents un prezidents, neapzinot, kādi tiem ir uzdevumi, kādas tiesības. 1998.g. iznākušā grāmata Ievads politikā šīs sabiedrības daļas īpatsvars min ar 22% (58).&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Vācijā atšķīrās no citām valstīm ar to, ka tie, kas nepiedalās, biežāk noliedz demokrātiju vispār un nedistancējās no nedemokrātiskās vēstures (195). Šādi cilvēki noteikti par politiku ir vairāk domājuši nekā Latvijas apātijā dzīvojošie. Bet arī Latvijā līdzīgi uzskati ir konstatējami, lielākoties kolektīvā atmiņa iegājušo mītu dēļ par Ulmaņa laikiem, kas ir pamats stipras rokas atbalstam. Vācijā atklāja pētījums arī radikālākas domas pret ārzemniekiem neaktīvu iedzīvotāju vidū nekā starp tiem, kas piedalās vēlēšanās.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Tomēr, “Partei der Nichtwähler” (atturīgo vēlētāju partija) nav reāla būtne; šis cilvēku kopums nav politiskais spēks, jo, kā pētījumi rietumvalstīs pierāda, šiem vēlētājiem nav kolektīvas piezīmes, proti, kopā nebalsotu lielā pārsvarā par kādu konkrētu parlamentā nepārstāvētu partiju (203).&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Šķietami nesenas aptaujas Vācijā pierāda pretējo. 2010.g. sociāldemokrāts, bijušais Berlin finanšu senators un tagadējais valdes loceklis valsts bankā, Thilo Sarrazin, provocē ar galvenokārt pret musulmaņiem paustām tēzēm. Aptaujās apgalvo 20% aptaujātie, ka viņi būtu gatavi, par Sarrazin partiju balsot, ja tāda tiktu nodibināta. Šis rezultāts ir ļoti grūti vērtējams, jo tas solis ir vienkārši nereāls. Protams, 2000.g. tiesneša nodibināta labēji populistiskā partija Hamburg gan sasniedza diezgan precīzi tādu rezultātu, bet līdzīgi kā Zīgerista Tautas Kustība Latvija 1995.g. politiskais spēks ātri pierādīja savu nespēju piedalīties pozīcija un izjuka.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Iepretim šiem līdzīgiem aspektiem, Latvija noteikti atšķiras, jo daudz vēlētājiem šķiet, ka nav, par ko balsot un skatoties uz intelektuālajiem un rietumnieciski orientētiem vēlētājiem šī doma arī vienkārši atbilst patiesībai&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Līdz ar to, cik vien ir pierādījumi, ka politiskā elite valda arī to cilvēku interesēs, kas paši aktīvi nepiedalās, demokrātriju pēc de Nève domām nedrīkst būt tikai governement for the people, bet gan pēc Abraham Lincoln arī governement by the people (204). Šādi de Nève uzskata par galveno problēmu, ka noteiktā sabiedrības daļa ilgtermiņa nav reprezentēta. Tomēr, cik šīs cilvēku kopums lielā pārsvarā neatbalsta radikālajām idejām, viņi vienlaicīgi nav drauds demokrātijai ka sistēmai, jo paši valsts orgāni nav apdraudēti. Drauds demokrātiskai idejai, ja reprezentācija nav pildīta, tomēr, paliek (206f.).&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Noteikti jābilst, ka Latvijas gadījumā sabiedrības gatavība, uzticēties stiprai rokai, varētu būt atšķirīgs piemērs no pētītiem de Nève grāmatā. Tanī pašā laikā Latvijā nav uz politiskās skatuves neviens politiskais spēks vai persona, kas varētu uzņemt šo atbildību, Latvijā pat ekstrēmistiskās un radikālās partijas nav. Un tās partijas, kas spārnos pozicionējas, nav ietekmīgas.&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/4443358526722795284-8147273208334860233?l=axelreetz.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://axelreetz.blogspot.com/feeds/8147273208334860233/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=4443358526722795284&amp;postID=8147273208334860233' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4443358526722795284/posts/default/8147273208334860233'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4443358526722795284/posts/default/8147273208334860233'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://axelreetz.blogspot.com/2011/11/neveletaji-drauds-demokratijai.html' title='Nevēlētāji – drauds demokrātijai?'/><author><name>Dr. Axel Reetz</name><uri>http://www.blogger.com/profile/08088353413536294515</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-4443358526722795284.post-371983261420478839</id><published>2011-11-06T10:07:00.002+02:00</published><updated>2011-11-06T12:10:22.268+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='latviski'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Deutschland'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Baltikum'/><title type='text'>Baltijas valstis Vācijas ārpolitikā</title><content type='html'>&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Vācijas ārpolitika pret Baltijas valstīm pēc neatkarības, varētu teikt, ir bijusi atturīgi. Kā Vācijas attieksme pret Baltijas valstīm mainījās no bailēm par Padomju Savienības sabrukuma un tā ietekme uz Vācijas apvienošanos uz atbalstu Baltijas valstīm iestāties NATO un Eiropas Savienībā, pētīja vācu politologs, Helge Dauchert (Anwalt der Balten oder Anwalt in eigener Sache, BWV Berliner Wissenschaftsverlag, 2008). Lai paradigma maiņu saprast, jāieskatās federatīvās Vācijas vēsturē.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight: bold;"&gt;Vācijas ārpolitikas pamatojums valsts iekšienē&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;Pamats federatīvas Vācijas ārpolitikai ir Vācijas sadalīšana četrās zonās pēc Otrā Pasaules Kara un bipolāras pasaules varas sistēmas izveidošanās. Toreiz pat konservatīvie politiķi, galvenokārt katoļi, kā Jakob Kaiser, atbalstīja kristīgajam sociālismam. Ārpolitikā redzēja Vāciju starp Austrumiem un Rietumiem kā neitrālo valsti. Tāda pozīcija bija diezgan tuvu sociāldemokrātiem, kas Kurt Schumacher vadībā redzēja apvienotu sociālistisko Vāciju Rietumeiropā, lai gan, 1949.g. nodibināta Rietumvācijas republika tāpat nebija suverēna. Pirmās vēlēšanas Schumacher, kā Hitlera upuris, sev kā pārsteigumu zaudēja un pie varas nāca konservatīvā valdība Konrad Adenauer vadībā, kurš ātri kreisās tendences arī viņa partijā neitralizēja. Astoņus gadus vēlāk lozungs bija: “Keine Experimente.”&lt;br /&gt;Jaunā tikai par  pamatlikumu nosauktā konstitūcija paredzēja, ka valsti ārzemēs reprezentē prezidents. Tomēr, ārpolitiku veic valdība. Pēc konstitūcijas stipri izveidots valdības galvas amats Bundeskanzler medijos un zinātnē ātri vien veda pie kanclera demokrātijas jēdziena. Rezultātā izveidojās arī ārpolitika konkurence starp valsts kanceleju un ārlietu ministriju.&lt;br /&gt;No katoļu Rheinland izcelies Konrad Adenauer jau Weimarer Republik laikā bija bijis politikā aktīvs kā Ķelnes mērs. Viņš pēc savas pieredzes neuzticēja vācu mentalitātei un vēlējās beigt Prūsijas tradīcijas. Tāpēc sabiedrotus meklēja Rietumos, Benelux valstīs un Francijā. Viņa politikas mērķi bija – šajā secībā – suverenitāte, integrācija un apvienošanās. Tas Aukstā Kara apstākļos faktiski nozīmēja, federatīvas Vācijas integrācija Rieumos uz apvienošanās rēķinu.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight: bold;"&gt;Vācijas rietumintegrācija un ārpolitika Aukstā Kara laikā&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;Šāda politika sakrita lielā mērā ar Rietumeiropas politiku. It īpaši Francija vēlējās redzēt Rietumstruktūrā integrētu Vāciju, lai novērst trupamākas agresivitātes. Ar Francijas ārlietu ministru Schumann Adenauer jau 1950.g. uzsāka attiecīgu politiku. Ar virsnacionālo organizāciju bija plāns kontrolēt Vāciju, kam vēlāk var piebiedroties arī citās valstis. Tas bija ES pirmsākums. 1954.g. ar Parīzes līgumi okupācijas statuss tika likvidēts un Vācija atguva suverenitāte. Saucamais Deutschlandvertrag garantēja četru kara uzvārētāju tiesības uz karaspēku klātbūtne Vācijā un tās iestāšanās NATO.&lt;br /&gt;Tanī pašā laikā Adenauer turējās pie Alleinvertretungsanspruch, ka vienīgi federatīvā Vācija ir tiesīga pārstāvēt Vāciju. Pēc valsts sekretāra Walter Hallstein nosauktas doktrīnas federatīvā Vācija nenodibināja diplomātiskās attiecības ar valstīm, kurām tādas bija noslēgtas ar Austrumvāciju. To iepretim oficiālajam nosaukumam nekad nesauca par demokrātisko, bet ļoti ilgi par SBZ (Sowjetische Besatzungszone), vai vienkārši par zonu. Vēlāk nosauca viņu pēc oficiālā saīsinājuma, DDR.&lt;br /&gt;Pēc Charles de Gaulles nākšanas pie varas 1958.g. Francijas un Vācijas tuvināšanas politika tika turpināta ar Élysée līgumu vai franču-vācu draudzības līgumu. Francijas intereses bija gan ASV ietekmes mazināšana kā arī Vācijas iesaistīšana starptautiskās struktūrās. Adenauer interese bija samierināšanas politika ar Vācijas iesaistīšanu starptautiskās organizācijās. Ar šādu politiku federatīvā Vācija tika integrētā Rietumstruktūras, bet, tomēr, ar Berlīnes mūra celšanu 1961.g. augustā politika pret Austrumiem bija nonākusi strupceļā.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight: bold;"&gt;Patstāvīgā Vācijas ārpolitika&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;1969.g. sociāldemokrātu vadīta valdība nomainīja kristīgo demokrātu 20 gadu ilgu noteicošu lomu politikā. Willy Brandt uzsāka savu jaunu Ostpolitik, “Wandel durch Annäherung“ stratēģija, atvieglojot vāciešu likteni “zonā” samazinot savstarpējo neuzticību. Tika noslēgti vairāki līgumi, starp tiem Varšavas līgums ar Poliju 1970.g. par robežu nepārkāpjamību, Oderas – Neisas līnijas akceptēšanu. Ar Grundlagenvertrag pamat-attiecību-līgumu 1972.g. tika regulēts kontakts starp abām Vācijām. Tomēr tikai atvērtas tikai “Pastāvīgās Pārstāvniecības” nevis vēstniecība un federatīvā Vācija neatzina Ausrumvācijas valsts būtību, līdz ar to arī neeksistēja Austrumvācijas pilsonība federālās Vācijas izpratnē. Šādi jebkurš Austrumvācijas iedzīvotājs tika uzskatīts par tikai vienas Vācijas pilsoni. Rezultātā vajadzēja Austrumvācijas iedzīvotājiem tikai fiziski nokļūt Rietumvācijā, lai saņemtu tās pasi. Proti, Hallstein doktrīna tika likvidēta, tomēr valstiskās attiecības starp divām Vācijām nenodibinātas.&lt;br /&gt;Šis bija iemesls rīcībām pēc mūra krišanas. Mirklī, kas Austrumacijas iedzīvotāji varēja brīvi pārvietoties arī uz Rietumvāciju draudēja masveida izvākšanas, proti, vienīgas iespējas reaģēt bija, vai apvienoties vai arī atzīt pēc mierīgas revolūcijas Austrumvāiju kā valsts. Lielbritānijas premjerministre Margaret Thatcher un Francijas prezidents Francois Mitterand iestājas pret Vācijas atkalapvienošanos, tomēr, ASV prezidentam George Bush senior tādas pretenzijas nebija. Tika noslēgts 4+2 līgums par robežu nemaināmību, Oderas Neisas līnijas galīgumu, Vācijas atteikšanās no jebkādām teritoriālām prasībām kā arī apvienotās Vācijas tiesības brīvi izvēlēties alianses piederību, kas faktiski nozīmēja apvienotās Vācijas iestāšanos NATO.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight: bold;"&gt;Realitāte kā galvenais pamats Vācijas ārpolitikai – Baltijas valstis nav tēma&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;Šādi līdz pat PSRS sabrukumam Vācijas ārpolitikas fokusā bija tās dalīšana un nākotne, proti, Baltijas valstis Padomju Savienības sastāvā nebija federatīvās Vācijas priekšplānā. Ārpolitikas mērķis kopš oficiāli, protams, bija atkalapvienošanas. Tomēr, Aukstā Kara laikā šo mērķi sasniegt, nebija reāls, tā, piemēram, arī Stalina ierosinājums, apvienot Vāciju kā neitrālo valsti netika akceptēts no Adenauer valdības. Līdz ar to vēlākos gados valsts apvienošanas vairāk tika uzsvērts saucamas svētdienas uzrunas. Viens vienkāršs piemērs tam bija „L“ valsts numura zīmes piešķiršanu pilsētai Lahn, kuru 70os gados no Gießen un Wetzlar izveidoja, kas bija paredzēts pēc apvienošanos pilsētai Leipzig.&lt;br /&gt;Sasniegt mērķi reāli palika tikai sakarā ar pārmaiņām Austrumeiropā. Tomēr, atbalsts sabiedroto valstu vidū sasniegt bija iespējami tikai stabilā Eiropā, proti, Rietumvācijas valdība uzskatīja pa nepieciešamu arī nedestabilizēt Padomju Savienību Mihail Gorbatschow vadībā.&lt;br /&gt;Tāpēc Vācijai bija atturīgā attieksme pret Baltijas valstu atmodu un Dienvidslāvijas tendencēm dalīties. Tāpēc transformācijas laikā Austrumeiropā priekšplānā valdībai bija Visegrád valstis Polija, Čehija, Slovākija un Ungārija kā arī Krievija.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight: bold;"&gt;Transformācija nesa pārmaiņas arī ārpolitikā&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;1992.g. atkāpās no amata ārlietu ministrs Hans Dietrich Genscher, kurš tajā laikā bija nozares ministrs ar lielāku stāžu, kopš 1974.g. Brīvo Demokrātu partijas iekšienē cīnījās divi politiķi pārmantot ministriju, Irmagrd Adam-Schwaetzer un Klaus Kinkel. Otrais tika izvirzīts. Lai gan viņš pildīja arī partijas priekšsēdētāju funkciju, viņam trūka savā partijā tas izteikts atbalsts kā priekštecim. Šādi viņam bija ministru kabineta lielākas grūtības atrast atbalstu savām idejām pret kristīgiem demokrātiem aizsardzības ministru Volker Rühe un kanclera Helmut Kohl. Valdības vadītāja priekšplāna bija pēc Maastricht līguma ES tālāk integrēt, nevis paplašināt. Šāda politika bija arī svarīga Vācijas valdības uzticībai īpaši Francijā un Lielbritānijā (137f.).&lt;br /&gt;Tomēr, pirmā delegācija brauca uz Baltijas valstīm uz reiz pēc neatkarības, jo pēc de factu neatkarības no Krievijas pateicoties Jelzina atbalstam arī Vācijai nebija vairs šķērsli atzīt Baltijas valstis. Uz vietas paziņoja jaunais ārlietu ministrs, ka Vācija būšot Baltijas advokāts, jo Vācijas valdība atzīšot Vācijas vaina sakarā ar Hilter Stalin Paktu. Šādi Baltijas valstis ļoti cerēja uz Vācijas atbalstu (141).&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight: bold;"&gt;Vācijas ārpolitika un starptautiskās organizācijas&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;Sakarā ar tālākām pārmaiņām Eiropā mainījās starptautisko organizāciju lomas. EDSK pārtapa par organizāciju EDSO un Eiropas Padome sāka uzņemt bijušās PSRS republikas un satelītvalstis. Sarežģīti arī bija NATO nākotne pēc Aukstā Kara beigām. Kamēr Kohl negribēja kaitināt Krieviju, ko viņš uzskatīja par svarīgu partneru, Rühe negribēja redzēt pelēku drošības zonu aiz Vācijas austrumrobežas. Rühe gribēja Visegrád valstis uzņemt, kamēr ģeopolitiski Baltijas valstis nebija svarīgas (166ff.). Kinkel, savukārt, norādīja uz drošības problēmām tajās valstīs, kas paliktu aiz svītras un iespējamiem ar to saistītiem draudiem arī Vācijai (180f.).&lt;br /&gt;Tomēr, Baltijas valstis pārvērtēja Vācijas ietekmi ES un NATO ietvaros iepretim tās lielumam pēc iedzīvotāju skaita un ekonomiskās nozīmes. Savukārt, vācu ietekme pašā Baltijā arī nebija liela, skatoties uz konfliktiem par krieviem un pilsonības jautājumiem. Īpaši Vācijas prese uztvēra krievu tautības Baltijas iedzīvotāju situāciju kritiski.&lt;br /&gt;1992.g. ASV uzvarēja Bill Clinton prezidenta vēlēšanas. Viņa valdības politika raksturoja ideja, neatstāt jaunās demokrātijas Austrumeiropā aiz žogiem. Uz to reaģēt vajadzēja arī Kohl, kurš vēlējās šo procesu sinhronizēt, proti, veikt sarunas par iestāšanos ES un NATO ar visiem kandidātiem vienlaicīgi. Šādi, Baltijas valstis cerēja Vācijas atbalstu līdz ar NATO arī iekļūt ES.&lt;br /&gt;Tomēr, Kohl nostāju pret Krieviju nebija īsti mainījusies un 1998.g vizītes laikā Maskavā viņš aicināja Baltiju risināt savus robežjautājumus ar Krieviju un brīdināja nediskriminēt savus krievu tautības iedzīvotājus. Dauchert uzskata, ka viņš šādi ignorēja, ka atslēga šiem jautājumiem esot bijusi tieši Maskavā, proti, autors uzskata konfliktos Krieviju par vainīgo pusi. Bet Vācija šādi atstāja Skandināvijai atbalstīt Baltijai, kas Somijas vadībā arī notika (265ff.). Līdzīgi ka ceļš uz Vācijas Baltijas valstu neatkarības atzīšanu, Kohl valdība mainīja savu attieksmi tikai pēc Krievijas valdības attieksmes maiņas. Kad Putin paziņoja, ka lai gan neredzot nepieciešamību Baltijas valstīm iestāties NATO, bet uzskatot to par Igaunijas, Latvijas un Lietuvas izvēli, Vācija piekrita NATO paplašināšanai Baltijā (271). Pēc Dauchert domām, neitrālo Zviedrijas un Somijas politiskās elites īstenībā vēlējās šādi pārliecināt par iestāšanos militāro aliansi savus iedzīvotājus.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight: bold;"&gt;“Vēstures beigām” beigas&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;Šādi beidzās 20.gs., ko Fukuyama aprakstīja kā vēstures beigām. Bet tad, kad uzņemšana ES un NATO palika par daudzmaz nolemtu lietu un pirms paplašināšana tika īstenota notika teroruzbrukums New York. 9/11 bija moments, kad Krievija un ASV cīņā pret terorismu atrada kopīgu valodu. Bet tā vienotība ātri beidzās ar ASV uzbrukumam Irākai. Austrumeiropas valstis, tajā skaitā Baltijas, piebiedrojās ASV, jo kongress nebija vēl ratificējis uzņemšanu NATO. Šādi izveidojas pēkšņi domstarpības starp ASV un jaunajām demokrātijām vienā pusē un Vāciju, Franciju un Krieviju otrajā pusē.&lt;br /&gt;Šis jautājums, kā arī Kosovo atzīšana un Gruzijas karš 2008.g. apgrūtina komunikāciju gan NATO iekšienē kā arī kontaktā ar Krieviju. Daļēji šie jautājumi parādījās tikai pēc Dauchert grāmatas publicēšanas.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight: bold;"&gt;“Blakus ārpolitika”&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;Vācijas ārpolitiku pret Baltijas valstīm vēl ietekmēja Baltijas jūras krasta federālo zemju politika. 1992.g. Genscher un Dānijas ārlietu ministrs Uffe Ellemann-Jensen nodibināja pēc Schleswig-Holstein ministru prezidenta Björn Engholm ierosinājuma Baltijas Jūras Padomi. Bet šai padomei veltīja vēlāk maz uzmanību (281ff.) Mecklenburg-Vorpommern atvēra Igaunijas galvaspilsēta Tallinn pārstāvniecību, kura 2004.g. tika slēgta. Savukārt, Rīga darbojas ar citām organizācijām kopā cilvēks zinātnisko sadarbību veicināšanai.&lt;br /&gt;Šādi var piekrist Dauchert izvirzītai tēze, ka Vācijas ārpolitikas virziens laikā posmā pēc Aukstā Kara beigām savā būtībā nav mainījies un Vācija līdz ar to pret Baltiju uzvedusies diezgan pasīvi. To par Baltijas valstu advokātu nosaukt nevar.&lt;br /&gt;Pēc uzņemšanas gan NATO gan ES atkal pievērsa uzmanību Merkel, piemēram, klimatam. Un, protams, sakarā ar finanšu krīzi vispār kopš 2008.g. citi jautājumi ir priekšplānā. Merkel savas vizītes laikā 2010.g. septembrī Lietuvā izpauda Vācijas atbalstu jaunās atomenerģijas stacijas celšanai, ražošanas veids, kas vienlaicīgi Vācijas iekšpolitikā ir degpunktā un par ko preses konferencē Rīgā Merkel ar žurnālistiem runāja.&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/4443358526722795284-371983261420478839?l=axelreetz.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://axelreetz.blogspot.com/feeds/371983261420478839/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=4443358526722795284&amp;postID=371983261420478839' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4443358526722795284/posts/default/371983261420478839'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4443358526722795284/posts/default/371983261420478839'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://axelreetz.blogspot.com/2011/11/baltijas-valstis-vacijas-arpolitika.html' title='Baltijas valstis Vācijas ārpolitikā'/><author><name>Dr. Axel Reetz</name><uri>http://www.blogger.com/profile/08088353413536294515</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-4443358526722795284.post-5547272599287528587</id><published>2011-09-23T12:40:00.001+03:00</published><updated>2011-09-23T12:41:18.852+03:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='deutsch'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Lettland'/><title type='text'>Letten mißtrauen sich selbst</title><content type='html'>&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt;Dieser Text ist vor den außerordentlichen Parlamentswahlen entstanden.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Also über Politikverdrossenheit wird auch in den etablierten Demokratien Westeuropas seit so langer Zeit diskutiert, daß jeder Student jahrzehntealte Werke zum Thema in der Uni-Bibliothek finden kann. Mal heißt es Politik-, dann Parteien- oder Politikerverdrossenheit, was man wissenschaftlich mit verschiedenen Methoden auseinanderdröseln kann. Selten jedoch hinterfragt mal der Durchschnittsmensch seine eigenen Erwartungen an den Staat und seinen Beitrag zum Schlamassel.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Letten haben nun plakativ das Mißtrauen gegen sich selber geäußert, indem sie in einem Referendum am 23. Juli 2011 das von ihnen selbst erst am 2. Oktober 2010 (neun Monate und 21 Tage, die Zeit einer Schwangerschaft!) gewählte Parlament in die Wüste geschickt haben. Umfragen belegen nicht nur, daß viele Wähler so wie immer vor Wahlen in den vergangenen 20 Jahren nicht wissen, wen sie wählen sollen, sie zeigen auch, daß sowohl Referendumsmuffel – die eine Neuwahl meist für überflüssig hielten – als auch Befürworter der Entlassung des Parlamentes wenig Erwartungen in die Neuwahl setzen. Ein vom lettischen Radio interviewter Passant bringt es auf den Punkt: zunächst einmal müsse sich die Gesellschaft verändern.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und so verwundert es auch wenig, daß, obwohl andere Passanten bekundeten, ausschließlich für neue Gesichter stimmen zu wollen, da die alten ihre Zeit in mehreren Parlamentszusammensetzungen abgesessen hätten, bei der anstehenden Neuwahl viele alte Gesichter wieder zur Wahl stehen – inklusive Ainārs Šlesers sogar als Spitzenkandidat seiner Partei, dessen von den Abgeordneten-Kollegen abgelehnte Immunitätsaufhebung der Grund für den historisch einmaligen Schritt des abgetreten Präsidenten Valdis Zatlers zur Parlamentsauflösung war.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Damit bleibt einstweilen und ziemlich sicher auch danach alles beim Alten. Der politische Diskurs verändert sich nicht. Der Bürgermeister von Ventspils, Aivars Lembergs, steht erneut als Chef der Exekutive zur Verfügung, weigert sich aber wie immer, sich in die Niederungen des politischen Alltags zu begeben und Abgeordneter zu werden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Šlesers bemerkt zutreffend, daß sich die Menschen weniger für Wahlrechtsänderungen interessierten als für ihren Lebensstandard und sich die Politik deshalb genau darum zu kümmern habe, ohne zu erklären, warum er als langjähriger Minister in Regierungen saß, die dieses Ziel gewiß nicht als Priorität behandelt haben. Der Spitzenkandidat des Harmoniezentrums, Jānis Urbanovičs will auch erst einmal expressiv verbis für drei Jahre als Priorität den Lebensstandard heben, danach könne sich die Politik Fragen widmen, ob es nun eine Okkupation gegeben habe oder nicht.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Hintergrund ist die Forderung der Einigkeit nach den letzten Wahlen, das Harmoniezentrum müsse, um eine Zusammenarbeit in der Regierung möglich zu machen, die Okkupation anerkennen. Rigas Bürgermeister Nil Uschakow war ebenfalls kritisiert worden, daß er bei seinem Besuch im Museum dieses Namens gleich gegenüber des Rathauses diesen Begriff sich geweigert hatte in den Mund zu nehmen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die seit den letzten Wahlen nationalistischer gewordenen Nationalisten legen in Umfragen zu. Darüber freut sich Nationalist Raivis Dzintars, der ebenfalls mit dem alten Dauerbrenner in den Wahlkampf ziehen will, es müsse künftig ein Machtzentrum beim Präsidenten statt im Koalitionsausschuß gehen, will sagen, die Verfassung müsse geändert werden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Mit anderen Worten, während Lettland und seine Bevölkerung unter den Folgen der Krise leidet, diskutieren die Politiker über Verfassung und Vergangenheit und versuchen, sich Pfründe und juristische Sicherheit zu erhalten. Es steht zu befürchten, daß die Wähler sich auch erneut für diese Positionen entscheiden werden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Einziger Neuzugang im politischen Spektrum ist die Partei von Ex-Präsident Zatlers, der mit der Benennung seiner Partei als Zatlers Reformpartei unter Aufnahme seines Nachnamens sowohl schwer an den deutschen Joachim Siegerist mit seiner fragwürdigen Siegerist Partei erinnert, als auch bislang auf eine Festlegung in Fragen von Inhalten und Personal weitgehend verzichtet, was er in seinem weiterhin abgehackten Redestil gern in jedes Mikrophon rechtfertigt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ja, wahrscheinlich werden die lettischen Parteien wieder einmal nicht mit dem Harmoniezentrum koalieren wollen. Vermutlich sollte es für die Einigkeit mit Zatlers und den Nationalisten reichen, vielleicht aber auch in anderer Konstellation mit der Union aus Grünen und Bauern. Ohne letztere wäre allerdings ein positiver Aspekt anzumerken, es gäbe erstmalig keine Oligarchen mehr in der Regierung. Wie professionell jedoch Zatlers politische Genossen arbeiten werden, nachdem er einen in den 30ern stehenden Unternehmer als Kandidat für das Amt des Ministerpräsidenten ausgerufen und einen Millionär für das Finanzministerium nominiert hat, bleibt ebenso ungewiß wie die Frage, wie die eher national denkende Bürgerliche Union innerhalb der Einigkeit mit den Nationalisten in einer allfälligen Regierung erneut in die nationale Frage über die sozio-ökonomische stellt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Lettland hat sich in den vergangenen zwanzig Jahren in der Öffentlichkeit vorwiegend mit der Vergangenheit statt mit der Zukunft beschäftigt, während im Hintergrund ganz andere politische Inhalte verfolgt wurden. Einstweilen deutet alles darauf hin, daß sich daran auch nach dem nächsten Urnengang nichts ändert. Sechs Monate sieht die Verfassung vor, ehe eine neuerliche Parlamentsauflösung möglich ist. Seit vergangenem Jahr kann dies auch das Volk allein mit einem Referendum anstrengen, den Präsidenten braucht es dazu nicht mehr. Mal sehen, wie lange die Letten dieses Mal Vertrauen in ihre eigene Entscheidung setzen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Jurist Jānis Pleps erklärte, daß die Gesellschaft ihre Meinung, Politik sei ein schmutziges Geschäft, zügig ändern müsse. Politiker sei ein Job mit hoher Verantwortung, der enorme Kenntnisse verlange. Die negative Einstellung gegenüber der Politik in der Bevölkerung halte die kompetentesten Leute von einer politischen Karriere ab. Also Politikverdrossenheit als self-fulfillig prophecy. Und da steht Lettland dem Westen in nichts nach oder vor. Der aus der ehemaligen DDR stammende Politologe Dieter Segert gab seinem Sammelband über die Parteiensysteme Osteuropas bereits vor Jahren den Titel Osteuropa als Trendsetter.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/4443358526722795284-5547272599287528587?l=axelreetz.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://axelreetz.blogspot.com/feeds/5547272599287528587/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=4443358526722795284&amp;postID=5547272599287528587' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4443358526722795284/posts/default/5547272599287528587'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4443358526722795284/posts/default/5547272599287528587'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://axelreetz.blogspot.com/2011/09/letten-mitrauen-sich-selbst.html' title='Letten mißtrauen sich selbst'/><author><name>Dr. Axel Reetz</name><uri>http://www.blogger.com/profile/08088353413536294515</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-4443358526722795284.post-2338176547928473405</id><published>2011-09-04T09:51:00.000+03:00</published><updated>2011-09-04T09:52:46.864+03:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Estland'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='deutsch'/><title type='text'>Noch einmal Drambjan</title><content type='html'>&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Im August gab es in Estland einen Amoklauf im Verteidigungsministerium, der auch im Blog diskutiert wurde. Im &lt;a href="http://estland.blogspot.com/2011/08/amoklaufer-nun-auch-fur-die-esten.html"&gt;Estland-Blog&lt;/a&gt; gab es eine Erörterung der unterschiedlichen Angaben in der Presse. Wikipedija ist sicher alles andere als eine sichere Quelle, aber es ist interessant zu sehen, daß unmittelbar nach den Ereignissen im August über den Täter ein Artikel eingestellt wurde, den es einstweilen auf Englisch, Estnisch und Finnisch gibt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die estnische Version bezeichnet Drambjan als Lokalpolitiker, Jurist und Terrorist, der das sowjetische Estland habe wieder herstellen wollen (sic!). Er stamme aus Armenien, seine Muttersprache sei jedoch Russisch. Er habe in Tartu und Kaliningrad studiert, sei geschieden und Vater zweier Töchter, von denen eine in Spanien lebt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Drambjan habe als Anwalt 2007 Larissa Neštšadimova (estnische Transkription) von Ночной дозор (nächtliche Wache) verteidigt, die im Zusammenhang mit den Ausschreitungen wegen der Versetzung des &lt;a href="http://estland.blogspot.com/search/label/Bronze%20soldier"&gt;bronzenen Soldaten&lt;/a&gt; angeklagt worden war, wurde aber später durch einen “fähigeren”, der Landessprache mächtigen anderen Juristen ersetzt. Wie gut er sich im estnischen Recht nach der Unabhängigkeit auskannte, wurde bislang weder von der Presse noch von Wikipedija erwähnt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Drambjan gehörte eine Weile der inzwischen im Parlament nicht mehr vertretenen Volksunion an, die mehrfach mutierte Partei des ehemaligen Präsidenten Arnold Rüütel. Darüber hinaus war er aktiv in der Splitterbewegung Konstitutionspartei sowie in der Vereinigten Linkspartei, der heute bedeutungslosen Nachfolgeorganisation der Kommunisten Estlands. Der gebürtige Armenier hatte nach 1999 für die Liste “Zukunft Maardus” im Stadtrat von Maardu gesessen, war aber mit jeweils 45 und 23 Stimmen als Kandidat der Volksunion und der Linkspartei angehörender Einzelkandidat später nicht erneut gewählt worden. Für die Konstitutionspartei hatte er 2007 auch erfolglos versucht, im Wahlkreis Tallinn-Piritia ins nationale Parlament zu gelangen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Beitrag in Wikipedija diskutiert ebenfalls, daß von politischer Seite nach dem Anschlag in Tallinn der Vergleich zum Amoklauf in Norwegen gezogen wurde und das Psychologen der Ansicht sind, Drambjan habe es lediglich an Aufmerksamkeit gefehlt, sein Tot wäre somit vermeidbar gewesen. Zu den Motiven wird auch hier spekuliert über die schwierige Lebensituation des Verstorbenen, der seine Kanzlei wegen mangelnde Kenntnisse der Landessprache hatte schließen, Wohnung, Sommerhaus und Auto verkaufen müssen und bei Freunden lebte und später einen Schlafplatz in Lasnamäe gemietet habe.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/4443358526722795284-2338176547928473405?l=axelreetz.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://axelreetz.blogspot.com/feeds/2338176547928473405/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=4443358526722795284&amp;postID=2338176547928473405' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4443358526722795284/posts/default/2338176547928473405'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4443358526722795284/posts/default/2338176547928473405'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://axelreetz.blogspot.com/2011/09/noch-einmal-drambjan.html' title='Noch einmal Drambjan'/><author><name>Dr. Axel Reetz</name><uri>http://www.blogger.com/profile/08088353413536294515</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-4443358526722795284.post-1068931278651595735</id><published>2011-09-04T09:12:00.000+03:00</published><updated>2011-09-04T09:13:20.893+03:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='deutsch'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Lettland'/><title type='text'>Wer laut wird, hat Recht oder Zufallsgenerator an die Wahlurnen!</title><content type='html'>&lt;div style="text-align: justify;"&gt;In Lettland hat jüngst der Vertreter einer Splitterpartei eine live übertragene Diskussion von Kandidaten zur vorgezogenen, außerordentlichen Parlamentswahl gestört. Der Mann fiel zunächst mit einigen Anhängern sowohl vor Beginn der Sendung als auch während der Übertragung durch laute Kommentare und pfeifen auf und wurde von den Moderatoren um mehr Disziplin gebeten. Auf diese Aufforderung reagierten die Angesprochenen jedoch nicht. Während der eine die Veranstaltung zu stören versuchte, wurde das Geschehen von einem anderen gefilmt. Ein Beteiligter reagierte während einer Werbeunterbrechung auch auf weitere Bitten selbst des Publikums nicht, sondern stürmte auf die Bühne. Er überschüttete die Kandidaten Augsust Brigmanis von der Union aus Grünen und Bauern und den Vertreter von „Alles für Lettland!“, Imants Parādnieks mit Wasser und wurde von der Polizei verhaftet.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der während der Sendung in Bauska verhaftete Dainis Grabovskis behauptet nun, er habe nicht persönliche Aufmerksamkeit erregen wollen, sondern verlange gleiches Recht für alle. Er kandidiert für die Partei „Volkskontrolle“ und ist führendes Mitglied eines Vereins von Globalisierungsgegnern und wollte in der Funktion als Kandidat ebenfalls an der Fernsehdebatte teilnehmen dürfen. Es sei unfair, daß nur die großen Parteien zu solchen Sendungen geladen würden. Auf der Bühne stünden die Vertreter von im Parlament vertretenen Parteien, die im Juli durch Referendum entlassen worden seien, aber neue politische Kräfte, die angetreten seien, etwas im Lande zu verändern, erhielten keine Chance.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Grabovskis wird minderschweres Randalieren vorgeworfen, ihm droht eine Geldstrafe im „Wert“ von 15 Tagen Haft. Der Festgenommene stand nicht unter Alkoholeinfluß.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Armands Agrums von den Christdemokraten kritisierte im lettischen Radio zwar die Methoden von Grabovskis, stützt aber dessen Meinung, daß kleine Parteien weniger Möglichkeiten zur Darstellung in den Medien erhielten. Das Fernsehen sei schließlich kein Privatunternehmen und werde von den Steuern finanziert, die alle zahlten. Er meint, gegebenenfalls könnten sich dann ja die kleinen politischen Kräfte auch als die schlechtere Alternative präsentieren. Kaspars Lazdāns von der Partei Freiheit, frei von Mehrwertsteuer, Haß und Wut und pflichtet dem ebenfalls bei, es müsse eigentlich Gleichheit herrschen, doch die Umfragewerte „sortierten“ schließlich die Parteien. Das lettische Fernsehen rechtfertigt sich mit dem Argument, Debatten mit zu vielen Teilnehmern seien für den Zuschauer langweilig.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Jura-Dozent der Universität Lettlands, Dr. Artūrs Kučs, sagte dem lettischen Radio ebenfalls, daß die öffentlichen Medien in Lettland auf diese Weise die Prinzipien der Verfassung mißachteten. Die Wähler hätten ein Recht darauf, auch auf die Meinung der Splitterparteien zu hören. Sein Vorschlag, das Prinzip, allen eine Chance zu geben und die Zahl der Debattenteilnehmer gleichzeitig zu begrenzen: Bei den Einladungen sollte das Fernsehen das Zufallsprinzip anwenden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Mann sollte noch einmal eine Stunde Mathematik, Wahrscheinlichkeitsrechnung nachholen. Auf diese Art und Weise könnte es erstens zu Debatten nur zwischen Splitterparteien kommen und in Umfragen an der Spitze stehende Parteien total ausgeschlossen werden. Bei 6 aus 49 ist die Wahrscheinlichkeit, daß mehrfach die gleiche Kombination entsteht nicht kleiner als die, daß die gleiche Zahl kein zweites Mal gezogen wird. Das öffentliche Fernsehen darf, auch wenn es von allen finanziert wird, nicht das Interesse der Zuschauer ignorieren. Eine Mehrheit der Zuschauer hat auch die Mehrheit der Finanzierung geleistet. Freilich soll an dieser in keiner Weise einer in Lettland verbreiteten Meinung das Wort geredet werden, Demokratie sei die Diktatur der Mehrheit.&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/4443358526722795284-1068931278651595735?l=axelreetz.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://axelreetz.blogspot.com/feeds/1068931278651595735/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=4443358526722795284&amp;postID=1068931278651595735' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4443358526722795284/posts/default/1068931278651595735'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4443358526722795284/posts/default/1068931278651595735'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://axelreetz.blogspot.com/2011/09/wer-laut-wird-hat-recht-oder.html' title='Wer laut wird, hat Recht oder Zufallsgenerator an die Wahlurnen!'/><author><name>Dr. Axel Reetz</name><uri>http://www.blogger.com/profile/08088353413536294515</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-4443358526722795284.post-3561976978807187692</id><published>2011-08-30T12:17:00.000+03:00</published><updated>2011-08-30T12:18:39.449+03:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Estland'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='deutsch'/><title type='text'>Ilves wiedergewählt – Estlands Stabilität</title><content type='html'>&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Erst im März hat Estland ein neues Parlament gewählt, in dem erst mal nur vier Parteien sitzen und derer nur zwei die Regierungskoalition bilden. Nun hat das Parlament erstmals seit der Unabhängigkeit gleich im ersten Wahlgang einen Präsidenten gewählt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In den vergangenen 20 Jahren war ungeachtet selbst der Popularität von Lennart Meri, der in der außerverfassungsmäßigen Volkswahl von 1992 sogar beinahe dem kommunistischen Kader Arnold Rüütel unterlegen wäre, niemals gelungen, die erforderliche zwei Drittel-Mehrheit im Parlament zu erringen, immer mußte der Wahlausschuß unter Beteiligung der Kommunalabgeordneten zusammengerufen werden, der noch 2001 selbigen Arnold Rüütel entgegen einer konservativen Mehrheit im Parlament ins Amt gebracht hatte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Toomas Hendrik Ilves ist trotzdem ein problematischer Politiker. Er ist ein aus Amerika heimgekehrter Exilant, der in den 90er Jahren zwei Mal Außenminister war und und sich in dieser Zeit wiederholt gegen die Bezeichnung Estlands als post-kommunistischer Staat gewandt, dessen nordeuropäische Rolle betont hatte. Ilves ist mit einer deutlich jüngeren Frau verheiratet, die in Estland für kopfschütteln sorgt.&lt;br /&gt;Seine Wiederwahl sicherte nun der Umstand, daß die beiden Regierungsparteien Reformpartei und Vaterlandsunion hinter ihm standen und natürlich auch seine politische Heimat, die oppositionellen nur bedingt sozialdemokratischen Sozialdemokraten. Von diesen Fraktionen fehlten ihm trotzdem zwei Stimmen. Gegenkandidat war der Entertainer Indrek Tarand, der als parteiloser Kandidat 2009 bei den Europawahlen mit einem Rekordresultat gewählt worden war. Tarand war außerdem Berater des früheren Außenministers Ilves. Die oppositionelle und politisch regelmäßig isolierte Zentrumspartei des Tallinner Bürgermeisters Edgar Savisaar hatte lediglich keine andere Persönlichkeit zu nominieren.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/4443358526722795284-3561976978807187692?l=axelreetz.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://axelreetz.blogspot.com/feeds/3561976978807187692/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=4443358526722795284&amp;postID=3561976978807187692' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4443358526722795284/posts/default/3561976978807187692'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4443358526722795284/posts/default/3561976978807187692'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://axelreetz.blogspot.com/2011/08/ilves-wiedergewahlt-estlands-stabilitat.html' title='Ilves wiedergewählt – Estlands Stabilität'/><author><name>Dr. Axel Reetz</name><uri>http://www.blogger.com/profile/08088353413536294515</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-4443358526722795284.post-3419042872317830356</id><published>2011-08-30T11:57:00.001+03:00</published><updated>2011-08-30T11:59:15.092+03:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='deutsch'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Lettland'/><title type='text'>Kalvītis: Soros klassischer Oligarch</title><content type='html'>&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Der ehemalige Ministerpräsident der Volkspartei, Aigars Kalvītis hat jetzt der Zeitung Latvijas Avīze gegenüber erklärt, in Lettland gäbe es keine Oligarchen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Definition solcher Personen sei aus dem russischen übernommen und es handele es sich um Menschen mit ökonomischer Macht und solcher über die Medien. Ein typisches Beispiel dafür sei Georg Soros, der sowohl Währungen als auch Finanzmärkte kontrolliere. Auf die Frage, ob Ainārs Šlesers, Aivars Lembergs und Andris Šķēle, die in Lettland gemeinhin als Oligarchen tituliert werden, silche seien, billigt Kalvītis den genannten eine entsprechende Macht nicht zu, diese kontrollierten nicht „alle Prozesse“. Selbst bei der Union aus Grünen und Bauern gäbe es viele Meinungen und Lembergs kontrolliere diese Partei nicht. Šlesers wiederum könne man mit Lembergs und Šķēle nicht vergleichen, ihm gefalle es vielleicht, als dritter Oligarch bezeichnet zu werden, doch sein Einlfuß auf Wirtschaft und Medien sei nicht so groß. Kalvītis meint, Oligarchen gäbe es in Lettland nicht, diese Bezeichnung werde nur herangezogen für Personen, die alle kennten und eine wichtige Rolle in der „öffentlichen Politik“ (sic!) spielten, doch als „klassische Oligarchen (sic!) könnte man diese nicht bezeichnen. (Latvijas Avīze)&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/4443358526722795284-3419042872317830356?l=axelreetz.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://axelreetz.blogspot.com/feeds/3419042872317830356/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=4443358526722795284&amp;postID=3419042872317830356' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4443358526722795284/posts/default/3419042872317830356'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4443358526722795284/posts/default/3419042872317830356'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://axelreetz.blogspot.com/2011/08/kalitis-soros-klassischer-oligarch.html' title='Kalvītis: Soros klassischer Oligarch'/><author><name>Dr. Axel Reetz</name><uri>http://www.blogger.com/profile/08088353413536294515</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-4443358526722795284.post-4948193034857175665</id><published>2011-08-29T15:47:00.001+03:00</published><updated>2011-08-29T15:47:45.414+03:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='deutsch'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Lettland'/><title type='text'>Lettland vor der Wahl: Zweifel der Oligarchen an sich selbst?</title><content type='html'>&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Lettland wählt im September außerplanmäßig ein neues Parlament, nachdem der letzte Urnengang nicht einmal ein Jahr zurück liegt. Ex-Präsident Valdis Zatlers hatte im Zweifel über seine Wiederwahl und vorgeblichem Zorn über den Schulterschluß der Angeordneten mit einem Oligarchen dem Volk die Möglichkeit zur Entlassung des Parlamentes vorgelegt, was die Wähler nur neun Monate nach ihrer vorherigen Entscheidung akzeptierten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Zatlers begründete seinen Schritt mit dem großen Einfluß außerhalb des Parlament befindlicher Personen – der Oligarchen. Ein nur bedingt zutreffender Vorwurf, war doch der Anlaß für sein Handeln die Verweigerung des Parlamentes, die Immunität eines Abgeordneten aufzuheben, der als einer von drei wichtigen Oligarchen gilt, also nicht außerhalb der Politik steht – und stand. So argumentiert Ainārs Šlesers auch, er habe über all die Jahre immer ein Mandat des Volkes gehabt. Zatlers ist seiner Meinung nach ein Beispiel für den Zynismus im Lande. Vier Jahre lang habe dieser auf Staatskosten gemeinsam mit Lembergs, einem weiteren der namentlich Angegriffenen, gegessen, um nach seiner verfehlten Wiederwahl plötzlich irgendwelche Sündenböcke zu suchen. Gemeinsam mit Lembergs wirft er Zatlers vor, was dieser nun vier Jahre lang in der Rigaer Burg gemacht habe.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Eine kurze Straßenumfrage des lettischen Radios ergab ebenfalls, daß der Kampf gegen die Oligarchen bei den Wählern nicht oben auf der Liste steht. Alle erklärten, die Wirtschaft und die soziale Situation seien entschieden wichtiger. Viele Menschen sind auch der Ansicht, daß die Frage der Oligarchen vor den Wahlen künstlich aufgebläht würde.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Generell interessiert sich ethnisch lettische Wähler für das Thema mehr als die Russen. Interessant auch, daß Ainārs Šlesers selbst im Wahlkampf 1998 gegen die Oligarchen agitierte und 2002 mit der Neuen Zeit eine Saubermann-Partei erschien, die das Thema für sich beanspruchte. Während der sogenannten „fetten Jahre“ 2006 interessierte sich wiederum niemand für die Frage der Korruption. Dies waren auch die einzigen Wahlen in Lettland seit der Unabhängigkeit, zu der keine neue politische Kraft antrat. Bei der damaligen Wahl hatten zwei Listen die gesetzlich vorgeschriebene Höchstgrenze für Wahlausgaben überschritten, zwei politische Kräfte, die anschließend gemeinsam die Regierung bildeten. Juristisch wurde dieser Verstoß zwar 2008 vom Verfassungsgericht konstatiert, hatte aber keine politischen Folgen mit Ausnahme der sogenannten Regenschirmrevolution im Herbst 2007, ein halbes Jahr nach Amtsantritt von Valdis Zalters als Präsident, der damals „im Zoo“ von den Oligarchen selbst aus dem Hut gezaubert worden war.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wie die Wahlen im nächsten Monat ausgehen werden, traut sich kaum jemand zu prognostizieren. Schon nach der Regenschirmrevolution waren außerordentliche Wahlen von einigen Experten verlangt worden nicht zuletzt wegen der fraglichen Verfassungsmäßigkeit des Urnenganges. Präsident Zatlers machte aber von seinem Recht eben erst jetzt zum Ende seiner Amtszeit Gebrauch und bietet den Wählern nach gescheiterter Wiederwahl eine eigene politische Alternative an. Einstweilen billigen Umfragen dem Harmoniezentrum 18% und der Zalters Reformpartei 17% zu. Die Wahlsiegerin vom letzten Jahr, die Einigkeit des Regierungschefs Valdis Dombrovskis muß federn lassen und liegt bei nur 10% gefolgt von den Nationalisten mit gut 7% sowie der Union aus Grünen und Bauern mit rund 8%. Die Partei Lebmbergs steht damit erstmalig überraschend schlecht da und leidet wohl wie die Einigkeit unter dem Malus der Regierungsverantwortung. Da Zalters kategorisch abgelehnt hat, mit Oligarchen zu koalieren, dürfte ein Pakt mit den Grünen und Bauern ausgeschlossen sein. Die lettischen Wähler sind wohl für ein Bündnis der „sauberen“ Parteien mit den Russen noch nicht bereit. Damit läuft unabhängig von den genauen Kräfteverhältnissen alles auf eine Koalition der Einigkeit mit Zatlers und den Nationalisten hinaus, ggf. auch ohne sie, wenn es für eine Mehrheit reichte. Damit zöge eine neue politische Kraft an die Macht, die sich im politischen Alltag unerfahren vermutlich aufreiben wird.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/4443358526722795284-4948193034857175665?l=axelreetz.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://axelreetz.blogspot.com/feeds/4948193034857175665/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=4443358526722795284&amp;postID=4948193034857175665' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4443358526722795284/posts/default/4948193034857175665'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4443358526722795284/posts/default/4948193034857175665'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://axelreetz.blogspot.com/2011/08/lettland-vor-der-wahl-zweifel-der.html' title='Lettland vor der Wahl: Zweifel der Oligarchen an sich selbst?'/><author><name>Dr. Axel Reetz</name><uri>http://www.blogger.com/profile/08088353413536294515</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-4443358526722795284.post-5622742363645757134</id><published>2011-08-29T15:05:00.000+03:00</published><updated>2011-08-29T15:07:03.321+03:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='deutsch'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Lettland'/><title type='text'>Lettisches Absurdum: Einbürgerung zwecks Auswanderung</title><content type='html'>&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Lettland hatte sich wie Estland nach der Unabhängigkeit 1991 entschieden, den während der Sowjetzeit zugewanderten Menschen die Staatsbürgerschaft der Wiederhergestellten Staaten nicht automatisch zuzugestehen, eine Einbürgerung ist erforderlich nach Sprach- und Geschichtstest.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das Interesse an der Einbürgerung war in Lettland nach dem Beitritt zur EU vorübergehend zehn Mal größer als gegenwärtig, erklären die Behörden in Daugavpils, der zweitgrößten Stadt des Landes im Südosten mit besonders hohem Anteil ethnischer Russen. Derzeit kämen nur etwa zehn Personen am Tag, um sich nach den Möglichkeiten zu erkundigen. Die Gründe für das Interesse an einer Einbürgerung seien verschieden: Teilnahme an Wahlen aber eben auch der Wunsch, einen Arbeitsplatz in einem anderen EU-Land zu finden. Unter den Interessenten sind Vertreter aller Altergruppen, manche sind Anfang 20, andere bereits Rentner.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der junge Igor etwa sagt, er habe die neunte Klasse beendet, also nach lettischen Verständnis eine Grundausbildung erhalten, so etwas wie ein Hauptschulabschluß, in Riga und anderswo gearbeitet, jetzt aber gäbe es nirgends Angebote mit einer vernünftigen Bezahlung. Also wolle er sich einbürgern lassen, um anschließend so schnell wie möglich Lettland den Rücke zu kehren. Das größte Hindernis für den jungen Mann sind seine schlechten Lettisch-Kenntnisse, aus diesem Grunde lerne er derzeit fleißig.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die befragten Rentnerinnen sagten, sie lebten seit 1969 in Lettland und hätten sich ja schon lange einbürgern lassen, aber wie bei Igor liegen die Schwierigkeiten bei der Sprache. Schade sei es, daß es keine gratis Kurse mehr gebe. Im Grunde würden die Russen ja gerne Lettisch lernen, aber es fehlten die Möglichkeiten. Im Ausland, so die Dame, würde sogar dafür gezahlt, daß eine Sprache erlernt werde. 20 Lat sei für viele viel Geld. Wesentlicher Grund für den Wunsch auf Einbürgerung sei, daß sie einerseits zwar Steuern zahlten, aber den politischen Prozeß nicht beeinflussen könnten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In Lettland gibt es nach offiziellen Angaben derzeit noch etwa 350.000 Menschen, die den sogenannten Nicht-Bürger-Paß haben. Sie sind ständige Einwohner des Landes mit Staatsbürgern weitgehend gleichgestellten Möglichkeiten, die jedoch kein Wahlrecht haben, dafür aber nach Rußland visumsfrei reisen. Auch dies ein Grund dafür, daß viele dieser Menschen die Einbürgerung nicht anstreben.&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/4443358526722795284-5622742363645757134?l=axelreetz.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://axelreetz.blogspot.com/feeds/5622742363645757134/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=4443358526722795284&amp;postID=5622742363645757134' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4443358526722795284/posts/default/5622742363645757134'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4443358526722795284/posts/default/5622742363645757134'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://axelreetz.blogspot.com/2011/08/lettisches-absurdum-einburgerung-zwecks.html' title='Lettisches Absurdum: Einbürgerung zwecks Auswanderung'/><author><name>Dr. Axel Reetz</name><uri>http://www.blogger.com/profile/08088353413536294515</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-4443358526722795284.post-6611106525996235273</id><published>2011-08-18T08:23:00.001+03:00</published><updated>2011-08-18T08:43:32.664+03:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Estland'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='deutsch'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Lettland'/><title type='text'>Dudajew und Bin Laden</title><content type='html'>&lt;div style="text-align: justify;"&gt;An den Tschetschenenführer Dudajew erinnert sich in Deutschland wohl eher selten jemand. Das ist im Baltikum ganz anders. Der später von den Regierungen der Russischen Föderation als Terrorist dargestellte Mann war in der Sowjetzeit Kommandant des Militärflughafens im estnischen Tartu. An diese Kommandantur erinnert am heutigen Barclay-Hotel eine Gedenktafel. Warum? Dudajew hatte während der singenden Revolution in Estland, an die das letzte Auslandsjournal des ZDFs erinnerte dazu beigetragen, daß die sowjetische Armee nicht eingriff.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Damit nicht genug! Die erste Regierung Mart Laar stürzte 1994, also nach der Unabhängigkeit, über eine Verschwörung mit den Tschetschenen. Die Esten hatten nämlich ihre bei der Nationalbank gelagerten Rubel nicht wie gefordert an Moskau zurückgegeben, sondern über Mittelsmänner nach Grosny transferiert, wo dieses Geld vermutlich für Waffen investiert wurde.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Logik hinter diesem Vorgehen? Dudajew hatte sich nicht gegen die Unabhängigkeit des Baltikums von der Sowjetunion gestellt und da wollten sich die Betroffenen in der Gegnerschaft der Tschetschenen gegen die Russische Föderation nicht lumpen lassen. Und die für Westeuropäer zunächst überraschende Unterstützung für das kaukasische Volk drückt sich auch in einer nach Dudajew benannten Straße im lettischen Riga aus. Die Straße heißt zwar Allee, ist aber eine eher kleine Straße weit abseits des Zentrums am Ende von Purvciems.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nunmehr gibt es neuerlich eine Diskussion über diesen Namen, den es erst seit einem guten Jahrzehnt gibt. Im Radio äußert sich eine russisch sprechende Anwohnerin gleichgültig, während ein Lette von seinem letzten Besuch in Moskau berichtet, wo man nicht fassen konnte, daß der Mann ernsthaft vorgab, in der Dudajew Allee zu wohnen. Da könne man ja gleich eine Straße nach Bin Laden benennen. Die Russin gibt jedoch zu, daß viele Nachbarn einen anderen Namen lieber sähen, während ein zweiter Lette den Namen unterstützt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der seit zwei Jahren amtierende russischstämmige Bürgermeister von Riga, Nil Uschkow, würde den Namen gerne ändern, doch  das läßt sich gegen den Rat für Denkmäler nur schwer durchsetzen.&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/4443358526722795284-6611106525996235273?l=axelreetz.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://axelreetz.blogspot.com/feeds/6611106525996235273/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=4443358526722795284&amp;postID=6611106525996235273' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4443358526722795284/posts/default/6611106525996235273'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4443358526722795284/posts/default/6611106525996235273'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://axelreetz.blogspot.com/2011/08/dudajew-und-bin-laden.html' title='Dudajew und Bin Laden'/><author><name>Dr. Axel Reetz</name><uri>http://www.blogger.com/profile/08088353413536294515</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-4443358526722795284.post-7427668270130196250</id><published>2011-08-17T08:42:00.000+03:00</published><updated>2011-08-18T08:43:14.845+03:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Estland'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='deutsch'/><title type='text'>Amokläufer nun auch für die Esten</title><content type='html'>&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Am 11. August überfiel ein Mann das estnische Verteidigungsministerium. Wie sich bald herausstellte, handelte es sich um den aus Armenien stammenden Karen Drambjan, der sich im Anschluß selbst richtete.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Mann war bereits in diesem Frühjahr den Behörden aufgefallen, als er im Streit mit einem Nachbarn ein auf sich registriertes Barett gegen die Wand gehalten hatte. Der russische Ombudsmann Sergej Sederenko erinnert sich, daß er das Einschußloch gesehen habe. Damals hatte aber niemand mehr auf diesen Vorfall gegeben. Der Ombudsmann, der den Schützen persönlich gekannt hat, erinnert sich an das Jahr 2007. Im Zusammenhang mit dem Konflikt um die Versetzung des Bronzesoldaten, was damals zu mehrtägigen Ausschreitungen geführt hatte, habe der Armenier gedroht, er werde notfalls auch bewaffnet auf den Tõnismägi ziehen, um den Aljoscha zu schützen, was viele gehört hätten. Sederenko fügt hinzu, daß Drambjan weder verrückt noch dumm gewesen sei, sondern einfach eine schwere Zeit gehabt habe. Jetzt hülfen den Mitarbeitern des Verteidigungsministeriums Psychologen, aber wo sei die Hilfe für Drambjan gewesen, als dieser sie genötigt habe, fragt er. Die Sicherheitsbehörden lögen, wenn sie nun behaupteten, der Schütze sei schon vorher in ihrem Fadenkreuz des Interesses gewesen. Ein Freund des Täter bestätigt gegenüber der Presse diese Informationen. Niemand habe geglaubt, daß Drambjan einen Angriff startet, dies sei aber die Reaktion eines emotionalen Menschen auf die ihm zugefügten Ungerechtigkeiten gewesen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Keine der beiden zitierten Personen erwähnt jedoch, was der Täter erlitten haben soll und durch wen, wieso das Ziel des Angriffs ausgerechnet das Verteidigungsministerium wurde. Es heißt nur, daß Drambjan zu viel freie Zeit gehabt habe, weil sein Anwaltsbüro wegen seiner fehlenden Estnisch-Kenntnisse weitgehend unbeschäftigt war und er dadurch auch noch seine Wohnung in Maardu bei Tallinn verlor, für welche er einen Kredit ausgenommen hatte. Sein Vater sei wohl Professor in Moskau gewesen und er selbst ein heißblütiger Armene mit osteuropäischen Lebensgewohnheiten, der nicht einmal um Hilfe gebeten habe, als er wegen mangelnder Einnahmen hungerte.&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/4443358526722795284-7427668270130196250?l=axelreetz.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://axelreetz.blogspot.com/feeds/7427668270130196250/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=4443358526722795284&amp;postID=7427668270130196250' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4443358526722795284/posts/default/7427668270130196250'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4443358526722795284/posts/default/7427668270130196250'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://axelreetz.blogspot.com/2011/08/amoklaufer-nun-auch-fur-die-esten.html' title='Amokläufer nun auch für die Esten'/><author><name>Dr. Axel Reetz</name><uri>http://www.blogger.com/profile/08088353413536294515</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-4443358526722795284.post-2629443517723273559</id><published>2011-07-21T10:30:00.000+03:00</published><updated>2011-07-21T10:31:07.182+03:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='deutsch'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Lettland'/><title type='text'>Glanz und Elend der vierten Gewalt in Lettland</title><content type='html'>&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Ein persönlicher Absatz sei vorweg erlaubt: Als der Autor dieser Zeilen begann, Lettisch zu lernen, stellte sich zügig ein gewisses Unverständnis ein, warum es so schwierig ist, eine Zeitung zu lesen. Erst später mit zunehmender Sprachkompetenz wurde erkennbar, daß die meisten Beiträge extrem unstrukturiert waren. Abgesehen von der Lauyout-Krankheit, fast jeden Artikel, wenn auch nur mit wenigen Zeilen, auf der ersten Seite beginnen zu lassen, um ihn dann auf einer der folgenden Seiten fortzusetzen – was eine optische Erkennung der Wichtigkeit des Themas sozusagen verunmöglicht – wurde bald verstanden, daß eben nicht im ersten Absatz auf die Fragen, „wer, wann, was?“ und schließlich auf wo und warum geantwortet wurde, die Struktur der Sätze glich eher einem Palaver beim Bier, was ebenfalls nicht ausschloß, daß ein und derselbe Satz bis zu drei Mal in ein und dem gleichen Artikel zu finden war.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Probleme hat seit vielen Jahren auch das lettische Fernsehen vor allem wegen des allgegenwärtigen Geldmangels. Ein großer Teil des dringend nach Renovierung rufenden Gebäudes auf der Insel Zaķusala (Hasenholm) in Riga ist aus diesem Grund vermietet. Es gibt keine Rundfunkgebühren, das Fernsehen ist staatsfinanziert mit allen Konsequenzen für Vorwürfe der Einflußnahme.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Situation beim lettischen Radio ist geradezu noch schlimmer. Während der Finanzkrise wurde wegen Finanzierungsproblemen ernsthaft seine Schließung diskutiert.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nun kam es beim lettischen Radio zu einem kleinen Eklat. Justizminister Aigars Štokenbergs war zum Interview geladen. Das Thema war der Kampf gegen die Schattenwirtschaft. Nachdem die fragende Journalistin nicht aufgeben wollte, den Minister danach zu fragen, wie er die wahren Nutznießer irgendwelcher Aktien der lettischen Luftfahrtgesellschaft Air Baltic etwa auf den Cayman Inseln ermitteln wollte, sagte dieser, das Gespräch mache keinen Sinn mehr und verließ das Studio.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Während des elfminütigen Interviews wird schnell klar, daß die fragende Journalistin nicht über die geringsten juristischen Kenntnisse verfügt, nicht in der Lage ist zu unterscheiden zwischen Ermittlungen in internationalen Kriminalfällen und der Verfolgung von Steuerhinterziehung oder auch zwischen deklarierten Einnahmen eines Unternehmens und den beim Unternehmensregister eingetragenen Eigentümern desselben.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Andererseits tat sich Štokenbergs auch selbst schwer, bestimmte Sachverhalte zu erklären. Zunächst einmal geht es um eine Novelle des Unternehmensgesetzes, daß künftig helfen soll, fiktive Überweisungen zwischen verschiedenen Parteien, hinter denen eigentlich keine geschäftliche Aktivität steht, aufzudecken und damit der Steuerhinterziehung auf die Spur zu kommen. Wenn Štokenbergs also im Interview nicht mehr sagt als „glauben Sie mir, wir haben unsere Mechanismen, diese fiktiven Verbindungen zu erkennen“, klingt das eher ausweichend. Wichtig wäre an dieser Stelle gewesen, die Mechanismen in möglichst einfachen Worten zu erklären, also, welche Geldbewegungen mit dem neuen Gesetz erkannt werden können, die dann wiederum Verdachtsmomente begründen, mit anderen Mechanismen weitere Untersuchungen einzuleiten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und dann begeht Štokenbergs noch einen Kardinalfehler: nachdem die Journalistin erneut wissen will, wie eine Novelle des Unternehmensgesetzes, das ja nun vorgesehen ist, Geldströme inländischer Akteure zu erkennen, es Lettland ermöglichen soll, in einem Offshore-Land nach den wahren Nutznießern zu fragen – ein Unterschied, den der Justizminister gerade erklärt hatte – zieht dieser als Beispiel ausgerechnet die erwähnte Air Baltic heran. Dieses Unternehmen und sein deutscher Chef Bertold Flick befinden sich seit Jahren regelmäßig mit verschiedenen Skandalen im Fokus der Aufmerksamkeit, nicht jedoch unter dem Verdacht der Förderung der Schattenwirtschaft.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Jetzt will die Radio-Reporterin plötzlich ganz generell wissen, wer die Nutznießenden der Dividenden der Air Baltic Aktien sind. Der Minister kann natürlich nur antworten, daß dies im Rahmen eines Kriminalprozesses möglich wäre. In diesem Moment beißt sich die Journalistin komplett an einer Verschwörungstheorie fest, Aktionäre dieser Gesellschaft müßten überführt werden. Während Štokenbergs ist schon längst wieder zu allgemeinen Antworten zurückgekehrt ist, spricht die Journalistin von „einem“ Unternehmen. Der Minister fragt, welches sie meint, und die beruft sich auf das vom Minister selbst genannte Beispiel: die Air Baltic.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Mit einem Wort: der Minister ist nicht in der Lage für nicht-Ökonomen und nicht-Juristen, den Sachverhalt in einfachen Worten zu erklären und die Journalistin ist mit dem Thema absolut überfordert.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Štokenbergs verläßt das Studio, als die Journalistin konkret fragt, wie die Schattenwirtschaft bekämpft werde, wenn geklärt sei, daß ein Staatsbürger der Niederlande die Aktien halte. Štokenbergs antwortet, wenn dieser im Gefängnis sitze. Daraufhin will die Journalistin aber wissen, wie der denn dahin komme ...&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/4443358526722795284-2629443517723273559?l=axelreetz.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://axelreetz.blogspot.com/feeds/2629443517723273559/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=4443358526722795284&amp;postID=2629443517723273559' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4443358526722795284/posts/default/2629443517723273559'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4443358526722795284/posts/default/2629443517723273559'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://axelreetz.blogspot.com/2011/07/glanz-und-elend-der-vierten-gewalt-in.html' title='Glanz und Elend der vierten Gewalt in Lettland'/><author><name>Dr. Axel Reetz</name><uri>http://www.blogger.com/profile/08088353413536294515</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-4443358526722795284.post-6768199301951417427</id><published>2011-07-21T09:33:00.000+03:00</published><updated>2011-07-21T09:34:21.007+03:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='deutsch'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Lettland'/><title type='text'>Vergangenheitsbewältigung auf Lettisch</title><content type='html'>&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Lettland geriet in Westeuropa und vor allem in Deutschland in den vergangenen zwei Jahrzehnten immer wieder in die Schlagzeilen wegen der alljährlichen Parade der Veteranen der Waffen-SS. Das Thema ist ein mit Fettnäpfchen übersätes heißes Eisen, auf das rein deutsch nur von der Schreckensherrschaft Hitlers ausgehend zu schauen, gewiß zu kurz greift.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Doch während des Krieges handelte es sich um Ereignisse unter Einfluß fremder Mächte. Daneben gibt es in Lettland auch ureigenst lettische historische Themen, die einer gesellschaftlichen Diskussion harren.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nach der Unabhängigkeit von der Sowjetunion wurde im Zentrum von Riga an der Kreuzung von Raiņa bulvāris und Valdemāra iela Präsident Kārlis Ulmanis ein Denkmal gesetzt. Diese historische Figur genießt im lande viel Ansehen, obwohl sie aus einem demokratischen Blickwinkel kritisch zu betrachten wäre.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Da sind zunächst einmal seine Taten, die jenen von Politikern in anderen europäischen Ländern gleichen. Der vormalige Ministerpräsident Ulmanis putschte sich 1934 an die Macht, löste das Parlament ersatzlos auf und verbot schließlich die Parteien. Das Land wurde durch ein obligatorisches System der Beteiligung mehr oder weniger gleichgeschaltet und mit Abrissen und Neubauten in der mittelalterlichen Altstadt von Riga viel historisch-hanseatisches zerstört.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Neben dieser Politik steht aber noch eine Formalie. Staatspräsident Alberts Kviesis war zum Zeitpunkt des Putsches gewählt bis 1936. Er blieb zurückhaltend und auch so lange im Amt. Danach proklamierte sich Ulmanis als Führer und Präsident, das heißt, formal auf dem Boden der Verfassung von 1922, die 1993 reaktiviert worden ist, war Kārlis Ulmanis nie Präsident der Republik Lettland.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Politologen der Stradiņš Universität in Riga, Veiko Spolītis und Andris Sprūds hatten schon vor Jahren einen Leserbrief an die wichtigste Tageszeitung des Landes, diena, geschrieben, und kritisiert, daß selbst in einem liberalen Blatt die Journalisten Ulmanis in ihren Artikeln als Präsident bezeichnen. Nun haben die beiden einen neuen Vorstoß unternommen und angeregt, das Porträt des „Diktators“ der 30er Jahre von der Ahnentafel in der Rigaer Burg, dem Amtssitz des Präsidenten, zu entfernen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Schritt ist mutig, denn Ulmanis ist im kollektiven Gedächtnis der Letten positiv verankert. Er beendete die zeit einer turbulenten Demokratie und unter seiner Regierung nahm die Wirtschaft einen Aufschwung, der für viele Letten mit Wohlstand verbunden war. Sogleich wandten sich die Leser der konservativen Lettlands Zeitung besorgt an die Redaktion und verlangten eine Erklärung. Journalisten dieses Blattes fragten daraufhin in der Universität der beiden Politologen nach, erhielten jedoch eher ausweichende Antworten. Wenn die beiden Wissenschaftler auch formal im Recht sind, so bleibt doch Kritik an Ulmanis unerwünscht. Rektor Jānis Vētra erklärte beispielsweise, wenn man die Porträts von Politikern aus der Galerie nehmen müsse wegen ihrer Neigung zur Selbstauszeichnung, dann gehöre auch jenes von Ministerpräsident Aigars Kalvītis wegen seines Verhaltens nicht mehr in die Staatskanzlei. Kalvītis war von 2004 bis 2007 Regierungschef während der in Lettland als fette Jahre bezeichneten Zeit nach dem Beitritt zur EU. Dekan Andrejs Vilks argumentiert, daß man nicht umsonst die Ära des genannten Politiker als die Ulmanis-Zeit bezeichne, die als licht und erfolgreich und das Selbstbewußtsein der Nation hebend im Gedächtnis geblieben sei.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ex-Präsidentin Vaira Vīķe-Freiberga hatte in ihrer Amtszeit Ulmanis als Politiker gewürdigt, der nicht im eigenen, sondern im Interesse des Staates unter widrigen außenpolitischen Umstände gewirkt habe. Zur Eröffnung der 9. Saeima 2006 jedoch sprach sie von Ulmanis als einem Mann, der den politischen Disput an sich negiert und die Legitimität und Würde des Parlamentes in den Dreck gezogen habe, und diese negative Einstellung gegenüber demokratischen Prozessen habe sich bis in die Sowjetzeit hineingezogen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es ist nicht zu vermuten, Daß Spolītis und Sprūds Erfolg haben werden. Vielleicht aber kommt der Tag einer kritischen Diskussion über die historische Figur Ulmanis, die hinerfragt, ob Ulmanis für die ihm zugeschriebenen positiven Aspekte überhaupt wirklich verantwortlich ist. Mehr hinter vorgehaltener Hand wird schon einmal zugegeben, daß Ulmanis sich 1940 kampflos der sowjetischen Okkupation unterworfen hat. Sein berühmter Satz lautete damals: „Sie bleiben an ihrem Platz, ich an meinem“. Im Gegenteil zu den Finnen, die im Winterkrieg 1940 nur Karelien, nicht aber ihre Unabhängigkeit verloren, konnten sich die baltischen Republiken nicht einigen, Ein wichtiger Konflikt war die Vilnius-Frage. Polen hatte die litauische Hauptstadt nach dem Ersten Weltkrieg besetzt, weshalb diese beiden Staaten zu keiner Einigung kamen, während Estland und Lettland Polen mit ins Boot hatten holen wollen.&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/4443358526722795284-6768199301951417427?l=axelreetz.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://axelreetz.blogspot.com/feeds/6768199301951417427/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=4443358526722795284&amp;postID=6768199301951417427' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4443358526722795284/posts/default/6768199301951417427'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4443358526722795284/posts/default/6768199301951417427'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://axelreetz.blogspot.com/2011/07/vergangenheitsbewaltigung-auf-lettisch.html' title='Vergangenheitsbewältigung auf Lettisch'/><author><name>Dr. Axel Reetz</name><uri>http://www.blogger.com/profile/08088353413536294515</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-4443358526722795284.post-3988157605425243822</id><published>2011-07-15T10:16:00.002+03:00</published><updated>2011-07-15T10:18:51.511+03:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Estland'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='deutsch'/><title type='text'>Und sie sind doch verschieden</title><content type='html'>&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Das estnische Parlament Riigikogu setzt sich seit den letzten Wahlen im März dieses Jahres aus historisch wenigen nur noch vier Fraktionen zusammen und könnte so als konsolidiert bezeichnet werden. Doch Spaltungstendenzen treten zunehmend zu Tage.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nachdem im letzten Jahrzehnt mit der Res Publica eine Saubermannpartei gegründet worden war für Enttäuschte der bisherigen Politik, deren Notwendigkeit von den einen angezweifelt wurde, während sich der angesehene Politologe  rein Taagepera sogar zum Gründungsvorsitzenden wählen ließ, übernahm die Partei die Regierung später mit wenig Erfolg. Es folgte die Vereinigung mit der konservativen Vaterlandsunion.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die alten „Seilschaften“ der Parteien existieren jedoch noch und viele ehemalige Vaterlandspolitiker sind enttäuscht, daß die Res Publica ihre Partei faktisch übernommen hätte, alle wichtigen Funktionen nicht von ehemaligen Vaterlandskollegen, der sogenannten Pullover-Fraktion, übernommen würden. Der ehemalige Regierungschef Mart Laar sei nur Verteidigungsminister. Die Unzufriedenen treffen sich wöchentlich als c`est la vie Gruppe und haben eine eigene Mailingliste.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der estnische Politolge Rein Toomla ist der Ansicht, daß auch der Wähler zu den nächsten Kommunalwahlen möglicherweise nicht nur vier aussichtsreiche Parteien sehen will und meint, daß eine Abspaltung der Pullover-Fraktion und eine neue Partei diesen politischen Kräften sogar einen Stimmenzuwachs bescheren könnte. Die Anhänger des Flügels selbst wollen die Regierungskoalition nicht gefährden, das, so heißt es, sei völlig überflüssig. Als Problem sehen sie dabei weniger, genug Personen zur Parteigründung zu motivieren, es mangele vielmehr an Geld, sechs Millionen Euro seien erforderlich.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Probleme gibt es aber auch in anderen Parteien. Das efant terrible der estnischen Politik, Edgar Savisaar, der seit einigen Jahren Bürgermeister von Tallinn ist, wird wohl demnächst auf dem Parteitag seiner Zentrumspartei zum Vorsitzenden wiedergewählt, doch nicht ohne Widerspruch auch in den eigenen Reihen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ein weiterer Stein des Anstoßes könnte eine mögliche Kandidatur des Europaabgeordneten Indrek Tarand für das Präsidentenamt werden, heißt es unter den alten Vaterlandspolitikern. Dessen Unterstützung könne man nicht nur deshalb ablehnen, weil er eventuell von der oppositionellen Zentrumspartei nominiert werde. Tarand hatte 2009 als Unabhängiger ein Mandat in Brüssel gewonnen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nichtsdestotrotz stellt sich angesichts der ideologischen Ausrichtung der estnischen Parteien weniger die Frage nach der „Nachfrage“ nach einer konservativen Partei als vielmehr jene, was nach Auszug der Pullover-Fraktion die verbliebene Partei sein soll. Und wie soll sich eine allfällige neue Partei nennen, wenn sie ihren historischen Parteinamen Vaterlandsunion in der Abkürzung IRL bei den früheren Partnern zurück läßt?&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/4443358526722795284-3988157605425243822?l=axelreetz.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://axelreetz.blogspot.com/feeds/3988157605425243822/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=4443358526722795284&amp;postID=3988157605425243822' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4443358526722795284/posts/default/3988157605425243822'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4443358526722795284/posts/default/3988157605425243822'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://axelreetz.blogspot.com/2011/07/und-sie-sind-doch-verschieden.html' title='Und sie sind doch verschieden'/><author><name>Dr. Axel Reetz</name><uri>http://www.blogger.com/profile/08088353413536294515</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-4443358526722795284.post-508895310725717053</id><published>2011-07-11T12:52:00.002+03:00</published><updated>2011-07-11T12:55:32.495+03:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='deutsch'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Lettland'/><title type='text'>Quo vadis Lettland?</title><content type='html'>&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Die lettische Politik ist seit der Unabhängigkeit 1991 nie stabil gewesen, die anfänglich gegründeten Parteien haben sich bis zur Unkenntlichkeit gewandelt und vermischt. Fast jeder hat schon einmal mit jedem, ausgenommen die verschiedenen russischen Fraktionen. Mit einem Wort, Politiker wie Wähler waren alles andere als beständig, was während zweier Jahrzehnte in einer ebenso unbeständigen und an kurzfristigen Zielen orientierten Politik niederschlägt, nimmt man den Beitritt zu NATO und EU aus. Die Überhitzung der Wirtschaft danach wurde auch ohne Finanzkrise nicht bekämpft.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Zweifelsfrei liegt die Ursache im fehlenden Verständnis des politischen Prozesses in der Bevölkerung, die nur zu gerne den Staat populären Personen anvertraut hat, um sich anschließend enttäuscht abzuwenden und der daraus resultierenden subjektiven Einschätzung der Politiker über ihre politischen Zukunft. Nicht selten waren dabei persönliche Animositäten wichtiger als Sachfragen, Personalentscheidungen schwierig und Ursache von Regierungsstürzen. 1999 wurde die später populäre Präsidentin Vaira Vīķe-Freiberga unterstützt von der konservativen Regierungsfraktion Für Vaterland und Freiheit zusammen mit der damals größten Oppositionskraft, der Volkspartei des beliebten Andris Šķēle, gegen welche sie sich an einer Minderheitsregierung unter der Führung von Lettlands Weg beteiligt hatte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nach den Wahlen 2010 gibt es nur noch fünf Fraktionen im Parlament – historisch wenig, doch Lettland hat nie wie das benachbarte Estland Listenkoalitionen verboten, weshalb nunmehr keine einzige dieser Fraktion aus nur einer Partei besteht. Der lettische Politologe Andris Runcis zählte vergangenen Herbst 18 Parteien. Die Koalition besteht nun erst mals nach der Wiedererlangten Unabhängigkeit nur aus zwei Fraktionen von denen eine zweifelsfrei unter dem Einfluß des als wichtigem Oligarchen geltenden Bürgermeisters der Hafenstadt Ventspils, Aivars Lembergs, steht. Lembergs gilt als Kandidat für das Amt des Regierungschefs ohne je zu kandidieren. Diese Union aus Grünen und Bauern hat dieses Jahr bereits in der Ombudsmann-Frage einem anderen Kandidaten zum Sieg verholfen, als ihn die Partei des Regierungschefs Valdis Dombrovskis, Einigkeit, favorisierte. Zugestanden haben sich die Parteien in beiden Nominierungen lange geziert, konkrete Namen zu nennen. Nunmehr ging es mit gleichem Ergebnis um die ungleich wichtigere Präsidentschaftswahl.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dabei überschlugen sich die Ereignisse in diesem Frühjahr. Pikant ist neben dem Umstand, daß Valdis Zatlers damit vom Parlament das Mißtrauen ausgesprochen wurde und eine zweite Amtszeit versagt blieb, daß der Präsident wenige Tage zuvor der Verfassung entsprechend die Parlamentsauflösung angeregt hatte, worüber nun im Hochsommer das Volk wird abstimmen können. Grund für diesen ebenfalls historischen Schritt war die Ablehnung des Parlamentes, dem als weiterer Oligarchen geltenden Ainārs Šlesers die Immunität zu entziehen, wie es die Staatsanwaltschaft gewünscht hatte. Der kleinere Koalitionspartner beeilte sich später zu erklären, man sei mit der Abstimmung überrumpelt worden und habe jetzt mehr Informationen, die auf jeden Fall für einen Entzug der Immunität sprächen und die Fraktion würde jetzt anders abstimmen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die lettische Politik wird immer undurchsichtiger, Prognosen für die vermutlich anstehende vorgezogene Neuwahl schwieriger. Das russische Harmoniezentrum kann eigentlich nur gewinnen, während von der Einigkeit viele Wähler auch enttäuscht sind. Wie viele sie dennoch als das kleinere Über betrachten werden, ist gegenwärtig völlig offen. On das Hin und Her der Union aus Grünen und Bauern das eigene Klientel überzeugt ebenso. Sicher ist, daß diese Partei vor allem auf dem land bevorzugt wird, wo wiederum die konservative Lettlands Zeitung die bevorzugte Lektüre ist. Diese steht einer Kooperation mit der russischen Partei alles andere als wohlwollend gegenüber. Nachdem nach der letzten Wahl die konservativen Teile der Einigkeit eine Koalition mit dem Harmoniezentrum blockiert hatten, scheint diese in zwanzig Jahren immer von der Macht ausgeschlossene Partei die Partnersuche zu erweitern. Bereits jetzt gäbe es theoretisch eine Mehrheit für das Harmoniezentrum mit der Union der Grünen und Bauern, die mit einer Stimme reichlich knapp ist. Die Fraktion des nun verschonten Šlesers hätte noch einmal acht Sitze.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Man mag Ministerpräsident Valdis Dombrovskis zugestehen, daß er wirklich Lettland erfolgreich durch die Krise steuern möchte, aber obwohl bei der Wahl im Oktober 2010 sehr viele neue Gesichter ins Parlament eingezogen und zwei der drei Oligarchen, Ainārs Šlesers und Andris Šķēle mit ihrer nun gemeinsamen Liste mit nur acht Abgeordneten abgestraft worden waren, nach wie vor genug alte Seilschaften im Parlament vertreten sind. Weder Šlesers noch Lembergs Verpflichtungen wurden je hinreichend untersucht. Eine Steuererklärung ist auch nach 20 Jahren nicht eingeführt und auch die Privatisierungsvoucher, welche in Estland von vornherein auf eine Gültigkeit von zwei Jahren beschränkt waren, ist diese in Lettland immer wieder verlängert worden und die von der Durchschnittbevölkerung lange verkauften Papiere sind inzwischen im Wert gestiegen und werden aller Wahrscheinlichkeit von Einzelpersonen gehalten, die auf die letzten Filetstücke der Privatisierung warten wie etwa den lettischen Wald.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Freilich, es wäre zu einfach, dies nur der politischen Elite vorwerfen zu wollen. Es ist nichts Neues, daß die genannten als Oligarchen geltenden Personen im Volk ihre Anhänger haben, was besonders für Aivars Lembergs gilt, den seine Partei als Kandidaten für den Regierungschef plakatiert ohne daß er jedoch auch nur für ein Mandat kandidieren würde. Insofern ist der Unmut in Lettland groß, die Zustimmung zu vorzeitigen Neuwahl wahrscheinlich. Doch gleichzeitig ist nicht zu erwarten, daß die Anhänger der verschiedenen politischen Kräfte sich so deutlich anders verhalten werden als vor einem Dreivierteljahr zumal auch völlig unklar ist, woher gegebenenfalls unverbrauchte Kandidaten kommen sollen – vom scheidenden Präsidenten einmal abgesehen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;War Valdis Zatlers von den Oligarchen 2007 aus dem Hut gezaubert worden, um einen Gegenpol zur politisch aktiven Vorgängerin zu werden, so hat sich dieser im Amt stark gewandelt. Der nun gewählte Andris Bērziņš, den die ausländischen Medien mit einem gleichnamigen früheren Ministerpräsidenten verwechselt haben, ist nicht unbedingt ein unbeschriebenes Blatt. Der 66jährige hat seine Karriere in der Sowjetzeit begonnen, leitete bis zum Verkauf an die schwedische SEB eine der größten Banken des Landes und gehört zum Dunstkreis von Lembergs, ist Abgeordneter der Union aus Grünen und Bauern. Wie er sich verhalten wird, bleibt abzuwarten. Abzuwarten bleibt ebenfalls, welche Kräfte in der regierenden Einigkeit, die vermutlich auch aus den kommenden Wahlen nicht deutlich geschwächt hervorgeht, wie stark werden und eine Koalition mit dem Harmoniezentrum möglich wäre. Neben allen tatsächlichen und geargwöhnten Kontakten dieser politischen Kraft mit Moskau ist sie nun mitverantwortlich für die Niederlage von Zatlers. Spannend dürfte folglich auch die Regierungsbildung werden, denn allein der Präsident nominiert einen Kandidaten für das Amt des Ministerpräsidenten. Der wird dann aber bereits Andris Bērziņš heißen und seine Wahl muß weder auf einen gewählten Abgeordneten fallen noch einen Vertreter der stärksten Fraktion oder auch nur des größten Partners einer allfälligen Koalition. Der neue Regierungschef könnte also auch Lembergs heißen.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/4443358526722795284-508895310725717053?l=axelreetz.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://axelreetz.blogspot.com/feeds/508895310725717053/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=4443358526722795284&amp;postID=508895310725717053' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4443358526722795284/posts/default/508895310725717053'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4443358526722795284/posts/default/508895310725717053'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://axelreetz.blogspot.com/2011/07/quo-vadis-lettland.html' title='Quo vadis Lettland?'/><author><name>Dr. Axel Reetz</name><uri>http://www.blogger.com/profile/08088353413536294515</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-4443358526722795284.post-7162923376106647633</id><published>2011-05-18T11:03:00.000+03:00</published><updated>2011-05-18T11:04:10.429+03:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Estland'/><title type='text'>Jugend in Narva</title><content type='html'>&lt;p align="justify"&gt;Auch wenn die Zeiten der illegalen Referenden über eine Autonomie von Ida-Virumaa, dem vorwiegend von Russen bewohnten Landkreis im Nordosten Estlands bald 20 Jahre her sind, ist das Thema der Russen immer noch eines, wenn auch nicht im täglichen Bewußtsein. Ida-Virumaa ist von Tallinn und Tartu aus weit weg – aus den Augen aus dem Sinn. Vor Ort ist es mit dem Estnischen nach wie vor schwierig – logisch: Warum sollten plötzlich russische Muttersprachler miteinander Estnisch sprechen. Estnisch ist nun nicht gerade eine einfache Sprache, vor Ort braucht man sie nicht und warum sollte man gerade eine so kleine Fremdsprache wie das Estnische lernen. In einer EU mit Freizügigkeit sind da andere viel interessanter.&lt;/p&gt;&lt;br /&gt;&lt;p align="justify"&gt;Aber das gilt nicht ausschließlich. Die Zeitung Postimees berichtete jüngst, daß sich russische Jugendliche in Narva, dem Zentrum Ida-Virumaas und immerhin drittgrößter Stadt Estlands mehr Möglichkeiten wünschen, das Estnische zu praktizieren. Das wurde auf einem Schülerforum diskutiert, in dem es unter anderem um den Übergang zu Estnisch als Unterrichtssprache im Kreenholm Gymnasium ging.&lt;/p&gt;&lt;br /&gt;&lt;p align="justify"&gt;Die Motivation der Schüler ist einfach, sie wollen in der Europäischen Union studieren und da gibt es eben keine Möglichkeit, die Ausbildung auf Russisch fortzusetzen, meinen die Schüler.&lt;/p&gt;&lt;br /&gt;&lt;p align="justify"&gt;Letzteres stimmt nur bedingt. In Riga gibt es mit der Internationalen Baltischen Akademie eine Hochschule mit russischer Unterrichtssprache, und das in Sillamäe / Ida-Virumaa ansässige College für Ökologie und Technologie hat sich schon vor Jahren in ein Institut für Management verwandelt mit Filialen in anderen estnischen Städten, darunter selbstverständlich auch Narva und sogar Tallinn. Fragwürdig ist an diesen Institutionen natürlich die Qualität der Ausbildung.&lt;/p&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/4443358526722795284-7162923376106647633?l=axelreetz.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://axelreetz.blogspot.com/feeds/7162923376106647633/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=4443358526722795284&amp;postID=7162923376106647633' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4443358526722795284/posts/default/7162923376106647633'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4443358526722795284/posts/default/7162923376106647633'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://axelreetz.blogspot.com/2011/05/jugend-in-narva.html' title='Jugend in Narva'/><author><name>Dr. Axel Reetz</name><uri>http://www.blogger.com/profile/08088353413536294515</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-4443358526722795284.post-6294997556957058452</id><published>2011-05-09T09:25:00.002+03:00</published><updated>2011-05-11T10:55:09.642+03:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Estland'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='deutsch'/><title type='text'>Ossi-Wessi-Konflikt auf Estnisch</title><content type='html'>&lt;div style="TEXT-ALIGN: justify"&gt;Von Ende 2006 bis Mitte 2007 überschnitten sich die Amtszeiten der Präsidenten der baltischen Republiken so, daß gleichzeitig Rückkehrer aus dem Exil diese Position in Estland, Lettland und Litauen besetzten, Menschen, welche die Zeit der Sowjetherrschaft nicht persönlich erlebt hatten. Valdas Adamkus war in Litauen so populär, daß er nach dem Intermezzo mit dem später durch ein Impeachment abgesetzten Rolandas Paksas erneut gewählt wurde. Vaira Vīķe-Freiberga in Lettland überzeugte die Letten als Kompromißkandidatin, während in Estland mit Toomas Hendrik Ilves ein Mann aus der aktiven Politik das Amt bekleidet – er war vorher bereits zwei Mal Außenminister gewesen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Über die Frage, was Osteuropa ist, gab es in der Politikwissenschaft in den 90er Jahren umfangreiche Diskussionen. Der Kompromiß lief in etwa darauf hinaus, sich auf diesen Begriff für die post-sozialistischen Staaten zu einigen. Estland jedoch mit seinem großen Bruder Finnland orientierte sich ganz im Gegenteil zu seinem südlichen Nachbarn Lettland schnell weg von einer Orientierung auf die schicksalhafte Vergangenheit hin zur Gestaltung einer neuen Zukunft. Ilves war es, der als Außenminister die Bezeichnung Estlands als osteuropäischen Staat zurückwies und erklärte, Estland sei ein nordischer Staat.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Vor den Sowjets waren viele Menschen aus dem Baltikum geflohen. Communities gibt es in Amerika, Australien, Schweden und Deutschland, um nur einige zu nennen. Einige der Flüchtlinge und auch einige Sprößlinge dieser Familien kehrten nach 1991 zurück. Für die örtliche Bevölkerung waren sie teilweisewillkommene Helfer, schnell aber wurde ähnlich wie im wiedervereinigten Deutschland klar, daß es Mentalitätsunterschiede gibt. In den 90er Jahren war der Vorwurf an die Exilanten aber auch andere Ausländer, sie verstünden überhaupt nichts, denn sie hätten ja nicht votr Ort gelebt, alltäglich.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die meisten politisch aktiven Rückkehrer verschwanden schnell wieder von der politischen Bühne, wobei darunter sicher auch einige schillernde bis zwielichtige Personen waren wie etwa der Ex-Militär Jüri Toomepuu in Estland mit seiner radikalnationalistischen Partei wie auch der Pseudo-Lette Joachim Siegerist mit seinem Bananen-Coup.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nun neigt sich die Amtszeit von Toomas Hendrik Ilves in Estland dem Ende zu und der Kolumnist Ahto Lohjakas meint, Ilves habe sich zunehmend von den Menschen im Lande entfernt und würde derzeit kaum eine Direktwahl gewinnen. Andrus Saar vom demoskopischen Institut Saar Poll pflichtet dem bei und sagt, Ilves habe seine Rolle als Präsident noch nicht gefunden, er wirke eher wie ein Gouverneur. Anstelle überzeugender Ideen, die er zielstrebig durchsetzen müßte, wechsele er häufig seine Positionen, mal näher am Volk mal ferner von ihm. Er halte Reden, welche die Angesprochenen nicht erreiche. Sein Urteil: den Präsidenten sähe man häufig, aber sichtbar sei er selten. Saar spricht von einer gläsernen Wand und wenig Empathie.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Da in Estland das Parlament den Präsidenten wählt und nicht das Volk, so Saar, ist von eienr Wiederwahl auszugehen, denn für die politische Elite gebe es keine Schwierigkeiten mit Ilves. Die estnische Verfassung sieht eine 3/5-Mehrheit für die Wahl des Präsidenten vor, was bislang seit der Unabhängigkeit nie geglückt ist, weshalb verfassungsgemäß ein Gremium aus Abgeordneten und Vertretern der kommunalen Parlamente zusammenkam. Nach den jüngsten Wahlen im März gibt es jedoch in Riigikogu nur noch vier Fraktionen. Die beiden Koalitionsfraktionen hatten Ilves auch früher unterstützt. Die oppositionellen Sozialdemokraten sind die politische Heimat des Präsidenten. Damit bleibt nur Savisaars Zentrumspartei, die gegen Ilves sein könnte. Gut möglich, daß das Parlament tatsächlich dieses Jahr erstmalig die Entscheidung direkt trifft. &lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/4443358526722795284-6294997556957058452?l=axelreetz.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://axelreetz.blogspot.com/feeds/6294997556957058452/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=4443358526722795284&amp;postID=6294997556957058452' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4443358526722795284/posts/default/6294997556957058452'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4443358526722795284/posts/default/6294997556957058452'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://axelreetz.blogspot.com/2011/05/ossi-wessi-konflikt-auf-estnisch.html' title='Ossi-Wessi-Konflikt auf Estnisch'/><author><name>Dr. Axel Reetz</name><uri>http://www.blogger.com/profile/08088353413536294515</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-4443358526722795284.post-3987988259890792815</id><published>2011-05-09T09:24:00.001+03:00</published><updated>2011-05-11T10:52:30.530+03:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Estland'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='deutsch'/><title type='text'>Intolerantes Estland?</title><content type='html'>&lt;div style="TEXT-ALIGN: justify"&gt;Daß die postsozialistische Staatenwelt gegenüber in jeder Form andersartigen Menschen nicht besonders tolerant sind, ist nichts Neues. Über die Homosexuellen-Paraden und die damit verbundenen Schwierigkeiten wurde viel berichtet. Menschen anderer Hautfarbe betreffend besteht das Problem bereits darin, daß es kaum solche Menschen gibt in den baltischen Ländern. Immer wieder gibt es einige Vorzeigeausnahmen, die der Landessprache mächtig irgendwie im Showgeschäft Fuß fassen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nun gibt es eine Studie der OECD, die Estland erneut diesen Vorwurf macht. Dies muß erstens vor dem Hintergrund gesehen werden, daß es auch in anderen Ländern heftige Integrations- und Leitkulturdebatten gibt und die sogenannten Zigeuner eigentlich in keinem europäischen Land willkommen sind. Zweitens wird dieser Bericht im Jahre eins der Mitgliedschaft Estlands im Club der entwickelten Staaten publiziert.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die OECD kommt nun zu dem Ergebnis, daß Estland unter den OECD-Staaten nicht nur mit Abstand die intoleranteste Gesellschaft sei, in der nur 26% der Befragten keine Probleme mit Fremden hätte, sondern sich diese Abneigung in den vergangenen Jahren noch verstärkt habe.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der estnische Menschrechtsexperte Karl Käsper weist darauf hin, daß statistisch deutlich erkennbar ein Zusammenhang zwischen Toleranz und Lebensstandard bestünde. Je toleranter eine Gesellschaft ist, desto besser seinen die Indexe. In Estland konstatiert er, daß dieses Problem von offizieller Seite ignoriert werde. Daß es im Gegenteil zu anderen europäischen Staaten keine xenophobische Partei gebe, erklärt er damit, daß hinreichend viele Politiker der etablierten Parteien nicht anders dächten und dies auch öffentlich zum Ausdruck brächten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ein von der Zeitung Postimees befragter 28jähriger Portugiese, der in Estland seit sieben Jahren lebe, kommentiert, die Esten seien nicht intolerant, sondern vorsichtig. In der Geschichte habe das Volk Unterdrückung, Okkupation und Ausnutzung erfahren und sei deshalb Fremden gegenüber aus historischer Erfahrung zurückhaltend. Er habe in seinen Jahren in Estland keine Diskriminierung oder Gewalt erfahren. Natürlich gebe es einzelne Ereignisse, die den Rückschluß zulassen, daß jemand etwas gegen eine andere Hautfarbe oder fremde Gewohnheiten gehabt habe. Solche Menschen aber gibt es nach Meinung des Portugiesen in jedem Land.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Karl Käsper weist darauf hin, daß die Flüchtlinge aus Estland während des Zweiten Weltkriegs auch irgendwo in der Fremde angekommen seien und dort trotzdem aufgenommen wurden. &lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/4443358526722795284-3987988259890792815?l=axelreetz.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://axelreetz.blogspot.com/feeds/3987988259890792815/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=4443358526722795284&amp;postID=3987988259890792815' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4443358526722795284/posts/default/3987988259890792815'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4443358526722795284/posts/default/3987988259890792815'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://axelreetz.blogspot.com/2011/05/intolerantes-estland.html' title='Intolerantes Estland?'/><author><name>Dr. Axel Reetz</name><uri>http://www.blogger.com/profile/08088353413536294515</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-4443358526722795284.post-1148779739680959568</id><published>2011-05-06T21:12:00.000+03:00</published><updated>2011-05-06T21:13:50.854+03:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='deutsch'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Lettland'/><title type='text'>Präsidenten-Quartett</title><content type='html'>&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Über die bevorstehende Präsidentschaftswahl in Lettland wurde an dieser Stelle bereits berichtet. Es gibt zahlreichen Unwägbarkeiten, und seit der letzten Erörterung dieses Themas hat sich der Nebel nur bedingt gelichtet.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Zunächst ist ja pikant, daß es eigentlich keine einfachere Lösung gäbe, als den Amtsinhaber nach Ablauf seiner ersten Amtszeit zu bestätigen. Valdis Zatlers hat im Volk in den vergangenen Jahren genug Popularität gewonnen und die regierende Koalition aus Einigkeit und der Union von Bauern und Grünen verfügen über die erforderliche Mehrheit. Folglich bestätigt schon die Diskussion dieser Frage, daß der Amtsinhaber nicht allen politischen Kräften genehm ist.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Einstweilen dringt nur wenig von den Diskussionen zwischen den politischen Kräften nach draußen; wer welche Argument und Interessen vertritt ist Gegenstand von Spekulationen. Sicher ist, daß Zatlers 2007 nicht der Kandidat der heute größten Regierungspartei war, sondern von anderen Kräften gerade wegen seiner politischen Unbedarftheit damals als Überraschung-Coup auf den Schild gehoben worden war. Im Rahmen der Finanzkrise änderte sich dann sehr schnell sehr viel, und man könnte behaupten, daß Zatlers an der Entfernung jener Elite von der Macht, die ihn ausgesucht hatte, nicht ganz unbeteiligt war.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Für die politischen Akteure gibt es nun zwei Probleme. Erstens destabilisieren Meinungsverschiedenheiten bei der Besetzung politischer Ämter politische Allianzen und zweitens ist das Amt des Präsidenten nicht ganz ohne Einfluß, wie Zatlers über vier Jahre bewiesen hat, indem er nicht tat, was vermutlich seine Proteges von ihm erwartet hatten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Somit ist einstweilen schwer zu beurteilen, welcher politischen Kraft was nutzen könnte, und die Politik ließ sich nicht aus der Reserve locken. Deshalb hatte Zatlers selbst eine ganze Weile abgewartet, ehe er seinen Hut in den Ring warf. Zatlers hätte freilich lieber den Vorschlag der regierenden Parteien erwartet. Doch die Politik hat es geschafft, ihre Zustimmung zu ihm so lange im Unklaren zu lassen, daß der amtierende Präsident auch nicht weiter zögern konnte, um den Abgeordneten nicht das Argument zu liefern, daß man sich über keine Kandidaten äußern könne, so lange die sich selbst dazu nicht geäußert hätten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Darin besteht das Problem, einen anderen Kandidaten zu finden, der sowohl in den Augen der Bevölkerung Zatlers Ansehen stechen könnte, den portierenden politischen Parteien auch genehm ist und, was eben nicht zuletzt zur Kandidatur bereit. Viele Schwergewichte wie der frühere Präsident des Verfassungsgerichtes, Aivars Endziņš, der auch 2007 kandidiert hatte, haben längst abgewunken.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Hinter den Kulissen scheint es also spannend zuzugehen. Die ebenfalls äußerst populäre Chefin des Rechnungshofes, Inguna Sudraba, die schon häufig für alle möglichen höchsten Ämter gehandelt worden war, meldete sich nun auch zurück. Sie sei zur Kandidatur bereit, aber unter der Bedingung einer eindeutigen Mehrheit für sie. Diese Bemerkung ist vor dem Hintergrund interessant, daß jüngst sogar aus der größten Regierungspartei Forderungen laut geworden waren, die Abgeordneten sollten Ämter zukünftig in offener Abstimmung besetzen. Da dieser Vorschlag nur auf wenig Zuspruch stieß und die Abstimmung geheim ist, dürfte Sudrabas Wunsch so irreal sein wie in der Vergangenheit ihre Bereitschaft, als Regierungschefin für den Fall zur Verfügung zu stehen, daß sie von einer völlig neuen politischen Kraft nominiert würde.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Somit ist der lettischen Politologin Ilga Kreituse zuzustimmen, daß vermutlich bis zum Wahltag neue Kandidaten auftauchen könnten. Kreituse, die selbst früher für eine gewendete Kommunistenfraktion im Parlament gesessen hatte, sogar dessen Präsidentin war und 1999 auch für das Amt in der Rigaer Burg angetreten war, hat freilich Insider-Kenntnisse, auch wenn ihre politische Heimat in der Bedeutungslosigkeit verschwunden ist. Kreituse sagte im lettischen Radio, die Präsidentschaftswahl sei ein sehr kompliziertes Spiel, weil manche Abgeordnete Kandidaten ihre Zustimmung versichern, dann aber doch ihr Versprechen nicht hielten. Dieses Spiel wird noch dadurch komplizierter, daß ab dem dritten Wahlgang der Kandidat mit dem jeweils schlechtesten Ergebnis aufgeben muß, während nach dem fünften Wahlgang wieder völlig neue Kandidaten ins Rennen geschickt werden dürfen. Dieses System wurde während einer Minderheitsregierung 1999 voll ausgeschöpft. Am Ende führte die Zusammenarbeit eines kleineren Koalitionspartners mit der größten, aber in Opposition befindlichen Partei zum Sturz des Kabinetts. In diesem Sinne ist in der Tat nicht ausgeschlossen, daß entgegen eindeutiger Mehrheitsverhältnisse – also ganz anders als 1999 – auch 2011 mehrere Wahlgänge erforderlich sein werden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Kreituse ist auch darin zuzustimmen, daß durch die zeitlich versetzen Parlaments- und Präsidentschaftswahlen  der Einfluß von Volkes Meinung minimiert wird. Um zum traditionellen Herbstwahltermin zu gelangen, war die erste Legislaturperiode nach der Unabhängigkeit auf nur gut zwei Jahre verkürzt worden. Der Präsident aber hat eine Amtszeit von vier Jahren. Darum findet nunmehr die Wahl des Präsidenten immer erst ein gutes halbes Jahr nach dem Urnengang statt, so daß diese politische Entscheidung im Gedächtnis der Wähler bei der folgenden Wahl nicht mehr so präsent ist, ja der Amtsinhaber auch Zeit hatte, die Herzen des Volkes zu gewinnen. Fände die Wahl des Staatsoberhaupt beispielsweise ein halbes Jahr vor der Parlamentswahl statt, müßten sich die Fraktionen für diese Entscheidung vor dem Wähler rechtfertigen.&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/4443358526722795284-1148779739680959568?l=axelreetz.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://axelreetz.blogspot.com/feeds/1148779739680959568/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=4443358526722795284&amp;postID=1148779739680959568' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4443358526722795284/posts/default/1148779739680959568'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4443358526722795284/posts/default/1148779739680959568'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://axelreetz.blogspot.com/2011/05/prasidenten-quartett.html' title='Präsidenten-Quartett'/><author><name>Dr. Axel Reetz</name><uri>http://www.blogger.com/profile/08088353413536294515</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-4443358526722795284.post-1477512478808196213</id><published>2011-04-25T09:26:00.001+03:00</published><updated>2011-04-25T09:26:57.714+03:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Estland'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='deutsch'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Lettland'/><title type='text'>Wer ist schneller, wer ehrlicher?</title><content type='html'>&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Die Letten sagen gerne über die Esten, die seien so langsam. In deutschen Reisführern kann man auch Anekdoten lesen, man solle sich nicht wundern, wenn ein Este, der mit einem den ganzen Tag kein Wort gewechselt habe, anschließend zum Abendessen einlade. Sicher ist so viel, daß die Esten neben diversen Mentalitätsunterschieden bei vielen Ähnlichkeiten schneller sprechen als die Letten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Gleich ist in beiden Ländern die Höchstgeschwindigkeit von 90km/h für PKW. Im estnischen Kreis Pärnu wurde vergangene Woche ein lettischer Staatsbürger mit 133km/h angehalten und versuchte das Problem durch Bestechung zu lösen. 100 Euro sollten fließen. Die Polizei habe jedoch nicht nachgegeben, sondern habe den Delinquenten an die zuständige Präfektur überwiesen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die estnischen Behörden kommentierten süffisant, daß die Philosophie, daß Geld alles regeln könne, vielleicht in anderen Ländern an der Tagsordnung sei, dies jedoch im Ausland ebenfalls eine Bestrafung nach sich ziehen könne.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Gewiß, viele berichten in Lettland gar davon, daß die Polizei ob der niedrigen Einkommen eine solche Lösung regelmäßig von sich aus anböte, wobei der Autor dieser Zeilen, wenn auch nur als Beifahrer, eher von Nachsichtigkeit der Verkehrspolizei berichten kann. Aber das ist natürlich eine genauso wenig repräsentative Beobachtung wie das berichtete staatstragende Beispiel der estnischen Kollegen. Daß eine solche Geschichte es in die Zeitung schafft, belegt eher, daß es sich um ein Thema als solches handelt. An und für sich sind Verstöße gegen die Straßenverkehrsordnung durch Bürger eines Nachbarlandes nicht per se eine Schlagzeile.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Postimees-Beitrag zu diesem Thema erwähnt nicht, wie hoch die offizielle Strafe gewesen wäre. Dem Autor dieser Zeilen scheinen 100 Euro etwas wenig für Probleme für den Verkehrssünder nicht nur materieller Art.&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/4443358526722795284-1477512478808196213?l=axelreetz.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://axelreetz.blogspot.com/feeds/1477512478808196213/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=4443358526722795284&amp;postID=1477512478808196213' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4443358526722795284/posts/default/1477512478808196213'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4443358526722795284/posts/default/1477512478808196213'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://axelreetz.blogspot.com/2011/04/wer-ist-schneller-wer-ehrlicher.html' title='Wer ist schneller, wer ehrlicher?'/><author><name>Dr. Axel Reetz</name><uri>http://www.blogger.com/profile/08088353413536294515</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-4443358526722795284.post-7622508583981513106</id><published>2011-04-08T22:27:00.001+03:00</published><updated>2011-04-13T08:51:18.868+03:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='deutsch'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Lettland'/><title type='text'>Lettland wie es singt und lacht</title><content type='html'>&lt;div style="TEXT-ALIGN: justify"&gt;&lt;span style="FONT-WEIGHT: bold"&gt;Teil 1&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;Ein Rentner aus Liepāja wurde kürzlich zur Zahlung eines Bußgeldes von 25 Lat verdonnert. Sein Vergehen: er hatte eine Blondine Blondine genannt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Was steht dahinter? Der Rentner namens Eiche wollte bei einem Bekannten in den Hof des Mehrfamilienhauses fahren, um einen Sack Briketts abzuliefern. Der Zugang wurde jedoch durch einen Jeep versperrt, dessen Fahrerein mit blonden Haaren selbst auf das Bitten des Betroffenen hin erst ihren Wagen nicht bewegte und sogar erklärte, der Hof sei schließlich privat. Erst nachdem der Rentner sein Vergehen begangen hatte, hatte die vermutlich tatsächlich blonde Dame ein Nachsehen – rief jedoch die Munizipalpolizei. Deren Wagen verfolgte den Delinquenten, konnte jedoch angeblich ob des Gegenverkehrs dessen Auto nicht überholen. So ermittelte man seine Adresse.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wie sich später herausstellte, handelte es sich bei der betroffenen Dame und die Lebensgefährtin des Verwaltungschefs der Munizipalpolizei, der auf Nachfrage sogleich angab, sich wegen Befangenheit aus dem Fall herausgehalten zu haben.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="FONT-WEIGHT: bold"&gt;Teil 2&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;Im Rigenser Esplanāde-Park gibt es derzeit eine Kirmes. Bürgermeister Nil Uschakow sagte, zeitweilige Vergnügungsparks seien in Großstädten etwas Normales, während Kulturministerin Sarmīte Ēlerte äußerte, die künftige Kulturhauptstadt Europas könne so etwas nicht erlauben. Was würde Reinis dazu sagen, titelt die Unabhängige, die als Zeitung des Oligarchen Lembergs gilt. Nun, Reinis ist der Goethe Lettlands, dessen Denkmal sich in besagtem Park befindet. Und tatsächlich befindet sich direkt vor seinem Antlitz die erste Attraktion, die ihm sozusagen die Sicht auf die anderen versperrt. Besucher und Organisatoren äußern ihr Unverständnis, da es sich nicht um eine dauerhafte Einrichtung handele, es zu Beginn des Frühlings das Grau der Stadt bunter mache und außerdem sowieso ein vergleichbares Objekt schon früher auf dem Livenplatz mitten in der Altstadt gestanden hatte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="FONT-WEIGHT: bold"&gt;Teil 3&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;Und damit zu den ernsten Themen. In Lettland zahlt man natürlich eine Umsatzsteuer, im Volksmund gerne Mehrwertsteuer genannt. Auch werden den Berufstätigen die Einkommenssteuern gleich vom Arbeitgeber abgezogen – auf dem Konto kommt also nur der Nettoverdienst an. Aber: Es gibt keine Steuererklärung in diesem Sinne, will sagen, der lettische Staat, das Finanzamt, weiß nicht, wem was im Lande im Detail gehört. Daß dies bereits vor 20 Jahren hätte erledigt werden müssen – als Kassensturz nach der Unabhängigkeit sozusagen – darüber sind sich eigentlich alle Kommentatoren einig. Dennoch ist es bislang nicht geschehen, sollte nun wieder einmal in Angriff genommen werden und ist neuerlich in der Gesetzgebungsmaschine stecken geblieben. Statt vom Sommer 2011 ist bereits vom 1. Januar 2012 die Rede. Experten gehen jedoch davon aus, daß der große graue Markt versuchen wird, nicht aus der Deckung zu kommen. Auch heißt es, daß es für die Menschen in Lettland charakteristisch sei, Angaben über ihre Einkünfte als Bedrohung zu betrachten. &lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/4443358526722795284-7622508583981513106?l=axelreetz.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://axelreetz.blogspot.com/feeds/7622508583981513106/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=4443358526722795284&amp;postID=7622508583981513106' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4443358526722795284/posts/default/7622508583981513106'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4443358526722795284/posts/default/7622508583981513106'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://axelreetz.blogspot.com/2011/04/lettland-wie-es-singt-und-lacht_08.html' title='Lettland wie es singt und lacht'/><author><name>Dr. Axel Reetz</name><uri>http://www.blogger.com/profile/08088353413536294515</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-4443358526722795284.post-231099928181203566</id><published>2011-04-08T11:14:00.000+03:00</published><updated>2011-04-08T11:15:45.232+03:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='deutsch'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Litauen'/><title type='text'>Die Freiheit des Wortes</title><content type='html'>&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Der Litauer Gintaras Visockas ist seit 20 Jahren Journalist und hat viel Erfahrung. Er war Korrespondent in Tschetschenien während des ersten Krieges. Nun hat er im eigenen Land ein großes Problem. Über den Präsidentschaftskandidaten der Wahl von 2009, den ehemaligen Sowjetgeneral und Kampfsportler Česlovas Jezerskas schrieb er, dieser sei wie alle Kampfsportler vom KGB kontrolliert worden. Keineswegs habe er behauptet, der Politiker habe für den KGB gearbeitet. Der Artikel brachte ihm nun eine Verleumdungsklage ein, die vom Gericht zu seinen Ungunsten entschieden wurde. Dieses sagte nämlich, der Leser habe den Text anders verstehen müssen. Die Geldstrafe für Visockas beträgt 10.000 Euro, doch so viel Geld kann der Journalist nicht aufbringen, so wird er wohl ersatzweise für 40 Tage ins Gefängnis müssen. Visockas sagt, für Journalisten sei das leben sowieso schwierig, es werde wenig verdient und Druck von allen Seiten sei hoch. Mit dem Urteil komme es jetzt aber noch schlimmer, es ginge nicht mehr nur darum, was jemand schreibt, sondern wie es ein Durchschnittsleser eventuell verstehen könnte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Journalistenverband ist ebenfalls desillusioniert. Die Justiz handele wie zur Sowjetzeit, in einem Fall werde streng geurteilt, im anderen geschehe nichts.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Visocskas sagt, er werde nun als erster Journalist in seinem Land nach dem Strafgesetzbuch verurteilt, was es in keinem demokratischen Land gebe. Er sei damit vorbestraft und könne beispielsweise faktisch nicht mehr als Politiker kandidieren, so er das eines Tages wolle.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/4443358526722795284-231099928181203566?l=axelreetz.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://axelreetz.blogspot.com/feeds/231099928181203566/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=4443358526722795284&amp;postID=231099928181203566' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4443358526722795284/posts/default/231099928181203566'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4443358526722795284/posts/default/231099928181203566'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://axelreetz.blogspot.com/2011/04/die-freiheit-des-wortes.html' title='Die Freiheit des Wortes'/><author><name>Dr. Axel Reetz</name><uri>http://www.blogger.com/profile/08088353413536294515</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-4443358526722795284.post-8942221004516723715</id><published>2011-03-21T09:26:00.002+02:00</published><updated>2011-03-22T00:00:05.302+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Estland'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='deutsch'/><title type='text'>Nun doch Wahlrechtsdiskussion in Estland</title><content type='html'>&lt;div style="TEXT-ALIGN: justify"&gt;Der amerikanisch-estnische Politologe Rein Taagepera hat schon früher das estnische Wahlsystem als Maschine zur Enttäuschung der Wähler bezeichnet. Auf seien Vorschlag ging bei den letzten Wahlen zum Obersten Sowjet 1990 die Anwendung des irischen Single Transferable Vote zurück.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Diskussionen über Wahlsysteme gab es seit dem Zweiten Weltkrieg viele. Und unter Wahlrechtexperten gilt das irische System als eines der gerechtesten der Welt. Es handelt sich eigentlich um eine Mehrheitswahl in vergleichsweise kleinen Wahlkreisen mit etwa fünf Mandaten, doch in Folge der komplizierten Verrechnung ist das Ergebnis ziemlich proportional. Das estnische Wahlsystem ist ein proportionales in größeren Wahlkreisen von knapp über zehn Mandaten. Doch die Schwierigkeit beruht darin, daß nur etwa ein Zehntel bis ein Fünftel der Mandate von Kandidaten direkt erworben werden, während die restlichen Sitze durch Kompensationsmandate besetzt werden. Ein sehr &lt;a href="http://www.wahlrecht.de/ausland/estland.html"&gt;kompliziert klingendes, aber in Wahrheit doch nicht so kompliziertes Verfahren der sogenannten Vorzugsstimme&lt;/a&gt;, das die Esten von Finnland übernommen haben. Ohne mathematisch in die Tiefe gehen zu wollen, könnte man es so formulieren: Jene Stimmen, die ein Kandidat für seinen Sitz zu viel bekommen hat, werden in Irland nach Wunsch des Wählers auf dem Wahlzettel weiterverteilt. In Estland aber gehen diese Stimmen als Kompensation an von den Parteien der erfolgreichen Kandidaten festgelegte Listen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;War in den vergangenen 20 Jahren dies keine große Diskussion wert in Estland, so gehen jetzt gleich mehrere Sozialwissenschaftler an die Öffentlichkeit: darunter natürlich Rein Taagepera, aber auch Juhan Kivirähk, Martin Mölder und der in England arbeitende Kollege Allan Sikk.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Alle sagen gleichermaßen, daß diese Kompensationsmandate abgeschafft werden sollten. Kivirähk ist der Ansicht, daß die Verteilung der überschüssigen Stimmen nicht auf nationaler Ebene, sondern gleich im Wahlkreis erfolgen sollte. Das aber würde nichts daran ändern, daß Politiker plötzlich ins Parlament gewählt würden, für die der Bürger nicht gestimmt hat, daß populäre Politiker wie eine Lokomotive für ihre Parteifreunde wirken.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Mölder geht bei der Diskussion noch etwas weiter und bezieht das Parteiensystem ein. Er weist auf die Fragezeichen eines Parlamentes hin, welches auf den ersten Blick den Eindruck einer konsolidierten Parteienlandschaft hinterläßt, in dem es Konservative, Liberale, Sozialdemokraten und ein Zentrum gibt. Deren Parteichef Edgar Savisaar gilt als Paria der estnischen Politik, wie auch in diesem Blog mehrfach berichtet wurde. Auf diese Weise, so Mölder, bleibt nur eine Koalitionsmöglichkeit übrig – das neo-liberale Bündnis aus der Reformpartei und der Vaterlandsunion.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Mölder läßt allerdings offen, wo er die direkte Verbindung zwischen Wahl- und Parteiensystem sieht. Sicher ist nur eins, Savisaar war immer der König der Direktstimmen, will sagen, das bestehende Wahlrecht begünstigt durch seine Popularität in der einen Hälfte der Bevölkerung die Zentrumspartei seit jeher. Mölder vergißt, daß rein biologisch eines Tages die Tage des Edgar Savisaar gezählt sein werden. Und was dann aus der Zentrumspartei wird, ist einstweilen völlig offen. Bereits 1995 hat sein Rücktritt nach dem Aufzeichnungsskandal zwar Andra Veidemann zur Abspaltung getrieben, aber wer erinnert sich heute noch an sie? Savisaar kehrte bald fulminant wieder und wurde nach dem Zusammenbruch von Res Publica von Andrus Ansip als Koalitionspartner benötigt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Mölder prognostiziert zu den nächsten Wahlen das Erscheinen neuer Parteien. Er glaube nicht an eine Rückkehr der Volksunion oder der Grünen, die im März den Wiedereinzug ins Parlament nicht geschafft hatten. Nachdem die Reformpartei selbst 1994 die letzte der genuin neuen Parteien (Allan Sikk) war, stellt sich die Frage, welches politische Spektrum in den Augen der Wähler in Estland nicht abgedeckt ist oder wo es eine glaubwürdigere politische Alternative geben könnte. Und wer sollte diese führen?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Sicher ist, daß das estnische Wahlsystem ähnlich dem deutschen dem Wähler wenig Möglichkeit gibt, die personelle Zusammensetzung der Fraktionen zu bestimmen, ganz im Gegensatz zu den &lt;a href="http://www.wahlrecht.de/ausland/lettland.html"&gt;lose gebundenen Listen im benachbarten Lettland&lt;/a&gt;. In Estland wiederum können wenigstens theoretisch Einzelkandidaten Erfolg haben, was Mölder seinerseits im Interesse einer nicht zu großen Zersplitterung des Parlaments eher als Ausnahme denn als Regel bezeichnet.&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/4443358526722795284-8942221004516723715?l=axelreetz.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://axelreetz.blogspot.com/feeds/8942221004516723715/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=4443358526722795284&amp;postID=8942221004516723715' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4443358526722795284/posts/default/8942221004516723715'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4443358526722795284/posts/default/8942221004516723715'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://axelreetz.blogspot.com/2011/03/nun-doch-wahlrechtsdiskussion-in.html' title='Nun doch Wahlrechtsdiskussion in Estland'/><author><name>Dr. Axel Reetz</name><uri>http://www.blogger.com/profile/08088353413536294515</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-4443358526722795284.post-1922135282130543579</id><published>2011-03-12T14:59:00.001+02:00</published><updated>2011-03-12T14:59:51.661+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Estland'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='deutsch'/><title type='text'>Zweifel an eletronischer Stimmabgabe</title><content type='html'>&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Der Tartuer Informatik-Student Paavo Pihelgas verlangt die Annulierung der elektronisch abgebenen Stimmen bei der Parlamentswahl vom 6. März. Er sagt, er habe sich zu interessieren begonnen, wie das System funktioniert, nachdem der Projektleiter Tarvi Martens öffentlich behauptet hatte, die elektronische Wahl sei sicherer als die auf dem Wahlzettel.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Welche Schwierigkeiten mit die Sicherheit der Daten im Netz verbunden sind, ist in vielen Fällen und verschiedenen Ländern umfangreich diskutiert worden. Und selbstverständlich läßt sich eine Wahl auch fälschen, wenn Zettel in einer Urne gezählt werden oder es gibt Schwierigkeiten mit dem Verständnis dessen, was der Wähler wählen wollte. Normalerweise müssen unklare Wahlzettel in den Kasten der ungültigen Stimmen fallen. Das ist bei einem Kreuzchen wie in Deutschland nicht so schwierig zu erkennen. In Lettland gibt es nicht nur einen Zettel, sondern für jede Partei einen eigenen, so daß jeder Wahlumschlag mit nur EINEM Wahlzettel klar und gültig ist – übrigens auch dann, wenn der Wähler irgendwelche unflätigen Bemerkungen darauf hinterläßt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In Estland aber trägt der Wähler die Nummer eines Kandidaten mit dem Kugelschreiber ein. Hier kommt also noch das Handschriftproblem hinzu. 4 oder auch 2 und 7 können manchmal ziemlich ähnlich aussehen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Pihelgas versuchte nun während der Probewahl die Software mit einem eigenen Programm zu stören, was Martens angeblich beim Einloggen bemerkt haben will. Der von dem Studenten programmierte Virus blockiert nach Aussagen des jungen Informatikers die Stimmabgabe für einen bestimmten Kandidaten, und wenn der Wahlvorgang im Netz abgeschlossen ist, erhält der fragliche Politiker die Stimme nicht. Der Wähler bemerkt dies nicht, weil der Virus eine nachgeahmte Seite auf dem Bildschirm anzeigt. Martens gibt zu, das schwächste Glied beim elektronischen Wählen sei der private Computer des Wählers. Die Wahlkommission habe schließlich keine Möglichkeit zu prüfen, ob mit dem Computer, von dem aus ein Wähler sich in das System einloggt, alles in Ordnung ist.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und so argumentierten auch einige weitere vom estnischen Fernsehen befragten Spezialisten, die darauf hinwiesen, daß eine solche Wahlmanipulation von der Verbreitung des Viruses abhänge. Der Behauptung, die Verbreitung eines Virus koste Zeit, mag man noch mit Skepsis begegnen, richtig aber ist sicher, daß jeder Wähler seine eigene Wahl trifft und jeder Rechner speziell durch eine Virus-Attacke angegriffen werden müsse.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Pihelgas schlägt vor, daß mit der Stimmabgabe eine Art Paßwort verschickt wird, welches vom Rechner der Wahlkommission an den Wähler zurückgeschickt wird, der dann prüfen kann, ob die Codes übereinstimmen. Martens entgegnet dem, daß damit auch wieder Schwierigkeiten verbunden seien und es sowieso niemals absolute Sicherheit gebe.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/4443358526722795284-1922135282130543579?l=axelreetz.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://axelreetz.blogspot.com/feeds/1922135282130543579/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=4443358526722795284&amp;postID=1922135282130543579' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4443358526722795284/posts/default/1922135282130543579'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4443358526722795284/posts/default/1922135282130543579'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://axelreetz.blogspot.com/2011/03/zweifel-eletronischer-stimmabgabe.html' title='Zweifel an eletronischer Stimmabgabe'/><author><name>Dr. Axel Reetz</name><uri>http://www.blogger.com/profile/08088353413536294515</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-4443358526722795284.post-2192065307965018096</id><published>2011-03-12T14:30:00.001+02:00</published><updated>2011-03-12T14:30:39.634+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='deutsch'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Lettland'/><title type='text'>Wer zieht ein in die Rigaer Burg?</title><content type='html'>&lt;div style="text-align: justify;"&gt;In den letzen Wochen und Monaten wurde die Frage nach der Besetzung des Präsidentenamtes wenig gestellt, weil eigentlich alle Beobachter von der Wiederwahl des Amtsinhabers ausgingen – auch aus der Politik war nichts Gegenteiliges zu hören. Dabei sei daran erinnert, daß in Lettland das Parlament den Präsidenten mit absoluter Mehrheit wählt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der vermutung einer Wiederwahl stand zunächst kein Argument entgegen. Daß Amtsinhaber Valdis Zatlers sich nach Anfangschwierigkeiten im Amt “gemacht” hat, wird allgemein anerkannt. Dabei gehört es zur Ironie der Geschichte, daß der 2007 plötzlich als Überraschung von der Regierungskoalition aus dem Hut gezauberte Orthopäde nach seiner politisch durchaus aktiven Vorgängerin von den Mächtigen wohl gerade als jemand favorisiert wurde, der sich eben nicht in den politischen Alltag einmischt. Doch kurz nach seiner Wahl im Frühjahr wurden die Auswirkungen der Finanzkrise im land spürbar, im Herbst demonstrierten die Menschen erstmals seit der Umbruchphase vor 20 Jahren in Massen und Regierungschef Kalvītis trat zurück. Seither ist der Präsident alles andere als zurückhaltend gewesen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und nun hat es den Anschein, als würde die Politik hinter den Kulissen doch eine andere Sprache sprechen. Kommt noch hinzu, daß die Regierungskoalition erst kürzlich bei der Neubestellung des Ombudsmannes keinen gemeinsamen Kandidaten auzustellen in der Lage war. Welche politische Kraft hat also welches Interesse und vor allem welche potentielle Kandidaten, die im Gegenteil zum genannten Job in die Rigaer Burg überhaupt einzuziehen bereit sind.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Auch Valdis Zatlers hat sich einstweilen bedeckt gehalten, wobei allgeimein davon ausgegangen wird, daß er wohl gerne wieder kandidieren würde. Das aber wird er sicher nur verkünden, wenn sein Sieg so gut wie sicher ist, denn wie sähe eine Niederlage bei der Wiederwahl in einer indirekten Wahl aus? Beobachter vermuten, daß sich nun die Parteien mit der Nominierung eines Kandidaten bis zum letzten Moment Zeit lassen werden. Da der Amtsinhaber dies schwerlich tun kann, sinken damit Zatlers Chancen deutlich. Erklärt er sich aus dem genannten Grund nicht rechtzeitig, wirkt es ebenso komisch, den Hut in den Ring zu werfen, WENN plötzlich jemand nominiert ist.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die größte Regierungspartei, die Einigkeit, plant unter Federführung der Parlamentspräsidentin Solvita Āboltiņa die Bildung einer Kommission, welche mögliche Kandidaten bewerten soll. Einstweilen sind aber sogar die Mitglieder dieser Kommission noch ihr Geheimnis. Genannt warden immer wieder Namen wie die Leiterin des Rechnungshofes, Inguna Sudraba, Europakommissar Andris Piebalgs oder auch der Europarichter Egils Levits. Aber Sudraba hat mehrfach den Gang in die Politik abgelehnt und bei Piebalgs und Levits stellte sich die Frage, ob sie bereits sind, sich in die Niederungen der lettischen Politik zu begeben. Einerseits ist das Präsidenteamt in Lettland repräsentativ gedacht, aber die Zwischenkriegsverfassung gibt dem Amt viel mehr Möglichkeiten, als in anderen parlamentarischen Republiken bekannt.&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/4443358526722795284-2192065307965018096?l=axelreetz.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://axelreetz.blogspot.com/feeds/2192065307965018096/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=4443358526722795284&amp;postID=2192065307965018096' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4443358526722795284/posts/default/2192065307965018096'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4443358526722795284/posts/default/2192065307965018096'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://axelreetz.blogspot.com/2011/03/wer-zieht-ein-in-die-rigaer-burg.html' title='Wer zieht ein in die Rigaer Burg?'/><author><name>Dr. Axel Reetz</name><uri>http://www.blogger.com/profile/08088353413536294515</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-4443358526722795284.post-115079678896797070</id><published>2011-03-12T13:50:00.000+02:00</published><updated>2011-03-18T08:00:56.327+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Hausmitteilung'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='deutsch'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Werkstatt'/><title type='text'>Hausmitteilung: Werkstatt</title><content type='html'>&lt;div align="justify"&gt;Ab sofort gibt es ein weiteres Label. Wie der Name “Werkstatt” bereits vermuten läßt, handelt es sich um Texte – einstweilen sind es nur zwei – die noch in der Bearbeitung sind. Das Ziel des Einblicks in die “Werkstatt” ist eine schöpferische Nutzung des Internets. Kommentare können auf weitere Literatur hinweisen und neue Denkansätze geben. Aus diesem Grunde ist die Moderationsfunktion für Kommentare einstweilen deaktiviert.&lt;/div&gt;&lt;div align="justify"&gt;Werkstatttexte tragen nicht das aktuelle Datum, damit sie nicht zuerst auf dem Bildschrim erscheinen.&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/4443358526722795284-115079678896797070?l=axelreetz.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://axelreetz.blogspot.com/feeds/115079678896797070/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=4443358526722795284&amp;postID=115079678896797070' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4443358526722795284/posts/default/115079678896797070'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4443358526722795284/posts/default/115079678896797070'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://axelreetz.blogspot.com/2009/04/hasumitteilung-werkstatt.html' title='Hausmitteilung: Werkstatt'/><author><name>Dr. Axel Reetz</name><uri>http://www.blogger.com/profile/08088353413536294515</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-4443358526722795284.post-5069931608161399441</id><published>2011-03-11T10:35:00.000+02:00</published><updated>2011-03-11T10:36:31.704+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Estland'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='deutsch'/><title type='text'>Eesti muutub Saksamaaks</title><content type='html'>&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Estland wird zu Deutschland, das war ein Witz, den ich vor über zehn Jahren mit einem estnischen Freund regelmäßig bemüht habe, wenn wir gemeinsam in Riga unterwegs waren und die Veränderungen Estlands und Lettlands miteinander verglichen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Daß in Estland alles besser sei, haben die Letten schon oft gehört, und die Deutschen lesen regelmäßig in der Presse von diesem erfolgreichsten der drei baltischen Länder: Wählen im Internet und so, alles ganz fortschrittlich. Das prägt das Bild eines Landes in Stabilität und Zufriedenheit. Gewiß, die Finanzkrise hat dem Image ein paar Kratzer verpaßt, aber immerhin konnte sich Estland sogar beim Rettungsschirm für Lettland beteiligen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nun hat Estland ein neues Parlament gewählt und das Ergebnis ist wirklich bemerkenswert vor dem Hintergrund, daß Estland trotz aller Anstrengungen einiger Kreise, von eben diesem Faktum ablenken, ein Transformationsland ist, in welchem vor 20 Jahren der Übergang von Diktatur zur Demokratie und von der Planwirtschaft zur Marktwirtschaft stattfand.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Typisch für die politischen Landschaften dieser Staaten war über zwei Jahrzehnte deren politische Unübersichtlichkeit. Da die künstlich nivellierten Gesellschaften einfach keine Ahnung hatten, was konservativ, liberal oder sozialdemokratisch ist und es die entsprechenden Milieus zur Bildung solcher Parteien auch gar nicht gab, orientierte sich das Volk mehr an Personen als Parteien, die sich zur Vermeidung dieses negativ belasteten Begriffes prosaische bis populistische Namen gaben oder einfach einen Spruch irgendwo ausliehen – Neue Zeit, Recht und Gerechtigkeit oder Für Vaterland und Freiheit wären solche Beispiele. Gerne erinnert man sich nach der Spaltung auch an das große und das kleine Bier in Polen (das ist kein Scherz!). Das Volk, an pateranalistische Strukturen gewöhnt, gab oftmals nur zu gerne die Verantwortung nach oben ab, weshalb politische Parteien von Politologen der mangelnden Mitglieder wegen gerne ebenso prosaisch Telefonzellen- oder Taxiparteien nannten – in Anspielung auf mögliche Versammlungsräume.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Typisch war für die Parlamente des post-sozialistischen Raumes eine kaleidoskopische Entwicklung, Spaltungen, Vereinigungen, Parteiwechsel und so weiter, so daß dem Beobachter leicht schwindelig werden konnte. Oft schafften Regierungen keine Legislaturperiode lang, sich an der Macht zu halten, geschweige denn Wahlen zu gewinnen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und jetzt kommen die Esten. Im neuen Parlament sitzen nur noch vier Fraktionen. Die bislang als Minderheitsregierung amtierende Koalition wurde trotz aller Härten der Wirtschaftskrise satt bestätigt. Ministerpräsident Andrus Ansip ist nunmehr seit bald sechs Jahren im Amt und hat bereits zwei Wahlen überstanden. So etwas ist zwischen Estland und Bulgarien in den osteuropäischen Staaten nach dem Fall des eisernen Vorhanges überhaupt noch nie vorgekommen.&lt;br /&gt;Die Reformpartei des Regierungschefs rechnet trotzdem mit Koalitionsverhandlungen, die sich etwa einen Monat hinziehen werden. Die Begründung für diese im Vergleich mit früheren Regierungen längere Zeit? 2007 habe niemand damit gerechnet, daß die Regierung die ganze Legislaturperiode durchhalten werde. Davon gehe man dieses Mal aber aus, weshalb die Verhandlungen aufmerksamer geführt werden müßten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Aber welche Stolpersteine gibt es für zwei Partner, die es nach der Wahl zügig für logisch erklärt haben, die Zusammenarbeit fortsetzen zu wollen? Die konservative IRL (Union aus der Vaterlandsunion und der früheren Saubermannpartei Res Publica) hat etwas mehr zulegen können, als die Reformpartei, bleibt aber trotzdem der kleinere Partner. Vor vier Jahren wäre der frühere, zweimalige Ministerpräsident Maart Laar, der fließend deutsch spricht, gerne Außenminister geworden. Das war schwierig, weil der Reformpartei-Politiker Urmas Paet das Amt besetzte und sich dort als Nachwuchspolitiker Ansehen erworben hatte. Es ist anzunehmen, daß so wie Laar damals auf jegliches Ministeramt verzichtete auch dieses Mal die Regierungsbildung durch solche Ambitionen nicht verhindert wird.&lt;br /&gt;Im vier Parteien umfassenden neuen Parlament gibt es auch irgendwie keine Alternative. Die Reformpartei könnte noch alternativ mit Savisaars Zentrumspartei koalieren, was aber aus inhaltlichen Gründen genauso wie eine Zusammenarbeit mit den erstarkten Sozialdemokraten unwahrscheinlich ist. Nach deren innerparteilichen Querelen im Herbst 2009 sind die 19 Sitze für den neuen Vorsitzenden Sven Mikser ein großer Erfolg, den sie wohl auch dem Zerfall der Volksunion zu verdanken haben. Diese Partei um frühere Kader der kommunistischen Partei war vor allem auf dem lande beliebt. Aber zusammen mit der Reformpartei käme dieses ungleiche Gespann auf 52 Mandate, nur eines mehr als die absolute Mehrheit – zu unsicher. Und dann könnten sich rein mathematisch noch drei Partner gegen die Reformpartei zusammenschließen, was aus inhaltlichen Gründen vielleicht sogar noch eher ginge als gegen die persönlichen Animositäten. Mit Edgar Savisaar wurde in den vergangenen 20 Jahren nur in zwei Ausnahmefällen koaliert.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Weil Savisaar das weiß, hat er jetzt für eine Regierungsbeteiligung seiner Partei angeboten, vom Amt des Parteivorsitzenden zurückzutreten. Das hatte er nach seinem Aufzeichnungsskandal 1995 schon einmal gemacht, um später fulminant zurückzukehren.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In Estland, so sieht es aus, bleibt die nächsten vier Jahre alles beim Alten. Offen ist wohl einzig die Frage, was aus der sich in der Opposition gerne sozialdemokratisch gebenden Zentrumspartei, die in der Vergangenheit vor allem russische Wähler ansprach und ins Parteiensystem ohne ethnische Partei integrierte, in Zukunft wird, wenn Savisaar einst schon aus Altersgründen nicht mehr da sein wird.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/4443358526722795284-5069931608161399441?l=axelreetz.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://axelreetz.blogspot.com/feeds/5069931608161399441/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=4443358526722795284&amp;postID=5069931608161399441' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4443358526722795284/posts/default/5069931608161399441'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4443358526722795284/posts/default/5069931608161399441'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://axelreetz.blogspot.com/2011/03/eesti-muutub-saksamaaks.html' title='Eesti muutub Saksamaaks'/><author><name>Dr. Axel Reetz</name><uri>http://www.blogger.com/profile/08088353413536294515</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-4443358526722795284.post-5933748057248556156</id><published>2011-03-11T09:52:00.000+02:00</published><updated>2011-03-11T09:53:18.007+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Estland'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='deutsch'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Lettland'/><title type='text'>Die ganz andere politische Bedeutung des ÖP(N)V</title><content type='html'>&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Die baltischen Staaten sind dünn besiedelt und kommen auf eine Bevölkerungsdichte von ungefähr 35 Einwohnern pro Quadratkilometer. Gewiß, die meisten Menschen leben in den Städten, aber gerade in Estland und Lettland mit den historischen Einzelgehöften leben manche Menschen so abgelegen, daß es bis zu ihnen von der Landstraße noch mehrere Kilometer zu Fuß sind. Wer kein Auto hat, ist darauf angewiesen, daß auf dieser kilometerweit entfernten Straße ab und zu einmal etwas fährt, daß einen zum nächsten Geschäft, Post oder Arzt, einfach in ein Dorf oder eine kleine Stadt bringt – aber nicht nur das, natürlich auch zum nächsten Wahllokal.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wenn also die Wahlbeteiligung niedrig ist, dann stellt sich nicht nur die sozialwissenschaftliche Frage, ob die Leute von der Politik enttäuscht sind, und sich für kein „kleinstes Übel“ entscheiden können, es stellt sich auch die Frage, wer an einer Wahlbeteiligung physisch gehindert ist.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Mit dem öffentlichen Verkehr gibt es gleich zwei Probleme. Nachdem zur sowjetischen Zeit die Energieversorgung kein Thema war und die teilweise abenteuerlich anmutenden Gefährte so gut wie nichts kosteten, haben sich zwei einander gegenseitig bedingende und verstärkende Schwierigkeiten eingestellt. Da die Menschen das Geld für die Fahrkarte nicht haben und die Busse halb leer fahren, steigen die Preise der Fahrkarten und gibt es weniger Busse.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Situation wird durch zwei Aspekte verschärft. Da die Busse extrem selten fahren und eben auch nicht unbedingt dann, wenn das Angebot nachgefragt wird, sehen sich viele Menschen gezwungen, private Vereinbarungen zu treffen. Auf diese Weise entstehen illegale Geschäfte. Jemand hat ein Auto und bringt andere zum gewünschten Zeitpunkt irgendwo hin und nimmt dafür natürlich einen kleinen Obolus. Auf der anderen Seite verdienen auch die Busfahrer so wenig, daß sie schon einmal gerne das Geld kassieren, aber dem Fahrgast keinen Fahrschein aushändigen. Statistisch gesehen ist dann dieser Fahrgast nicht gefahren und der Fahrer steckt das Geld anstatt in die Kasse in die Tasche.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/4443358526722795284-5933748057248556156?l=axelreetz.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://axelreetz.blogspot.com/feeds/5933748057248556156/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=4443358526722795284&amp;postID=5933748057248556156' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4443358526722795284/posts/default/5933748057248556156'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4443358526722795284/posts/default/5933748057248556156'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://axelreetz.blogspot.com/2011/03/die-ganz-andere-politische-bedeutung.html' title='Die ganz andere politische Bedeutung des ÖP(N)V'/><author><name>Dr. Axel Reetz</name><uri>http://www.blogger.com/profile/08088353413536294515</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-4443358526722795284.post-8760872453116299344</id><published>2011-03-11T09:26:00.001+02:00</published><updated>2011-03-11T09:26:28.030+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Estland'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='deutsch'/><title type='text'>Lauristin nach Savisaars Vorbild?</title><content type='html'>&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Die politische Aktivistin aus den Zeiten der Volksfront, Marju Lauristin, erklärte ihren Verzicht auf das gewonnene Parlamentsmandat. Sie sei in der Wissenschaft nützlicher.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die 1940 geborene Marju Lauristin ist emeritierte Professorin der Universität Tartu. Dort hat sie im sozialwissenschaftlichen Bereich gelehrt und publiziert. Sie war Mitbegründerin der Volksfront und der Sozialdemokraten und für diese im ersten Kabinett von Mart Laar Sozialministerin.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Daß Lauristin nun lieber an wissenschaftlichen Konferenzen teilnimmt als an Plenarsitzungen, mag man ihr aus Altergründen verzeihen. Ihre Argumentation hingegen ist fade. Sie habe eigentlich überhaupt nur kandidiert, damit mit ihrem Namen die Partei möglichst gut abschneide. Eine solche Irritierung der Wähler ist sonst beim Tallinner Bürgermeister und früheren Volksfront-Premier Edgar Savisaar üblich gewesen, der zwei Jahrzehnte eigentlich immer überall kandidiert hat, im estnischen Wahlsystem sehr viele Personenstimmen „abgefischt“ hat, um sich dann aus seinen Wahlsiegen das höchste Amt herauszupicken. Im Tallinner Stadtrat regiert seine Zentrumspartei mit absoluter Mehrheit, während auf nationaler Ebene trotz ansehnlicher Erfolge die anderen Parteien immer eine Anti.Koalition gegen ihn gebildet haben.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/4443358526722795284-8760872453116299344?l=axelreetz.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://axelreetz.blogspot.com/feeds/8760872453116299344/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=4443358526722795284&amp;postID=8760872453116299344' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4443358526722795284/posts/default/8760872453116299344'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4443358526722795284/posts/default/8760872453116299344'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://axelreetz.blogspot.com/2011/03/lauristin-nach-savisaars-vorbild.html' title='Lauristin nach Savisaars Vorbild?'/><author><name>Dr. Axel Reetz</name><uri>http://www.blogger.com/profile/08088353413536294515</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-4443358526722795284.post-5344061102291064159</id><published>2011-03-06T21:07:00.000+02:00</published><updated>2011-03-06T21:08:09.451+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='deutsch'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Lettland'/><title type='text'>Wer hat Angst vor Sarrazin?</title><content type='html'>&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Wieviel Euro waren es noch, die nach Sarrazin für eine tägliche gute Ernährung reichen sollten? Naja, das galt ja nur für Deutschland.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Lettland hat im Rahmen der Finanz- und Wirtschaftskrise und der damit verbundenen steigenden Arbeitslosigkeit das sogenannte „simtlatnieku“-Programm aufgelegt. Menschen arbeiten also für 100 Lat im Monat, was umgerechnet etwa 150 Euro sind. Und das klingt nicht nur nach wenig Geld, das ist es auch in Lettland. Und im Gegensatz zu den 1-Euro-Jobs in Deutschland, wo die Menschen nebenbei anderweitig „versorgt“ werden, heißt das bei 100 Lat eben auch 100 Lat. An diesem Programm nehmen nach Angaben der lettischen Presse derzeit 80.000 Menschen teil.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dies steht vor dem Hintergrund, daß jüngst erneut in Lettland durch die Presse ging, welche Mitarbeiter der Regierung eine Gehaltserhöhung erhalten. Unter anderem auch im Verteidigungsministerium, das von dem im dänischen Århus promovierten Politologen Artis Pabriks geführt wird. Und diesem rutschte nun in einer Pressekonferenz heraus, daß für 100 Lat nur Trottel arbeiteten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Autor dieser Zeilen kennt Pabriks lange genug persönlich, um beurteilen zu können, daß eine Beleidigung von Menschen in sozialen Nöten sicher nicht das Anliegen des Ministers war – im Vergleich zu Sarrazin?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dennoch, die unbedachte Äußerung hat Folgen. Elīna Kolāte, eine einfach Dame aus dem Volk verlangt nun gerichtlich eine moralische Entschädigung – von exakt 100 Lat. Sie begründet ihre Eingabe auch damit, daß sie die 100 Lat nicht einmal verdiene, aber trotzdem keine Idiotin sei. Frau Kolāte wünscht, daß sich Pabriks bei ihr persönlich entschuldigen möge.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Artis Pabriks entschuldigte sich bereits öffentlich und erklärte, es handele sich um ein Mißverständnis. Er habe eigentlich sagen wollen, daß es extrem schwierig sei, Menschen für konkrete verantwortungsvolle Aufgaben zu finden, die bereit sind, für sehr wenig Geld zu arbeiten. Wer im Privatsektor oder öffentlichen Dienst ordentlich arbeite, habe auch eine ordentliche Bezahlung verdient. Pabriks erklärte überdies, er sei wütend über sich selbst, denn es sei erforderlich, immer Herr seiner Sinne und seiner Äußerungen zu sein.&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/4443358526722795284-5344061102291064159?l=axelreetz.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://axelreetz.blogspot.com/feeds/5344061102291064159/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=4443358526722795284&amp;postID=5344061102291064159' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4443358526722795284/posts/default/5344061102291064159'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4443358526722795284/posts/default/5344061102291064159'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://axelreetz.blogspot.com/2011/03/wer-hat-angst-vor-sarrazin.html' title='Wer hat Angst vor Sarrazin?'/><author><name>Dr. Axel Reetz</name><uri>http://www.blogger.com/profile/08088353413536294515</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-4443358526722795284.post-8685872560460601856</id><published>2011-03-05T17:31:00.003+02:00</published><updated>2011-03-05T17:32:20.659+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='deutsch'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Deutschland'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Werkstatt'/><title type='text'>Einige Gedanken zu Karl-Theodor, aber eigentlich über das Wahlvolk</title><content type='html'>&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Nein, eigentlich bedarf es gewiß keines weiteren Kommentars zu wiederholen, was Karl-Theodor zu Guttenberg getan hat und wie darauf die politische Klasse und die Bevölkerung reagierten. Diebstahl, Täuschung, Falschaussage und Beurkundung falscher Tatsachen, alles schon gesagt. Daß man einen Doktortitel weder ruhen noch selbst ablegen kann, lassen wir einmal dahingestellt. Das halte ich in diesem Fall tatsächlich für eine Fußnote.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wenig allerdings wurde darüber gesagt, wenigstens in den von mir konsumierten Medien, daß zu Guttenberg anfangs im Brustton der Überzeugung copy-paste grundsätzlich weit von sich wies. Aber welcher auch anderweitig viel beschäftigte Doktorand ist so dumm, sich gleich in der Einleitung mit fremden Federn zu schmücken. Das dünkt mich bei einer so eloquenten Person, welcher ich den Intellekt zur Erstellung einer tatsächlich selbst verfaßten Dissertation nicht abspreche, daß er möglicherweise selbst überrascht war. Unterstrichen wird meine Überraschung noch durch das Ausmaß der kopierten Textstellen. Das kann eigentlich auch bei einem neben dem Schreibtisch im Kinderbett schreien Kleinkind nicht passieren. Nur vereinzelt wurde die Frage aufgeworfen, ob zu Guttenberg den Text überhaupt selbst verfaßt hat.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ins Gerede gekommen ist auch, daß Betreuer und Prüfungskommission nichts bemerkt haben wollen. Freilich: welcher Betreuer liest den Text seiner Doktoranden bis zum letzten Satz komplett? Und die Suche nach Plagiaten ist ohne die Hilfe von zumal nicht perfekter Software mit viel Aufwand verbunden. Zeitungsartikel könnte man vielleicht noch mit Hilfe einer elektronischen Variante des Manuskriptes selbst mit der Methode copy-paste und dem Instrument Google aufzuspüren versuchen. Das ist meine Praxis. Aber hier mag man noch der Vermutung anhängen, daß an der Universität dem adeligen Sprößling das Kopieren niemand zugetraut hat. Sollte die Arbeit jedoch tatsächlich so viele Stilbrüche haben, wie dies in der Presse kolportiert wird – ich habe die Dissertation selbst nicht in den Händen gehalten – hätte dies mindestens dem Betreuer auch bei auszugsweiser Lektüre auffallen müssen, und das spricht dafür, daß er die Arbeit nicht wirklich gelesen hat.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Doch ungeachtet dessen scheint das Plagiat ein Faktum zu sein, und welche rechtlichen Folgen dies für den angeblichen Autor haben wird, mag dahingestellt sein.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Aus politologischer Sicht ist der politische Aspekt dieser Affäre interessanter. In der Bevölkerung, in den Medien und vielfach auch in der Politikwissenschaft werden meistens die Politiker gescholten, nur selten die Bürger. Man kann viel über die Werte des deutschen Bürgertums, des Adels und der politischen Klasse lamentieren. Letztendlich vertrete ich die Ansicht, daß die weiße Weste eines Politikers nicht immer so wichtig ist, wie eine gute Arbeit. Ein durch und durch ehrlicher Mensch kann für sein Land mitunter weniger tun.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Aber wie steht es mit den politik- oder auch politikerverdrossenen Bürgern? Ich meine gar nicht, daß viele bereit sind, zu Guttenberg das Fehlen zu verzeihen und sicher viele auch den Unterschied zwischen Abschreiben bei einer Klassenarbeit und dem Plagiattieren einer Dissertation nicht verstanden haben. Schwamm drüber. Wenn aber die Sekretärin von zu Guttenbergs Abgeordnetenbüro in Berlin im Deutschlandfunk freimütig von einer promovierten Anruferin berichtet, die unter Tränen gesagt habe, „wir haben doch alle geschummelt“, dann werde ich hellhörig. Eine lange Reihe junger Wissenschaftler hatte der Kanzlerin ihren Protest unterbreitet. Wieso meint die Anruferin, von „den Doktoranden“ sprechen zu dürfen, wenn sie in Wahrheit nur von sich und vielleicht noch ihrer Clique spricht?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und das leitet über zum Gedanken, was eigentlich die Leute alle so toll an zu Guttenberg finden, daß alle die, die sonst gegen die Politiker mit der moralischen Keule lamentieren, plötzlich nichts dagegen haben, von einem Dieb und Lügner regiert zu werden? Die Nachmittags-Talkshows sind voll von Gebrüll, wo wer wann im privaten Bereich es mit der Wahrheit nicht ganz so genau genommen hat und damit Beziehungen und Familienbande in Gefahr bringt. Wieso gilt eine vergleichbare Anforderung plötzlich für zu Guttenberg nicht?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Hat zu Guttenberg neben seinen Verfehlungen etwas für diese Zuneigung geleistet? Er hat sich gegen die staatliche Rettung von Opel eingesetzt, später in bezug auf Afghanistan von Krieg gesprochen und die Aussetzung der Wehrpflicht verantwortet. Seine jüngsten Pläne zur Bundeswehrreform wurden jedoch sogar im Kanzleramt gerügt. Aufgefallen ist zu Guttenberg hingegen mit seinem Besuch samt Gattin und Talkshow bei den Soldaten. Bei denen kam das Medienberichten zu Folge gut an, in intellektuellen Kreisen jedoch weniger.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und hierin liegt der nächste interessante Aspekt. Ein intelligenter Mann aus gutem Hause, der im Gegenteil zur Floskelsprache à la Merkel wie, „ich bin der festen Überzeugung“, so eloquent ist, daß er wie gedruckt ins Mikrophon zu formulieren in der Lage ist. Trotzdem ist er in seiner kurzen Amtszeit in zwei Ministerien keineswegs durch das Nutzen dieser Fähigkeit aufgefallen. Während auch der private Teil seines Lebens regelmäßig Thema der Bild-Zeitung war, erinnere ich mich nicht, ihn auch nur je in einer der vielen Polit-Talkshows gesehen zu haben, deren Langeweile oftmals auch daher rührt, daß Gäste wie Wolfgang Bosbach oder Gregor Gysi häufig zu ähnlichen Fragen über mehrere Tage hinweg in verschiedenen Kanälen auftauchen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Zu Guttenberg ist dank seiner plötzlichen Karriere in Folge des CSU-Desaster in Bayern und des plötzlichen Rücktritts von Michael Glos in der Politikerriege ungewöhnlich jung. Junge Menschen sind meist attraktiver als ältere, zu Guttenberg gelt sich das Haar und mag Heavy Metal Musik. Sind das jetzt die Kriterien, die in den Augen des Volkes einen guten Politiker ausmachen? Der sowieso immer verhältnismäßig beliebte Frank-Walter Steinmeier stiegt in der Gunst der Bevölkerung, nachdem er seiner Frau eine Niere gespendet hatte.&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/4443358526722795284-8685872560460601856?l=axelreetz.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://axelreetz.blogspot.com/feeds/8685872560460601856/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=4443358526722795284&amp;postID=8685872560460601856' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4443358526722795284/posts/default/8685872560460601856'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4443358526722795284/posts/default/8685872560460601856'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://axelreetz.blogspot.com/2011/03/einige-gedanken-zu-karl-theodor-aber.html' title='Einige Gedanken zu Karl-Theodor, aber eigentlich über das Wahlvolk'/><author><name>Dr. Axel Reetz</name><uri>http://www.blogger.com/profile/08088353413536294515</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-4443358526722795284.post-1731461714726263629</id><published>2011-03-03T11:32:00.002+02:00</published><updated>2011-03-03T20:56:44.143+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='deutsch'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Lettland'/><title type='text'>Angst vor dem Ombudsmann</title><content type='html'>&lt;div style="TEXT-ALIGN: justify"&gt;In Lettland gibt es die Institution des Ombudsmannes noch nicht lange, nach vielen innenpolitischen Konflikten erst seit 2007, gerade einmal endet die erste Amtszeit des ersten Amtsinhabers. Und damit beginnen die Schwierigkeiten, denn Romāns Apsītis will nicht erneut antreten und es scheint auch sonst (unter den Juristen des Landes) niemanden zu geben, der bei diesem Angebot nicht abwinken würde. Der Ombudsmann muß kein Jurist sein, sollte es aber nach verbreiteter Ansicht. Es scheint, als hätten alle potentielle Kandidaten Angst vor dem Ombudsmann und / oder vor den Abgeordneten der Saeima, die dieses Amt durch Abstimmung besetzen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das aber ist alles nichts Neues. Seit Mitte der 90er Jahre gab es ein Menschenrechtsbüro, das mit Unterstützung der OSZE gegründet worden war und von Olafs Brūvers geleitet worden war. Brūvers, in Riga geboren, war während der Sowjetzeit als Gegner des Regimes kurzzeitig inhaftiert und lebte dann im Exil. Nach der wiedergewonnen Unabhängigkeit des Landes wurde er als Abgeordneter der Christdemokraten ins Parlament gewählt und anschließend Staatsminister für Menschenrechtsfragen, obwohl seine Partei der Koalition gar nicht angehörte. Aber schon zwei Jahre später gelangte er auf der Liste der Demokratischen (Zentrums) Partei in die Saeima, jener politische Kraft, in der sich damals viele alte kommunistische Kader organisiert hatten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das Büro litt unter seiner Führung an der schlechten Finanzierung, was auch von Präsidentin Vaira Vīķe-Freiberga kritisiert wurde. Erst 2007 gelang es endlich, aus dem Büro die Institution des Ombudsmanns zu schaffen. Und auch damals konnte sich die Politik kaum auf einen Kandidaten einigen. Mit dem von der damals in der Regierung einflußreichen Volkspartei nominierten Juraprofessor der Universität Lettlands, Ringolds Balodis, und der von der nationalistischen Für Vaterland und Freiheit portierten Professorin für Politikwissenschaft und Exillettin Rasma Kārkliņa gab es zwei Kandidaten, die im Parlament keine Mehrheit fanden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Politisch waren beide Kandidaten nicht durchsetzbar. Balodis’ Hindernis war vor allem seine fehlende politische Neutralität; aber auch seine Reputation als Wissenschaftler wurden in Zweifel gezogen und seine Publikationen vom damaligen Präsidenten des Verfassungsgerichtes, Aivars Endziņš, heftig kritisiert. Ironischerweise war es Balodis, der Jahre später die Nationalisten in Frage der diskutierten Verfassungsänderungen beriet.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Rasma Kārkliņa hingegen verfügte einerseits nicht über eine juristische Ausbildung und keine Erfahrung im Bereich der Menschrechte, aber als Exilantin unterstellte man ihr auch fehlende Verwurzelung in der lettischen Gesellschaft. Obwohl die Neue Zeit damals Kārkliņa unterstützte, waren ihre Aussichten von Beginn an noch geringer als die Balodis’.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Hauptproblem war freilich, daß sich schon die Regierungskoalition nicht auf einen Kandidaten einigen konnte. So wurde schließlich der Verfassungsrichter Romāns Apsītis gewählt, dessen Reputation untadelig ist, der aber unmittelbar nach seiner Bestellung in der Wirtschaftskrise mit der Diskussion konfrontiert wurde, ob sein Büro nicht den nötigen Sparmaßnahmen zum Opfer fallen sollte. Doch Apsītis wird nun vorgeworfen, sich selbst nicht aktiv genug eingemischt zu haben. Im Fernsehen verkündete er jüngst, er habe sich schon 2007 nicht um das Amt gedrängt und stehe für eine zweite Amtszeit nicht zur Verfügung.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Vier Jahre später können sich die Koalitionsparteien schon wieder nicht auf einen gemeinsamen Kandidaten einigen. Die größere Partnerin, die Einigkeit, hielt sich über Wochen bedeckt und nannte keinen einzigen Namen – so lange, bis der kleinere Partner, die Union der Grünen und Bauern den Vorschlag des oppositionellen Harmoniezentrums, den Liquidator der bankrotten Rigaer Krankenversicherung Juris Jansons positiv beurteilte. Erst dann bewegte sich die Einigkeit und schlug die Verwaltungsrichterin und frühere Mitarbeiterin des Menschenrechtsbüros Anita Kovaļevska vor.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Aber das Geschacher hatte bereits vorher begonnen. Nachdem zunächst die Verfassungsjuristin Jautrīte Briede als potentielle Kandidaten gehandelt wurde, der Unterstützung durch die Einigkeit nachgesagt wird, unterstrichen einige Politiker, es habe noch keine Entscheidungen gegeben. Die Aussichten dieser Kandidatur waren gering, denn der Chef der Union aus Grünen und Bauern, Augusts Brigmanis, wies auf die Ämterhäufung der Einigkeit hin.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Für die Partei Brigmanis’ mag ein weiterer Hinderungsgrund gewesen sein, daß Briede einmal Soros-Stipendiatin war. Über diese Organisation ranken sich in Lettland unzählige Verschwörungstheorien. Die „Soroser“ gilt in einschlägigen Kreisen als Schimpfwort.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die frühere Verfassungsrichterin und Abgeordnete der Einigkeit, Ilma Čepāne, wurde ebenfalls erwähnt, erklärte aber ihrerseits, kein solches Angebot erhalten zu haben und auch nicht kandidieren zu wollen. Die politische Kultur in Lettland sei leider so, daß die Politiker die Empfehlungen des amtierenden Ombudsmannes ignorierten und die Wahl politisierten. Sie habe mehrere Juristen angesprochen, doch alle hätten abgewinkt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der bereits erwähnte frühere Präsident des Verfassungsgerichtes, Aivars Endziņš, der 2007 erfolglos für das Amt des Präsidenten kandidiert hatte, steht nach eigenen Angaben ebenfalls nicht zur Verfügung.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Streit um die Besetzung stört nun den Koalitionsfrieden. Bereits nach der Wahl im Oktober hatte es für die Regierungsbildung verschiedene potentielle Modelle gegeben. Das als russisch geltende Harmoniezentrum kommt mit der Union der Grünen und Bauern ebenfalls mit 51 Mandaten auf die absolute Mehrheit von 100 Abgeordneten. Was für eine Regierungsführung zu knapp sein mag, könnte aber in einer einmaligen Abstimmung den Ausbruch aus der Koalitionsraison ermöglichen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Einigkeit reagierte ein wenig wie die „beleidigte Leberwurst“ und machte den für einen demokratischen Staat geradezu absurden Vorschlag, sämtliche Ämterbestellungen durch das Parlament – Generalstaatsanwalt, Leitung des Rechnungshofes, Chef der Anti-Korruptionsbehörde etc. – künftig in offener Abstimmung durchzuführen. Dies hebe die Reputation des Parlamentes. Die anderen Fraktionen bezeichneten den Vorschlag hingegen als Populismus. Präsident Valdis Zatlers wiederum wiederholte seinen Vorschlag, solche Ämter sollten künftig auf Vorschlag des Präsidenten besetzt werden. In der Tat ist eine solche Diskussion für Lettland typisch. Gibt es irgendwo Probleme, so kritisiert auch den lettische Journalist und Medienwissenschaftler Ainārs Dimants, wird zunächst eine Änderung der „Statuten“ diskutiert.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Juris Jansons erklärte während Anhörungen in den Fraktionen, er sei mit dem Harmoniezentrum politisch nicht verbunden. Für ein kleines Land wie Lettland aber nicht untypisch stellte sich heraus, daß der Abgeordnete der Partei, Juris Silovs, der Jansons zu den Terminen begleitete, ein alter Kollege von Jansons aus dessen Zeiten bei der Nationalbank ist.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Jansons wurde am 3. März mit 53 Stimmen gewählt. &lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/4443358526722795284-1731461714726263629?l=axelreetz.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://axelreetz.blogspot.com/feeds/1731461714726263629/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=4443358526722795284&amp;postID=1731461714726263629' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4443358526722795284/posts/default/1731461714726263629'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4443358526722795284/posts/default/1731461714726263629'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://axelreetz.blogspot.com/2011/03/angst-vor-dem-ombudsmann.html' title='Angst vor dem Ombudsmann'/><author><name>Dr. Axel Reetz</name><uri>http://www.blogger.com/profile/08088353413536294515</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-4443358526722795284.post-5323319436583192450</id><published>2011-03-03T10:55:00.001+02:00</published><updated>2011-03-03T11:42:57.888+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='deutsch'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Lettland'/><title type='text'>Rücktritt oder nicht Rücktritt, das ist hier die Frage</title><content type='html'>&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Die lettische Innenministerin Linda Mūrniece von der Parteienkoalition Einigkeit versieht ihr Amt, seit Valdis Dombrovskis im März 2009 Regierungschef wurde. Das Ministerium gilt nicht nur jetzt, sondern war schon in den Boomjahren nach dem EU-Beitritt das „ärmste“. Dies ist insofern von Bedeutung, als das für die innere Sicherheit zuständige Ministerium Dienstherr der diversen operativen Dienste ist. Und daß deren Mitarbeiter schlecht verdienen, weiß im Lande jeder. Daher ja auch das weit verbreitete und nicht unbegründet Vorurteil, die Polizei in Lettland sei korrupt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Linda Mūrniece beschäftigte sich in ihrer Amtszeit mit verschiedenen Reformversuchen, zog aber auch viel Kritik auf sich, etwa als sie 2009 die Sondereinheit der Polizei, Alfa, in die lettische Provinzstadt Bauska schickte, um eine spontane Brückenblockade als Protest der Einwohner gegen die Krankenhausschließung aufzulösen. Ihre harten Kommentare zur nicht genehmigten Demonstration wurden auch hier kritisiert. Als jüngst Polizisten dieser Einheit an einem Überfall auf ein Spielcasino in einer anderen Kleinstadt beteiligt waren, wurde Alfa spontan abgeschafft. Erneut wurde Mūrniece kritisiert, sie habe ihren Apparat nicht im Griff. Trotz Rücktrittsforderungen blieb sie aber im Amt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Kritisiert wurde auch die Vorführung der Tatverdächtigen vor Gericht. Da die zum Tatzeitpunkt getragene Kleidung polizeilich untersucht wird, wurden sie in in vorübergehend gestellten, aber in der Konfektionsgröße viel zu großen Kleidungsstücken und zusätzlich verbundenen Augen in den Saal gebracht. Auch Mitleid in Abrede stellend werteten dies ehemlige leitende Mitarbeiter der Polizei und Psychologen als unprofessionell.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Als aber nun vor kurzem in einem Internetvideo beobachtet werden konnte, wie zwei Polizisten in Riga ein Auto stehlen, war dies offenbar für die Innenministerin persönlich der Tropfen, der das Faß zum überlaufen brauchte. Sie reichte ein Rücktrittsgesuch ein – welches Ministerpräsident Dombrovskis aber nicht annahm.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nun wird Mūrniece angeblich erst im Juni zurücktreten, wenn noch einige weitere Schritte der Polizeireform beendet wurden. Der Partei- und Fraktionsvorsitzende des Koalitionspartner Union aus Grünen und Bauern, Augusts Brigmanis, zweifelte, ob der Schritt nicht eher damit zu begründen sei, daß es der Einigkeit an politischen Personal fehle, die Vakanz erneut zu besetzen. Schon seit der Regierungsbildung im November des letzten Jahres gibt es Konflikte, weil die Einigkeit mit Regierungschef und Parlamentspräsidentin nicht nur viele Ämter einnimmt, sonder der Koalitionspartner auch im Kabinett die schwierigeren Posten innehat – von der schwierigen inneren Sicherheit einmal abgesehen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Experten weisen allerdings auch auf den Vorteil für die Union aus Grünen und Bauern hin, wenn die Einigkeit im Kabinett mit unpopulären Ministern vertreten ist. Linda Mūrniece wurde im Januar nach Umfragen noch von 45% der Befragten negativ bewertet. Im Februar waren es bereits 65%. Die Ablehnung, die der Ministerin entgegenschlägt, ist nicht neu. Im lettischen Wahlsystem mit lose gebundenen Listen war Mūrniece bei der Parlamentswahl im Oktober die Königin der ausgestrichenen Kandidaten ihrer Partei und verdankt ihr Parlamentsmandat – welches sie freilich als Ministerin ruhen lassen muß – nur dem Verzicht der Parteifreundin Vaira Paegle.&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/4443358526722795284-5323319436583192450?l=axelreetz.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://axelreetz.blogspot.com/feeds/5323319436583192450/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=4443358526722795284&amp;postID=5323319436583192450' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4443358526722795284/posts/default/5323319436583192450'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4443358526722795284/posts/default/5323319436583192450'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://axelreetz.blogspot.com/2011/03/rucktritt-oder-nicht-rucktritt-das-ist.html' title='Rücktritt oder nicht Rücktritt, das ist hier die Frage'/><author><name>Dr. Axel Reetz</name><uri>http://www.blogger.com/profile/08088353413536294515</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-4443358526722795284.post-2569654164587313530</id><published>2011-03-03T10:00:00.003+02:00</published><updated>2011-03-03T20:57:05.213+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Estland'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='deutsch'/><title type='text'>Kaffeesatzlesen vor der estnischen Wahl</title><content type='html'>&lt;div style="TEXT-ALIGN: justify"&gt;Es wurde an dieser Stelle bereits berichtet, daß Ministerpräsident Andrus Ansip trotz divereser rhetorischer Lapsūs während der letzten Jahre auch mit Blick auf die katastrophale Situation im südlichen Nachbarland Lettland von vielen Menschen in Estland geachtet oder als das kleinere Übel betrachtet wird. Das seine Reformpartei am Sonntag auf dem ersten Platz landet, scheint ebenso gut wie sicher wie die Wahrscheinlichkeit, daß der neue Regierungschef der alte sein wird. Die derzeit nach dem Austritt der Sozialdemokraten regierende Minderheitsregierung könnte sogar eine Mehrheit erreichen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Daß die Umfragewerte in den letzten Wochen teilweise Wechselhaft waren, ist dem Umstand geschuldet, daß der Chef der Zentrumspartei, das Enfant terrible der estnischen Politik, Edgar Savisaar neuerlich in einen Skandal wegen seiner Verbindungen nach Rußland und von dort angenommenen Geldes verstrickt ist. Eigentlich wenig überraschend, plädiert dieser Politiker doch schon lange für bessere Kontakte zu großen Nachbarn und wird im Inland besonders von russischstämmigen Wählern bevorzugt. Dem estnischen Parteiensystem erweist er damit eigentlich den Dienst, daß nach 1995 nie wieder eine ethnische Partei ins Parlament gewählt wurde.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die von der Tageszeitung Postimees be Turu-uuringute AS bestellten Zahlen sagen der Reformpartei des Ministerpräsidenten 28% voraus, gefolgt – dank des Skandals mit nunmehr etwas größerem Abstand – von der Zentrumspartei mit 25%, 14% für die Union aus Vaterland und Res Publica (IRL in der einheimischen Abkürzung) sowie 13% für die Sozialdemokraten. Nach der innerparteilichen Krise seit Ende 2009 mit dem neuen Parteivorsitzenden Sven Mikser ein echter Erfolg. Die Demoskopen sagen nun einen Kampf um den zweiten Platz voraus, denn die Zentrumspartei könnte noch Einbußen hinnehmen, während die anderen beiden Parteien auch daran profitieren, daß die Volksunion und die Grünen nach ihren inneren Konflikten den Sprung ins Parlament verfehlen könnten. Und so kommt TNS Emor auch zu 25% für die Zentrumspartei, 21% für IRL und 16% für die Sozialdemokraten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Tõnis Stamberg von Turu-uuringute AS weist darauf hin, daß zuletzt 19% der Wähler erklärten, an der Wahlt teilnehmen zu wollen, aber noch nicht wüßten, welcher Partei sie ihre Stimme geben werden. Diese Beobachtung deckt sich mit dem hier vorher zitierten Politologen Rein Toomla, der auf die hohe Bedeutung der letzten Tage des Wahlkampfes hingewiesen hatte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die jüngsten Umfragen lassen allerdings auch Zweifel an Toomlas Gedanken aufkommen, daß die Reformpartei mitunter sogar eine absolute Mehrheit der Mandate erringen könnte. Wahlumfragen sind in den jungen Demokratien Osteuropas aber schon immer problematisch gewesen. Und für die Wahl Estland 2011 gilt eine mehrfache Ausnahme: neben dem Skandal so kurz vor der Wahl gibt es dieses Mal sehr viele Einzelkandidaten und es wird möglicherweise ein Parlament mit rekordkleiner Fragmentierung entstehen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wenn die Reformpartei nicht alleine regieren kann, steht IRL zur Verfügung. Würde es für beide zusammen auch nicht reichen, wir in einem Parlament mit nur vier Fraktionen die Regierungsbildung interessant. Savisaars Zentrumspartei kam als Partner immer nur nach dem Bruch anderer Bündnisse in Frage, seit 1992 zwei Mal. Die Sozialdemokraten wiederum hatten wegen der Arbeitsmarktpolitik vergangenes Jahr die regierende Koalition verlassen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;P.S.: Gerade wir gemeldet, daß bereits mehr als 27% der Wähler die Möglichkeit zum früheren Abstimmen genutzt haben. &lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/4443358526722795284-2569654164587313530?l=axelreetz.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://axelreetz.blogspot.com/feeds/2569654164587313530/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=4443358526722795284&amp;postID=2569654164587313530' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4443358526722795284/posts/default/2569654164587313530'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4443358526722795284/posts/default/2569654164587313530'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://axelreetz.blogspot.com/2011/03/es-wurde-dieser-stelle-bereits.html' title='Kaffeesatzlesen vor der estnischen Wahl'/><author><name>Dr. Axel Reetz</name><uri>http://www.blogger.com/profile/08088353413536294515</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-4443358526722795284.post-6398266995429238661</id><published>2011-03-01T15:40:00.004+02:00</published><updated>2011-03-03T23:38:01.925+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='deutsch'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Lettland'/><title type='text'>Polizei außer Rand und Band?</title><content type='html'>&lt;div style="TEXT-ALIGN: justify"&gt;Im lettischen Jēkabpils wurde im Januar ein Spielsalon überfallen, während die Einnahmen abgeholt wurden. Gewalttätige Überfalle waren in Lettland Mitte der 90er Jahre nicht Ungewöhnliches. Später besserte sich die Situation und auch das erwartete Ansteigen der Kriminalität infolge der Krise hat nicht zu spektakulären Fällen geführt. Dieser Fall ist aber nun spektakulär, weil hier Polizisten gegen Polizisten vorgehen mußten. Vier der fünf beteiligten Räuber waren Polizisten, zwei gehörten der Spezialtruppe Alfa an. Der Polizist Andris Znotiņš verlor dabei im Dienst sein Leben.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die maskierten Räuber betraten den Spielsalon und die Polizisten behaupteten, sie seien in einen Einsatz im Rahmen der Drogenfahndung. Die in entsprechenden Etablissements regelmäßig anwesenden Mitarbeiter einer Sicherheitsfirma mußten sich auf den Boden legen, ihnen wurde bekamen Tränengas in die Augen gesprüht. Ein Angestellter des Spielsalons wurde angeschossen, weil er die Alarmknopf gedrückt hatte. Die Höhe der Beute ist unbekannt, doch als die Räuber gestellt wurden, entdeckte die Polizei im Fahrzeug 104.500 LVL. Daß der Überfall ausgerechnet im Moment der Übergabe der Einnahmen an einen Geldtransport stattfand, läßt vermuten, daß die Polizisten über Insiderkenntnisse verfügten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dies ist nicht der erste Fall, der einen Schatten auf den Ruf der Polizei in Lettland wirft. Abgesehen von der Korruption der Verkehrspolizei, die in den letzten Jahren nachgelassen haben soll, gelang 2007 einem Untersuchungshäftling während der Überführung angeblich in Handschellen die Flucht aus dem fahrenden Streifenwagen durch einen Sprung von der Inselbrücke in die Düna. Der Verdächtige wurde zwar schnell wieder verhaftet, doch der damalige Innenminister Ivars Godmanis, der inzwischen EU-Abgeordneter ist, kam in Erklärungsnot.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Innenministerin im Kabinett Dombrovskis ist derzeit Lind Mūrniece. Sie stand schon mehrfach in der Kritik und wurde zum Rücktritt aufgefordert, so auch in diesem Fall. Sie nahm die Polizei allerdings in Schutz und leugnete, daß die geringen Einkommen der Polizisten, die im Rahmen der Krise wie vielen anderen Staatsdienern noch einmal gekürzt worden waren, die Ursache für den „Seitenwechsel“ der Polizisten sein könne. Sie erklärte in einem Radiointerview, die betreffenden Kollegen hätten nun ihr wahres Gesicht gezeigt und seien entweder als Kriminelle geboren oder aus anderen Gründen zu solchen geworden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Tatsächlich sind die Einkommen in Staatsdienst und Polizei so gering, daß viele weiteren Nebentätigkeiten nachgehen. Gerade Polizisten eignen sich durch ihre Ausbildung für die Mitarbeit in einem Sicherheitsdienst. In den freien Tagen des Schichtdienstes anderorts dazu zu verdienen, ist nicht untersagt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Inzwischen wurde bekannt, daß zwei der Polizisten aus der Kleinstadt Tukums im Einzugsbereich von Riga stammen und dort im Rahmen einer Restrukturierung eigentlich hatten entlassen werden sollen. Infolge einer Intervention der Polizeigewerkschaft, wie das Innenministerium dieser vorwirft, wurden ihre Verträge jedoch erneuert. Die Gewerkschaft kontert, das Ministerium selber habe keine Rechtsmittel gegen einen entsprechenden Gerichtsbeschluß eingelegt, wobei Mūrniece zugeben mußte, daß angeblich aufgrund orthographischer Fehler die Kündigungen von den Richtern als nicht rechtswirksam angesehen wurden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Trotzdem hatten sich die Räuber unter anderem beim außer Gefecht gesetzten Sicherheitspersonal bewaffnet. Die zwei gestohlenen Waffen wurden vermutlich nach dem Überfall in einen Schneehaufen geworfen, denn sie tauchten zunächst nicht wieder auf.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Mūrniece räumte im fraglichen Interview grundsätzliche Probleme mit der Polizei und besonders der Sondertruppe Alfa ein. In vier Jahren habe es dort 40 Dienstaufsichtsbeschwerden gegeben. Die Innenministerin klagte, eine elitäre Truppe müsse sich auch dementsprechend verhalten. Sie reagierte durch die Beurlaubung einiger hoher Amtspersonen, darunter des Kommandanten der Spezialeinheit Alfa. Darüber hinaus werden alle mehr 7.000 Mitarbeiter der Polizei von Psychologen befragt würden und das Ministerium prüfe, ob Nebenjobs der Ordnungshüter zu Interessenskonflikten führen könnten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://lettland.blogspot.com/2009/10/lettland-im-herbst.html"&gt;Die Innenministerin und die Spezialeinheit Alfa waren 2009 ins Gerede gekommen,&lt;/a&gt; als im Rahmen der geplanten Schließung eines Krankenhauses im südlettischen Bauska spontane Demonstrationen die Brücke einer wichtigen Verkehrsachse besetzten. Damals wurde ebenfalls aus Riga die Sondereinheit geschickt. Mūrniece sagte nun, diese Entscheidung habe sie seinerzeit gar nicht selbst getroffen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Als Reaktion auf die jüngsten Ereignisse hat die Innenministerin nun beschlossen, den Polizisten ihr Gehalt – allerdings erst im kommenden Jahr – um 50% zu erhöhen, womit sie indirekt ihrer eigene, früheren Behauptung widerspricht, die Höhe des Einkommens könne nicht Grund dafür sein, daß Polizisten kriminell würden. Als weitere Folge des Überfalls von Jēkapbils wird die Einheit Alfa außerdem liquidiert – allerdings wohl nur dem Namen nach. Aufgaben wie die Festnahme von Verbrechen werden einer anderen Einheit übertragen, aber die an dem Vorfall unbeteiligten Polizisten weiterbeschäfigt, ohne den Namen Alfa zu verwenden, der nach Aussage des Chefs der Polizei von Riga, Ints Kužis, nun in Verruf geraten sei. Andererseits benenne man andere Abteilungen der Polizei schließlich auch nicht mit Sondernamen. Linda Mūrniece will außerdem disziplinarisch durchgreifen, jedes kleinste Vergehen solle nun wieder geahndet werden, mit der Demokratie sei es in diesem Sinne vorbei. Unangemeldete Kontrollen finden bereits statt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Eine Psychologin sagte, jeder Polizist brauche wenigstens 20 Therapiestunden, um zu lernen, wie er seine Aggressionen in einem Job beherrscht, in welchem er beständig mit Aggression konfrontiert wird. Agris Sūna, der Chef der Polizeigewerkschaft verlangt nach wie vor den Rücktritt der Ministerin, die jetzt nun eine Hexenjagd beginne. &lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/4443358526722795284-6398266995429238661?l=axelreetz.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://axelreetz.blogspot.com/feeds/6398266995429238661/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=4443358526722795284&amp;postID=6398266995429238661' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4443358526722795284/posts/default/6398266995429238661'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4443358526722795284/posts/default/6398266995429238661'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://axelreetz.blogspot.com/2011/03/polizei-auer-rand-und-band.html' title='Polizei außer Rand und Band?'/><author><name>Dr. Axel Reetz</name><uri>http://www.blogger.com/profile/08088353413536294515</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-4443358526722795284.post-6360738603118995578</id><published>2011-03-01T15:37:00.003+02:00</published><updated>2011-03-01T19:14:52.678+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Estland'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='deutsch'/><title type='text'>Estland sieht sich selbst</title><content type='html'>&lt;div style="text-align: justify;"&gt;„Eile nägin ma Eestimaad“, sang Urmas Alender mit der Gruppe Ruja in den 80ern.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt; &lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Das Mitglied der Estnischen Akademie der Wissenschaften, Endel Lippmaa erklärte jüngst in der Öffentlichkeit, Estland sei kein baltischer Staat (mehr). Lippmaa kommt eigentlich aus dem naturwissenschaftlich-mathematischen Bereich, engagierte sich aber während der Umbruchszeit politisch, war Minister und Abgeordneter der aus der ehemaligen Volksfront hervorgegangenen politischen Kräfte, ist also kein Nationalist.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Lippmaa argumentiert, daß die Politik in Estland eher der in Skandinavien realisierten gleiche als jener in den beiden südlichen Nachbarrepubliken Lettland und Estland.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Abgrenzung von diesen beiden anderen früheren Sowjetrepubliken, mit denen man gemeinsam im Ausland eben gern als das „Baltikum“ gesehen wird, ist nicht neu. Der jetzige Präsident Toomas Hendrik Ilves war in verschiedenen Regierungen zwei Mal Außenminister und hat in dieser Dienstzeit ebenfalls erklärt, Estland sei kein ost-, sondern ein nordeuropäisches Land. Osteuropa wurde hier verstanden als Synonym für den post-sozialistischen Raum.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das Baltikum hat sich im deutschen Sprachraum erst im 19. Jahrhundert eingebürgert und lehnt sich an die lateinische Bezeichnung der Ostsee als Mare Balticum an. Auf Lettisch und Litauisch heißt dieses Gewässer auch Baltijas Jūra sowie auf Englisch Baltic Sea und Russisch Балтийское море. Daß die Deutschen wiederum von der Ostsee und die Schweden von Östersjön sprechen, überrascht geographisch so wenig wie der estnische Name Läänemeri, also Westmeer. Auch ist es zutreffend, daß vom Baltikum als dem geographischen Siedlungsraum der Balten sprechend, die finno-ugrischen Esten nur bedingt einschließt. Ironischerweise spricht das dem Estnischen eng sprachverwandte Finnisch von Itämeri, eben Ostsee.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dennoch handelt es sich bei diesen Versuchen fraglos um eine Imagefrage. Daß Estland ein post-sozialistisches Land ist, ist eigentlich unbestritten. Und wie sehr vielen Esten daran gelegen ist, dies vergessen zu machen, ließ sich an einem weiteren Versuch von Eerik-Niiles Kross erkennen. Der Sohn des bekanntesten Gegenwartschriftstellers Estlands, Jaan Kross, hatte in seiner Zeit als Direktor des Büros für Sicherheitspolitik gefordert, Estland auf Englisch von „Estonia“ in „Estland“ umzubenennen, weil bei seinen Auslandsbesuchen immer alle Gesprächspartner die 1994 gesunkene gleichnamige Fähre ansprächen. Darüber hinaus schlug er damals vor, die von einer Studentenverbindung stammende Landesflagge blau-schwarz-weiß von einer Trikolore in ein wie in Skandinavien übliches Kreuz unter Verwendung der gleichen Farben zu ändern. Diese Anregungen stießen jedoch nicht auf fruchtbaren Boden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Zweifelsohne wird Estland ein „baltischer“ Staat bleiben und die Staatssymbole werden wohl auch nicht geändert. Viele andere Staaten hat dies ebenfalls nicht an einer mittelfristigen Veränderung ihres Images gehindert. Endel Lippmaa blieb übrigens die Erklärung schuldig, wo er in Wirtschafts-, Sozial- und Steuerpolitik so viele Ähnlichkeiten zwischen den skandinavischen Staaten und Estland sieht. &lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/4443358526722795284-6360738603118995578?l=axelreetz.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://axelreetz.blogspot.com/feeds/6360738603118995578/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=4443358526722795284&amp;postID=6360738603118995578' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4443358526722795284/posts/default/6360738603118995578'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4443358526722795284/posts/default/6360738603118995578'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://axelreetz.blogspot.com/2011/03/estland-sieht-sich-selbst.html' title='Estland sieht sich selbst'/><author><name>Dr. Axel Reetz</name><uri>http://www.blogger.com/profile/08088353413536294515</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-4443358526722795284.post-7263001232703847883</id><published>2011-03-01T15:35:00.000+02:00</published><updated>2011-03-01T15:36:44.977+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Estland'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='deutsch'/><title type='text'>Wahlen in Estland</title><content type='html'>&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Estland wählt im März ein neues Parlament, das inzwischen sechste seit der Unabhängigkeit von der Sowjetunion 1991. 20 Jahre sind nun vergangen. Interessant ist, daß weniger als zwei Monate vor dem Urnengang inhaltliche Themen eine untergeordnete Rolle einzunehmen scheinen. Umfragen zu Folge kann sich Ministerpräsident Andrus Ansip gelassen darauf freuen, die Wahl zu gewinnen und im Amt zu bleiben und im Gegenteil zu 2007 sogar die regierende Koalition fortzusetzen. Das wäre im post-sozialistischen Raum eine der seltenen Ausnahmen. Ansip ist aber schon deshalb eine Ausnahme, weil er seit nunmehr fast sechs Jahren an der Spitze wechselnder Koalitionen im Amt ist.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Estland ist mitten in der Eurokrise in die Gemeinschaftswährung der EU aufgenommen worden und auch, wenn Estland unter den Folgen der Krise stark zu leiden hatte, sieht man auch das dramatischer Schicksal des südlichen Nachbarn Lettland, der unter anderem auch mit der Hilfe Estlands vor dem Bankrott gerettet werden mußte. Andrus Ansip gilt deshalb trotz vorhandener Kritik allgemein als erfolgreich. Die Opposition aus Sozialdemokraten und Volksunion stecken selbst seit Jahren in der Krise und sind schwach. Bleibt als Konkurrent nur noch das Urgestein der estnischen Politik, Edgar Savisaar mit seiner Zentrumspartei, der seit Jahren Bürgermeister der Hauptstadt ist. Sein Problem seit 20 Jahren liegt in seiner Person, welche die Esten spaltet, und das Fehlen von koalitionsbereiten Partnern. Folglich war er in diesem Zeitraum nur zwei Mal Juniorpartner.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der estnische Politologe Rein Toomla analysierte, daß die Parteien sich in ihren Positionen nach rechts bewegt hätten. Im estnischen Parteiensystem ist das eigentlich nichts Neues, haben doch selbst die Sozialdemokraten gleich 1992 mit den Nationalisten koaliert und auch die Zentrumspartei vertritt linke Positionen mehr oder weniger nur als Opposition.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Gegenstand politischer Stellungnahmen sind statt politischer Inhalte systemische Fragen besonders zum Wahlsystem.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das Wahlsystem für die Volksvertretung Riigikogu ist die Verhältniswahl mit eine fünf Prozent-Hürde und dem sogenannten System der Vorzugsstimmen. In der Wahlkabine macht der Wähler kein Kreuzchen, sondern trägt die Nummer des bevorzugten Kandidaten ein. Damit geht die Stimme an die Liste, auf welcher der betreffende Politiker kandidiert und der Wähler spricht dieser Person damit seinen Vorzug aus. In der Praxis freilich stimmen viele Wähler für bekannte und populäre Politiker, die dann ein Mehrfaches der nötigen Stimmen erhalten, um in das Parlament einzuziehen und quasi eine Lokomotivfunktion für die Liste ihrer Partei übernehmen, von der weitere Kandidaten gewählt sind nach von der Partei festgelegter Reihenfolge, möglicherweise sogar ohne selbst auch nur eine einzige Vorzugsstimme erhalten zu haben. Das bedeutet aber auch, daß individuelle Kandidaten ins Rennen steigen und versuchen können, allein das erforderliche Quorum zu erreichen, ohne einer Liste anzugehören, die mindestens fünf Prozent der Stimmen landesweit erreicht haben müßte. 2009 gelang dies bei den Wahlen zum Europäischen Parlament beispielsweise dem Fernsehmoderator Indrek Tarand. Auf nationaler Ebene ist dies auch nur in Ausnahmefällen gelungen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Diese Hoffnung ist freilich gering, wie der Soziologe Aivar Voog sagt vorrechnet. Die vier großen Parteien in Estland, Reformpartei, Zentrumspartei, Vaterland und Res Publica Union sowie die Sozialdemokraten werden nach allen Prognosen etwa 90% der Stimmen bekommen, ein Einzelkandidat müßte also die verbliebenen zehn Prozent überzeugen gegen eine Konkurrenz aus verschiedenen Splitterparteien wie auch der Volksunion, die seit der Unabhängigkeit immer im Parlament vertreten war und erst jetzt nach zahlreichen Schwierigkeiten um den Wiedereinzug ins Parlament bangen muß.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Voog empfiehlt potentiellen Kandidaten eher, sich parteilos auf einer Liste aufstellen zu lassen und auf eines der Kompensationsmandate zu hoffen. Je mehr solcher Individualisten eine Partei aufstellen könne, desto mehr Wähler fühlten sich angesprochen. Der Soziologe spricht über dieses Thema angesichts einer zunehmenden Unzufriedenheit mit den „etablierter“ Parteien, die zunehmen Einzelpersonen motivierten, selber zu kandidieren. Im Wahlkreis Läänemaa aber müßte ein Einzelkandidat es auf 20% der Vorzugsstimmen, um die Quote zu erreichen, wohingegen in Harjumaa und Raplamaa gtu sieben Prozent genügten. Doch hier, so gibt Voog zu bedenken, stellen die regierenden Parteien starke Konkurrenten wie Ministerpräsident Andrus Ansip und den früheren Regierungschef Mart Laar auf.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Empfehlung von Voog folgend verkündete der nationalistisch gesinnte Historiker Mart Helme gemeinsam mit seinem Sohn Martin, bis Dezember 2010 um Anhänger zu werben, um in jedem der zwölf Wahlkreise einen eigenen Kandidaten aufzustellen, fanden jedoch derer nur sieben. Die Familie Helme wirbt mit wenig einfallsreichen und zweifelhaften Parolen. Die politische Elite habe abgewirtschaftet und handele nicht im Interesse des Volkes. Außerdem wolle man das Wahlsystem ändern und das Prinzip der Abberufbarkeit einzelner Abgeordneter einführen, was gegen die Gewissensfreiheit des Mandatsträger verstoßen würde. Ihre nationalistische Einstellung kommt bei der Forderung zum Ausdruck, Ausländern das kommunale Wahlrecht abzuerkennen. In Estland leben viele in Sowjetzeit zugewanderte Russen, die zu einem Teil den Status der Staatenlosen genießen, aber trotzdem auf kommunaler Ebene abstimmen dürfen, da im Nordosten der Bevölkerungsanteil von Menschen nicht estnischer Nationalität teilweise bei über 90% liegt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Andere Parteien diskutieren die Senkung der 5%-Hürde. Die von der politischen Bedeutungslosigkeit bedrohte Volksunion verlangt gar eine Senkung auf 0,7% und die gleichzeitige Verkleinerung des Parlaments von 101 auf nur noch 51 Mandate. Rein arithmetisch aber wären schon zwei von 100 Prozent erforderlich, um in einer 51-köpfigen Volksvertretung einen Sitz zu erlangen, vorausgesetzt, es scheiterten nicht zahlreiche Splitterparteien sogar an dieser Hürde. Die Volksunion beruft sich dabei auf eine ehemalige Politikerin, die nach der Unabhängigkeit als Mitglied der Sozialdemokraten auch im Kabinett vertreten war. Liia Hänni ist der Ansicht, daß eine zu hohe Einzugshürde die Macht den finanzstarken Parteien der Monopolmeinung und Minderheitenpositionen unberücksichtigt überläßt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dem aber widerspricht das politische Establishment einschließlich ihrer ehemaligen politischen Heimat. Deren neuer Vorsitzender Sven Mikser beklagte die Unklarheit so kurz vor der Wahl, ob es sich wirklich um einen Vorschlag im Interesse des Volkes oder die eigene Popularisierung handele. Die Vaterland und Res Pulica weisen auf die Funktion zur Konsolidierung des Parlamentes hin. 1992 wäre ohne 5%-Hürde wohl die Reformregierung Mart Laars nicht zustande gekommen, heißt es. Während dessen Partei natürlich eine gewissen Voreingenommenheit unterstellt werden kann, ließe sich praktisch wenige Wochen vor der Wahl eine Änderung des Modus gar nicht umsetzen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Volksunion steht sich aber angesichts grundlegender innerparteilicher Diskussion selbst im Weg. Während der Parteivorsitzende ein Kabinett aus Experten ihres Fachgebietes will, lehnt der eigene Kandidat für das Amt des Regierungschef, Jaan Toots, dies mit dem Hinweis auf die dann fehlende politische Verantwortung ab. Sein Credo ist, das Land brauche keine Koalition aus untereinander austauschbaren Parteien.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Vor vier Jahren waren auch die estnischen Grünen in Fraktionsstärke ins Parlament eingezogen, nachdem sie während der 90er Jahre eines jener Beispiele waren, die von der Möglichkeit individueller Mandate profitiert hatten. Die Grünen hatten es 2007 nicht in die Regierung geschafft und litten während der Legislaturperiode unter internen Konflikten, so daß ihr Erfolg im März unklar ist. Die Partei trat darum mit einem Zukunftsmanifest die Flucht nach vorn an, welches von zahlreichen bekannten Persönlichkeiten wie etwa dem ehemaligen Ministerpräsidenten Andres Tarand, dem Sohn des bekanntesten Gegenwartschriftstellers Jaan Kross, Eerik-Niiles Kroß, dem Direktor des Tallinner Zoos, Mati Kaal und vielen anderen unterzeichnet wurde. Es handelt sich nicht um ein Programm oder eine Beitritterklärung, sondern eher um ein moralischer Pamphlet, welches an das Gewissen eines Kulturvolkes zu appellieren versucht. Die Grünen versuchen jedoch auch, bekannte Persönlichkeiten für eine Kandidatur zu gewinnen und plädieren in diesem Rahmen für eine Öffnung der Listen. Dann könnte der Wähler nicht nur eine Vorzugsstimme abgeben, sondern die Reihenfolge der Kandidaten durch seine Stimmabgabe beeinflussen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In einem Interview bestätigte Ministerpräsident Andrus Ansip jüngst, daß auch seine Regierung Fehler gemacht habe. Als Beispiel erwähnt er die schuldentreibenden Nachtragshaushalte, die er in einer von Kolumnisten herbeigeschriebenen befürwortenden Atmosphäre nicht habe verhindern können, obwohl seine Regierung dazu die Möglichkeit gehabt hätte. Im März wird wohl in Estland mit oder ohne Grüne und Volksunion weitgehend alles beim Alten bleiben.&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/4443358526722795284-7263001232703847883?l=axelreetz.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://axelreetz.blogspot.com/feeds/7263001232703847883/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=4443358526722795284&amp;postID=7263001232703847883' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4443358526722795284/posts/default/7263001232703847883'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4443358526722795284/posts/default/7263001232703847883'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://axelreetz.blogspot.com/2011/03/wahlen-in-estland.html' title='Wahlen in Estland'/><author><name>Dr. Axel Reetz</name><uri>http://www.blogger.com/profile/08088353413536294515</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-4443358526722795284.post-2648175131865268875</id><published>2011-03-01T00:02:00.002+02:00</published><updated>2011-03-01T16:30:25.608+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='deutsch'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Werkstatt'/><title type='text'>„Orte“ und Personen im virtuellen Raum</title><content type='html'>&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Es ist an der Zeit, einen Post in eigener Sache zu schreiben. Der Anlaß ist die Kommentarspalte eines meiner Beiträge zu estnischen Politik im Estland-Blog, deren Einträge sich auf 32 summierten, ehe die „Moderation“ sich genötigt sah, dem ein Ende zu setzen. Das ist aber nicht der Grund. Der Grund ist vielmehr die Kommunikationsform im Internet und die eigenen Erfahrungen damit – den vorhandenen Möglichkeiten gegenüber gestellt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Kommunikation ist immer ein Vorgang zwischen Kommunikator und Rezipient, wobei bei weitem nicht klargestellt ist, daß sich beide verstehen. Im persönlichen, mündlichen Kontakt geben Tonlage, Mimik und Gestik dem Rezipienten eine Möglichkeit der zusätzlichen Interpretation. Im Schriftverkehr ist dies nicht möglich. Und die Kommentierung im Internet ist ähnlich flüchtig, da oft in Eile verfaßt, wie E-Mails. Solange der Empfänger den Sender noch kennt, kennt er gegebenenfalls auch dessen Duktus. Bei Unbekannten ist dies anders. Und im Netz kann der Unbekannte noch unbekannter sein, wenn er sich hinter Nicknames versteckt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Im Estland-Blog konnte im erwähnten Fall für Außenstehende zunächst der Eindruck entstehen, die Moderation habe zwei Streithähnen das Wort entzogen. Das stimmt natürlich nur insofern, als der Autor als Kommentator seines Posts jederzeit die Möglichkeit hat, einen neuen Text zu posten. Daß steht dem in diesem Fall anonymen Kommentator nicht offen. Er könnte, so wie dies der Autor des besagten Posts hier tut, in einem anderen Blog schreiben, wo er selbst die Moderationsfunktion innehat.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Grund für das moderatorenseitige Schließen der Diskussion lag in der Abschweifung vom Thema, die der Autor des Posts in seinem Kommentaren selbst angesprochen hatte. Ein zweiter Grund ist sicherlich die Frage, welchen potentiellen Leser der Disput interessiert? Zumindest gibt es keine weiteren Kommentatoren, die sich an dieser Diskussion beteiligt hätten. Das kann natürlich auch daran liegen, daß der Autor des ursprünglichen Beitrags auch bei anderen Kommentatoren kein Blatt vor den Mund nimmt, wenn ihm an deren Äußerungen etwas zu kritisieren notwendig erscheint. Und wer läßt sich schon gerne deutlich kritisieren?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In jedem Fall läßt man sich als Autor natürlich nicht gerne das Wort abschneiden – verbieten möchte ich an dieser Stelle nicht sagen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ein Autor eines im Internet veröffentlichten Textes muß sich eigentlich immer den anonymen, und deshalb auch regelmäßig unflätigen Kommentaren stellen. Damit hat der Autor umfangreiche Erfahrung. Als Verfasser von Beiträgen auch in und über Lettland in lettischer Sprache diffamieren Leser ihn regelmäßig als schlechten Kenner der Lage, ja sprechen ihm das Recht ab, innerlettische Fragen überhaupt zu diskutieren. Ein einheimischer Kollege wiederum erlebte den Vorwurf, als er etwas über Australien schrieb, warum er denn über den fernen Kontinent schreibe und nicht über Lettland. Dies ist gewiß einem verbreiteten Provinzionalismus geschuldet, der beispielsweise anläßlich des Besuchs eines Marokkaners in einer Politikvorlesung mit Diskussion über den Umbruch in den arabischen Ländern dazu führte, daß unter den Studenten schnell nach dem Sinn von Revolutionen gefragt wurde – in Rußland ginge es jetzt schlechter als vorher – und so die Diskussion von Ägypten innerhalb von zehn Minuten beim Konflikt zwischen Russen und Letten in Lettland angekommen war.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Deshalb stellt sich immer wieder die Frage, wozu ein Autor, zumal in einem völlig unbezahlten Blog, diesen Streß auf sich nimmt. Manchmal sind Kommentare ja auch unter der Gürtellinie. So wurde dem Autor in den Kommentar eines mit einem männliche Koautor verfaßten Textes die Frage geschrieben, ob es sich bei den Autoren um ein homosexuelles Paar handele.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Trotzdem gibt es viele Gründe für eine publizistische Tätigkeit, begonnen bei der Ordnung der eigenen Gedanken, wobei ja gerade Kommentare helfen können, bis hin zu dem Wunsch, entweder damit Geld zu verdienen oder auch einfach eine interessierte Öffentlichkeit mit Informationen zu versorgen, die in diesem Umfang oder Form anderswo nicht angeboten werden. Und daß die deutsche Presse lange nicht so viel über die baltischen Staaten schreibt, wie es die Blogs können, steht außer Frage.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Auf die Blog-Nutzer geschaut stellt sich die Frage der Reichweite, wie viele  (regelmäßige) Leser gibt es überhaupt und welches Vertrauen bringen diese den Autoren entgegen, ein Blog ist schließlich nicht die taz, FAZ, Zeit oder Süddeutsche – wobei diese von Blog-Kommentatoren gerne als Mainstream-Medien der Unglaubwürdigkeit bezichtigt werden. An dieser Stelle hilft natürlich ein mehr oder weniger moderierter Blog mit mehreren Autoren gegenüber einem individuellen, in dem der einzelne Autor nicht der Kontrolle „seiner Kommune“ unterliegt. Doch auch dann handelt es sich bei keinem der beteiligten Autoren zwangsläufig um Personen mit journalistischer Erfahrung, die einen journalistischen Anspruch erheben (würden).&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ein Vorteil des Blogs ist, er ermöglicht zumindest die Anonymität seiner Autoren. Der eine mag dies für sich aus verschiedenen Gründen praktizieren, für den anderen ist es ein Hindernis, die selbst verfolgten Ziele zu erreichen, was mitunter nur möglich ist, wenn er identifizierbar und vor allem auch erreichbar ist.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und hier beginnt das Problem. Das Kommentieren von Posts ist keine Einbahnstraßen-Kommunikation, der Autor kann auf Kommentare kommentierend reagieren, aber eben nur eingeschränkt durch die Moderation oder auch durch Selbstzensur – denn wieviel Sinn macht es, auf unflätige oder unsinnige Kommentare zu reagieren? Machte es hingegen mehr Sinn, diese einfach zu löschen oder gar nicht erst zuzulassen?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Im konkreten Fall des mit 32 Einträgen kommentierten Textes über die bevorstehenden Parlamentswahlen in Estland hätte der Autor die von einem konkreten, anonymen Kommentator vorgebrachten und mit Estland nur noch in bedingtem Zusammenhang stehenden Thesen gerne separat diskutiert. Warum auch sollte dies in einer Kommentarspalte geschehen, wo dies vielleicht keinen anderen Leser interessiert? Ganz abgesehen davon handelte es sich um einen schon eher wissenschaftlichen Disput, dessen Inhalt tatsächlich mit dem Post selber, der eigentlich nur eine Nachricht war, nur noch sehr wenig im Zusammenhang stand. Doch während der Autor identifizierbar ist und der Kommentator dementsprechend seine Ideen hätte diesem persönlich mailen können, blieb der Kommentator hinter seinem Nickname versteckt und gab dem Autoren keine Möglichkeit, den Disput privat fortzusetzen – überdies in dieser Kombination nicht das erste Mal.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der konkrete Kommentator ist eigentlich immer mit den Posts des konkreten Autors im Estland-Blog unzufrieden, soweit es um Politik geht. Und um Politik geht es eigentlich angesichts der Profession des Autors immer. Der Kommentator übersieht dabei, daß, so der Blog nicht in privater Tagebuchform geführt wird, es verschiedene journalistische Formate gibt: Nachrichten, Reportagen, Kommentare, Glossen usw. Der Autor hält sich vorwiegend an ersteres, denn das Ziel ist es, der interessierten Öffentlichkeit mitzuteilen, was in und um Estland geschieht, nicht dieses aus seiner eigenen politischen Überzeugung zu bewerten, geschweige denn wissenschaftlich zu bearbeiten. Doch der Kommentator negiert bei jedem Post die Vertrauenswürdigkeit der Quelle und wirft dem Autor vor unkritisch zu sein. Zwischen den Zeilen läßt sich dabei eine Verurteilung allen, was in Estland politisch geschieht, herauslesen. Er erwartet also vom Autor die Kritik der estnischen Zeitläufte. Dies ist aber nie das Ziel der Texte, zumal es verständlich ist, daß für die meisten Posts keine eigene journalistische Recherche vorgenommen wird, sondern eher wiedergegeben wird, was die estnischen Medien im Chor berichten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Selbst behauptet der Kommentator von sich, Doktorand der Politikwissenschaften zu sein und von diversen Organisationen finanziell gefördert zu werden. Das wird wohl, selbst wenn er es unter einem Pseudonym schreibt, so stimmen. Nicht sicher hingegen ist, ob seine wissenschaftlichen Arbeiten erstens denselben Duktus haben, wie seine Kommentare im Estland-Blog, und zweitens er auch an der Universität so einseitig diskutiert wie hier. Sei es nun die Euro-Einführung in Estland oder die nach Meinung des Kommentators völlig deplazierte neo-liberale Politik des Landes, es werden von ihm zahlreiche auch im Internet zugängliche Quellen renommierter Autoren genannt, die seine Meinung untermauern. Geflissentlich und ziemlich unwissenschaftlich geht er jedoch nicht darauf ein, daß in den Wissenschaften Thesen üblicherweise diskutiert werden, es also meistens auch eine Anti-These gibt. Die Diskussion um den Euro hat dies jüngst mehr als deutlich gezeigt. Vielleicht liegt es auch daran, daß der Kommentator auf die von ihm zitierten Autoren und Thesen entkräftende Argumente immer nur mit neuerlichen Zitaten weiterer Autoren antwortet. Im Grunde also kommt ein wissenschaftlicher Disput in der Kommentarspalte des Estland-Blogs gar nicht zustande, weil sich der Kommentator dem verweigert.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Diskussion ist jedoch in einer Demokratie wichtig. Und vielleicht ist die fehlende Bereitschaft das Kommentators zum Disput im Estland-Blog symptomatisch, er äußert nämlich auch in seinen Inhalten ein Demokratieverständnis, das stellenweise mehr als merkwürdig ist. Aber eine Wiederholung der bereits im Netz stehenden Diskussionen über Wahlergebnisse, deren Repräsentativität angesichts des Boykotts einer schweigenden Mehrheit und der generelle Zweifel an der Demoskopie ist an dieser Stelle überflüssig.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es ist dabei eine Fußnote, daß der Kommentator auch sachlich schlecht informiert ist, er müßte sonst wissen, daß das Sozialversicherungssystem Estlands entschieden weniger neo-liberal ist als das des südlichen Nachbarn Lettland.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nur so viel steht fest, der Kommentator ist ein Serientäter. Den Nickname einfach mal googelnd findet man noch andere Stellen im Netz, wo der Kommentator Texte anderer Autoren kommentiert hat. Und um ihn im mit Google verheirateten Blogspot besser zu finden, sei mit „moevenort“ der Nickname auch in diesem Text wenigstens einmal erwähnt. Der Estland-Blog darf sich der Achtung des erwähnten Kommentators erfreuen, denn hier unterscheidet sich sein Duktus doch positiv.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;P.S.: moevenort, mir als promoviertem und deutschsprachigem Politiolgen könnten Sie doch vielleicht im Gegensatz zu "antyx" Ihr Publikationsverzeichnis schicken. Das werde ich in keiner Datenbank wohl unter einem Ort finden, an dem sich Möven aufhalten, ohne damit etwas (Böses) über diese Vögel sagen zu wollen.&lt;br /&gt;http://blog.antyx.net/2011/02/estonian-parliamentary-elections-are.html&lt;meta equiv="Content-Type" content="text/html; charset=utf-8"&gt;&lt;meta name="ProgId" content="Word.Document"&gt;&lt;meta name="Generator" content="Microsoft Word 9"&gt;&lt;meta name="Originator" content="Microsoft Word 9"&gt;&lt;link rel="File-List" href="file:///C:/DOKUME%7E1/reetz/LOKALE%7E1/Temp/msoclip1/01/clip_filelist.xml"&gt;&lt;!--[if gte mso 9]&gt;&lt;xml&gt;  &lt;w:worddocument&gt;   &lt;w:view&gt;Normal&lt;/w:View&gt;   &lt;w:zoom&gt;0&lt;/w:Zoom&gt;   &lt;w:hyphenationzone&gt;21&lt;/w:HyphenationZone&gt;   &lt;w:donotoptimizeforbrowser/&gt;  &lt;/w:WordDocument&gt; &lt;/xml&gt;&lt;![endif]--&gt;&lt;/div&gt;&lt;style&gt; &lt;!--  /* Font Definitions */ @font-face 	{font-family:Wingdings; 	panose-1:5 0 0 0 0 0 0 0 0 0; 	mso-font-charset:2; 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Der 2009 als Einzelkandidat angetretene estnische Angeordnete des EU-Parlaments, der Moderator Indrek Tarand, spricht von „aufständischen“ Wahlen. Die Wähler glaubten den Versprechungen der Parteien und Politiker nicht mehr, daher gebe es in diesem Jahr so viele Einzelkandidaten. Er forderte die Wähler auf, Ihre Einflußmöglichkeiten nicht zu unterschätzen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Was steckt technisch dahinter? Estlands Wahlrecht ist eine Verhältniswahl mit Personenstimmen. Für den an andere Verhältniswahlsysteme gewöhnte Beobachter sieht der Stimmzettel sehr ungewöhnlich aus. Es ist ein faktisch leeres Blatt mit einem freien Feld. Daneben steht: „ich wähle den Kandidaten Nummer“. Der Wähler muß also mit einem Kugelschreiber die Nummer des bevorzugten Kandidaten in dieses Feld eintragen. Der Effekt ähnelt dem der österreichischen Vorzugsstimme. Der Wähler bevorzugt einen Kandidaten und wählt mit ihm auch die Liste seiner Partei. Es ist ein kompliziertes mathematisches Verfahren, wie hoch die Quote ist, um ein „persönliches“ Mandat auf diese Weise zu erreichen. Da sich aber viele Wähler stärker nach Personen als nach Parteien richten und selbst Parteianhänger vorwiegend für die bekannteren Politiker stimmen, erreichen diese in aller Regel die Quote ohne Schwierigkeiten und ziehen wie eine Lokomotive auf Kompensationsmandaten Parteifreunde mit in das Parlament, für die entschieden weniger Wähler ihre Personenstimme abgegeben haben. Der estnisch-amerikanische Politologe Rein Taagepera hat dieses System deshalb wiederholt als Enttäuschungsmaschine der Wähler kritisiert.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nichtsdestotrotz bietet dieses System parteilosen und unabhängigen Kandidaten die Möglichkeit zur Kandidatur. Dabei zu gewinnen ist in den zwölf etwas größeren Wahlkreisen einfacher, als vergleichsweise in Deutschland als Unabhängiger ein Direktmandat zu erringen, aber deshalb noch lange nicht einfach. Statistiker haben berechnet, daß in einigen Wahlkreisen ein Einzelkandidat, um gewählt zu werden, 20% der Stimmen erhalten muß – ein schier unerreichbares Ziel, wohingegen in Raplamaa es nur 7% bedürfe, doch hier kandidierten mit Ministerpräsident Andrus Ansip und seinem zweimaligen Vorgänger Mart Laar sehr bekannte estnische Politiker.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Mit einem Wort, ein Erfolg ist nicht ausgeschlossen. Bevor sich das estnische Parteiensystem nach der Unabhängigkeit von der Sowjetunion 1991 stabilisiert hatte, gelang das 1992 zwei Politikern und anschließend bei Parlamentswahlen nicht wieder. Indrek Tarand ist damit die dritte Ausnahme, die dieses Jahr zahlreiche Personen zur Kandidatur ermunterte. Neben vielen Nationalisten und sonstigen auch zwielichtigen Gestalten etwa die bekannte Sängerin Siiri Sisask.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Unwägbarkeiten beschreiben die Politologen Rein Toomla und Ott Lumi; sehr viele Wähler entschieden sich erst in der Woche vor dem Urnengang, die Parteien dürften also ihre Bemühungen nicht ruhen lassen, zumal dieses Jahr die Umfragewerte Achterbahn fahren. Die Zentrumspartei hat deshalb die Wahlkommission aufgefordert, dem Vorbild anderer europäischer Länder zu folgen und die Veröffentlichung von Umfragen so kurz vor den Wahlen einzuschränken (, was kein Thema für jene ist, die auf Umfragewerte pfeifen wie der fleißige Estland-Blog Kommentator "moevenort"). Die Nervosität der Partei Savisaars erklärt der Journalist Kalle Muuli damit, daß gerade für sie ein schlechteres Ergebnis als 29 Sitze dramatisch wäre nach vier Jahren in der Opposition, während die Popularität der Regierung in der Wirtschaftskrise gelitten habe.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ein weiterer für den deutschen Beobachter überraschender Aspekt ist, daß ab sofort alle 625 Wahllokale täglich von zwölf bis acht Uhr abends geöffnet sind, um den Menschen, die sich am Wahltag nicht am Wohnort befinden, die Stimmabgabe zu ermöglichen. Dieser Punkt streift ein viel diskutiertes Thema diverser Wahlrechte, wie man den Bürgern das Wählen zwecks Steigerung der Wahlbeteiligung bequemer machen kann. Während es in Deutschland nur die auch in Estland bekannte Briefwahl gibt mit dem Nachteil, daß daheim niemand so recht prüfen kann, wer wie wählt, kann man im benachbarten Lettland am Wahltag und nur am Wahltag in einem beliebigen Wahllokal abstimmen. Während das dort auch bedeutet, im entsprechenden von fünf Wahlkreisen des Landes abzustimmen, kann der estnische Wähler auch andernorts eine Stimme für seinen Wahlkreis abgeben.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Mit dem geflügelten Wort E-stonia, ein Wortspiel mit dem für den elektronischen Cyberspace stehenden E und dem Namen des Landes auf Englisch, wird beschrieben, was in Estland noch geht: man kann auch elektronisch im Internet wählen. Identifikationskarten wurden schon vor längerer Zeit eingeführt, es bedarf am Rechner nur des entsprechenden Lesegerätes. Darüber hinaus kann man in diesem Jahr sogar erstmals per Handy wählen (Die Doppeldeutigkeit des Verbs wählen läßt sich übrigens auch im estnischen – „valima“ – nicht vermeiden). Dennoch, die meisten Wähler gehen traditionell am Wahltag ins Wahllokal.&lt;br /&gt;P.S.:&lt;br /&gt;Am Montag wandten sich zahlreiche Einzelkandidaten an die Wahlkommission mit einem Protestschreiben gegen die Übertragung von Stimmen unerfolgreicher Kandidaten an die starren Listen der Parteien auf nationaler Ebene. Hinter dem Anliegen steckt aber offensichtlich mehr der Wunsch nach Sichtbarkeit in den Medien. Die Einzelkandidaten befürchten - zu Recht - daß viele Wähler, die keine Partei wählen wollten, wegen der in allen Zeitungen als gering bezeichneten Aussicht der Parteilosen Mandate zu erringen, erst gar nicht zu Wahl gingen. Viele Wähler hätten Angst, so die Einzelkandidaten, daß ihre Stimmen im Falle der Erfolglosigkeit ihres Kandidaten an eine andere Partei übertragen wird. Das ist, wie die Wahlkommission betonte, freilich nicht so. Das gilt nur für Kandidaten mit Parteizugehörigkeit. Mit einem Wort, selbstverständlich werden die Stimmen erfolgloser Einzelkandidaten an niemanden übertragen und sind damit verfallen. Da das Parlament Riigikogu 101 Mandate hat, die in jedem Fall vergeben werden, erhalten die verfallenen Wähleranteile so indirekt andere Parteien  Das gilt aber auch für alle Stimmen für Parteien, die unter der 5%-Hürde blieben. Ein Sturm im Wasserglas also, ein hilfloser Akt der Einzelkandidaten gegen Wahlenthaltung. Letztendlich ist es für den Wähler egal, ob er nicht zur Wahl geht oder einen erfolglosen Einzelkandidaten wählt. Das Ergebnis ist das gleiche.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/4443358526722795284-3505389275428312879?l=axelreetz.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://axelreetz.blogspot.com/feeds/3505389275428312879/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=4443358526722795284&amp;postID=3505389275428312879' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4443358526722795284/posts/default/3505389275428312879'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4443358526722795284/posts/default/3505389275428312879'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://axelreetz.blogspot.com/2011/02/parlamentswahlen-in-estland-von-der.html' title='Parlamentswahlen in Estland von der technischen Seite (ergänzt)'/><author><name>Dr. Axel Reetz</name><uri>http://www.blogger.com/profile/08088353413536294515</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-4443358526722795284.post-1631753199638299303</id><published>2011-02-20T11:06:00.002+02:00</published><updated>2011-02-22T16:07:33.600+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Estland'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='deutsch'/><title type='text'>Estland vor Entscheidung politischer Kontinuität</title><content type='html'>&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Der estnische Politologe Rein Toomla behauptete bereits in seinem 1999 erschienen Buch über die Parteien in Estland, das Land habe ein Parteiensystem. In der Politikwissenschaft beschreibt dieser Begriff die Gesamtheit der Parteien eines Staates inklusive Diskussionen über relevante Parteien, also jene, die es wenigstens ins Parlament schaffen. Wenn also Toomla 1999 sagte, Estland habe ein Parteiensystem, dann meinte er damit dessen Prognostizierbarkeit. Er argumentierte, daß es schon vorher offensichtlich sei, welche Parteien den Sprung in die nächste Wahlperiode schaffen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Toomlas Behauptung erwies sich bislang als richtig. Während in den südlichen Nachbarländern Parteienspaltungen und -vereinigungen sowie Neugründungen nichts Ungewöhnliches sind, so wurde die „jüngste“ Partei Estlands bereits 1994 vom früheren Nationalbankpräsidenten und heutigen EU-Kommissar Siim Kallas gegründet.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Anfang März finden turnusgemäß Parlamentswahlen statt, und es bleibt dabei: Welche Parteien vertreten sein werden, ist so gut wie sicher. Das ist zunächst die regierende Reformpartei, die Gründung von Kallas, die Zentrumspartei des Volksfront-Regierungschefs Edgar Savisaar, der auf nationaler Ebene trotz regelmäßig großer Wahlefolge von den anderen Parteien als Partner meist abgelehnt wird und deshalb seit Jahren das Bürgermeisteramt in der Hauptstadt der Oppositionsbank vorzieht sowie die Union aus Vaterland und Res Publica. Letztere war vor ungefähr zehn Jahren als Saubermannpartei gegründet später in der Vereinigung aufgegangen. Außerdem werden die nach vielen internen Streitigkeiten angeschlagenen Sozialdemokraten wohl Mandate erzielen. Ob die Volksunion, die vorwiegend die Landbevölkerung anspricht, und die Grünen die 5%-Hürde überspringen werden, gilt als unsicher, aber nicht unwahrscheinlich.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die derzeitig regierende Minderheitsregierung aus Reformpartei und Vaterland unter Ministerpräsident Andrus Ansip hat sich gegenüber zahlreichen Wahlversprechen der Sozialdemokraten bereits ablehnend geäußert. Dieser Schritt ist insofern von Interesse, als diese bis vor rund einem Jahr der Koalition angehörten und wegen eines Streites über die Arbeitsmarktpolitik Ansips die Regierung verlassen hatten. In den vergangenen 20 Jahren haben aber die Sozialdemokraten immer wieder mit den nationalen und liberalen Kräften koaliert und nicht mit der sich regelmäßig sozialdemokratisch gerierenden Zentrumspartei zusammengearbeitet.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Damit wird eine Fortsetzung der bisherigen Regierungsarbeit in der bisherigen Koalition sehr wahrscheinlich. Ansip wird im Land von vielen Menschen geachtet, weil Estland durch die Finanzkrise trotz aller Schwierigkeiten immer noch besser gesteuert wurde als sein südlichen Nachbar Lettland. Seiner Reformpartei werden 40% zugetraut. Aber Umfrageinstitute geben zu bedenken, daß unter den gegebenen Umständen unentschlossene Wähler einen bedeutenden Einfluß haben könnten. Wichtig ist auch die Frage, wie viele Wähler ihre Stimme den Einzelkandidaten geben. Nach estnischen Wahlrecht ist es möglich, als Einzelperson um ein Mandat zu kandidieren.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Rein Toomla meint deshalb, daß angesichts auf dieser Weise „verfallender“ Stimmen die Reformpartei sogar mit unter 50% der Stimmen eine absolute Mehrheit der Sitze erzielen könnte, was eine echte Sensation für die estnische Politik bedeutete. Ein solches Szenario würde freilich um so wahrscheinlicher, je eher die Grünen und die Volksunion tatsächlich an der 5%-Hürde scheitern würden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Sicher scheint nur eins. Politisch wird sich in Estland kaum etwas verändern. &lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/4443358526722795284-1631753199638299303?l=axelreetz.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://axelreetz.blogspot.com/feeds/1631753199638299303/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=4443358526722795284&amp;postID=1631753199638299303' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4443358526722795284/posts/default/1631753199638299303'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4443358526722795284/posts/default/1631753199638299303'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://axelreetz.blogspot.com/2011/02/estland-vor-entscheidung-politischer.html' title='Estland vor Entscheidung politischer Kontinuität'/><author><name>Dr. Axel Reetz</name><uri>http://www.blogger.com/profile/08088353413536294515</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-4443358526722795284.post-5056788569306488462</id><published>2011-02-17T11:09:00.000+02:00</published><updated>2011-02-17T11:10:33.453+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='deutsch'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Lettland'/><title type='text'>Europa und Lettland verstehen sich schlecht</title><content type='html'>&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Es gehört zum Selbstverständnis einer liberalen Demokratie – darunter versteht die Politikwissenschaft vor allem Rechtsstaatlichkeit und Gewaltenteilung – alle Einwohner am politischen Prozeß zu beteiligen. Daß sich Lettland und sein nördlicher Nachbar Estland 1991 dagegen entschieden, allen Einwohnern automatisch die Staatsbürgerschaft zuzugestehen, stieß immer wieder auf heftige Kritik im Westen und Besuche des Hohen Kommissars für nationale Minderheiten der OSZE, Max van der Stoel, gehörten in den 90er Jahren zu den besonders pikanten Ereignissen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Auf der einen Seite wollten die baltischen Staaten dazugehören, möglichst schnell allen westlichen Organisationen beitreten, was ihnen bei Europarat und OSZE auch zügig gelang. Andererseits gab es noch erhebliche Schwierigkeiten, die Werte dieser westlichen Gemeinschaften zu teilen. Aber beide Organisationen hatten auch seit ihrer Gründung in der Zeit des kalten Krieges die Aufgabe, Forum für den Dialog von Staaten mit unterschiedlichen Werten zu sein.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Gleichzeitig fiel es den westlichen Organisationen schwer zu verstehen, wie der Osten tickt, der sich doch gerade anscheinend die westlichen Werte zu übernehmen anschickte. Und im Falle von Estland und Lettland und der Staatsbürgerschaft wurde vermutlich manchmal weder ordentlich zugehört noch in die Geschichtsbücher geschaut. Eine willkürliche Entscheidung war es in beiden Ländern nicht. Der Kompromiß sah schließlich so aus, daß die OSZE in Estland und Lettland 1993 Missionen eröffnete, die beide Staaten in der Ausarbeitung ihrer Gesetzgebung im Zusammenhang mit der recht großen „Minderheit“ beriet und unterstützte. Diese Arbeit genügte schließlich für die Aufnahme von Beitrittsgesprächen zur EU. Bereits drei Jahre vor dem erfolgreichen Abschluß wurden die Missionen 2001 schließlich geschlossen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Während der Vorsitz Litauens in der OSZE, die in den vergangenen zehn Jahren deutlich an Bedeutung verloren hat, bevorsteht, bleiben alle drei  baltische Republiken Mitglied. Und einen Hochkommissar gibt es immer noch. Nach dem Niederländer Max von der Stoel ist es derzeit der Norweger Knut Vollenbek, der jetzt Lettland besuchte und die lokale Politik erneut provozierte. Er schlug vor, den Staatenlosen Lettlands das Wahlrecht zuzugestehen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das wäre freilich ein Präzedenzfall. Während in den USA ohne Melderegister selbst der Wahlbürger nur theoretisch einer ist, solange er sich nicht aktiv um seine Rechte gekümmert hat, würde eine Wahlberechtigung von nicht Staatsbürgern dieses Institut in Frage stellen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es sei an dieser Stelle erwähnt, daß Estland den Staatenlosen das kommunale Wahlrecht wegen deren Konzentration im Nordosten des Landes gewährt. Ein vergleichbarer Schritt in Lettland hätte zur Folge, daß die Zahl der Wahlberechtigten gerade in der Hauptstadt Riga sprunghaft steigen würde. Das ist insofern bemerkenswert, als in Ermangelung anderer Spielfelder für Politiker und Parteien die kommunale Politik in den Hauptstädten des Baltikums stark politisiert ist.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Vollenbek begründet seinen Vorstoß mit einer stärkeren Einbindung der Staatenlosen in die Gesellschaft. Vor dem Hintergrund der Integrationsdebatte in Frankreich und Deutschland darf behauptet werden, daß in Estland und Lettland in der Tat viele Menschen, die der Titularnation nicht angehören, eine Parallelgesellschaft bilden, nur ihresgleichen treffen und auch medial in einem anderen Informationsraum leben.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Außenminister Ģirts Valdis Kristovskis von der Einigkeit widersprach diesem Anliegen wie erwartet. Erwartet nicht nur als Vertreter der Regierung und des größeren Koalitionspartners, sondern auch durch seine politische Vergangenheit, die ihn über mehrere Parteien vor seinem Schritt zur Einigkeit eine politische Heimat bei den Nationalisten hatte finden lassen, für die er bis 2009 im EU-Parlament saß. Sein Argument ist jedoch entlarvend: ein Teil der Gesellschaft betrachte es sowieso nicht für erforderlich wählen zu gehen und viele seien an einem Erwerb der Staatsbürgerschaft nicht einmal interessiert.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ersteres kann mit Fug und Recht ein wissenschaftlicher oder journalistischer Beobachter behaupten. Aus dem Munde eines Politikers klingt es nach Kapitulation oder stiller Freude. Daß viele Staatenlose tatsächlich kein Interesse an einer Einbürgerung zeigen, hat hingegen verschiedene Gründe. Ein wichtiger sind die besseren Reisemöglichkeiten nach Rußland mit dem grauen Paß, der in Richtung Westen wiederum kaum Einschränkungen gegenüber Staatsbürgern kennt. Würde man den Staatenlosen das Wahlrecht zugestehen, widerspricht sich Kristovskis schließlich selbst, nähme man ihnen die letzte Motivation zur Einbürgerung.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Vollenbek wiederum betonte verstanden zu haben, daß Lettland noch viel zur Integration zu leisten habe. Sprachkurse seien wichtig, so der Hochkommissar, wie ihm viele Menschen versichert hätten. Aber dies ist bei in Lettland lebenden Russen sicher auch gern ein vorgeschobenes Argument, während andererseits viele Letten sich den Vorwurf gefallen lassen müssen, in Anwesenheit von Russen zu schnell und bereitwillig in deren Sprache zu wechseln und ihnen damit die Möglichkeit zur Praktizierung der eigenen Sprachkenntnisse zu nehmen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Fest steht wohl nur so viel, auch 20 Jahre nach der Unabhängigkeit von der Sowjetunion ist dieses Thema noch nicht abgehakt.&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/4443358526722795284-5056788569306488462?l=axelreetz.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://axelreetz.blogspot.com/feeds/5056788569306488462/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=4443358526722795284&amp;postID=5056788569306488462' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4443358526722795284/posts/default/5056788569306488462'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4443358526722795284/posts/default/5056788569306488462'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://axelreetz.blogspot.com/2011/02/europa-und-lettland-verstehen-sich.html' title='Europa und Lettland verstehen sich schlecht'/><author><name>Dr. Axel Reetz</name><uri>http://www.blogger.com/profile/08088353413536294515</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-4443358526722795284.post-1435295215875831452</id><published>2011-02-15T12:43:00.002+02:00</published><updated>2011-02-15T19:48:04.878+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Estland'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='deutsch'/><title type='text'>Estland kitzelt den russischen Bären</title><content type='html'>&lt;div style="TEXT-ALIGN: justify"&gt;Während auf der Berlinale ein Film des deutschen Regisseurs Cyril Tauschi über den früheren russischen Oligarchen Michail Chodorkowsky (Михаил Ходорковский) gezeigt wird, wird in Estland eine Briefmarke mit seinem Konterfei und dem des ebenfalls verurteilten Geschäftspartner Platon Lebedew (Платон Лебедев ) herausgegeben.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Initiator ist offensichtlich Severin Tarasov, der in Estland eine Firma leitet, die mit Metallen handelt und gleichzeitig bei Baltiski Memorial aktiv ist. Diese NRO hilft Menschen in der ehemaligen Sowjetunion bei Nachforschungen über die eigene Familie und unterstützt das Erlernen von Fremdsprachen bis hin zu einer Übersiedlung nach Estland. Tarasov begründet das Erscheinen der Marke mit dem Engagement der beiden ehemaligen Geschäftsleute. Das Motiv war im Rahmen des &lt;a href="http://www.post.ee/?id=4880&amp;amp;step=1&amp;amp;utype=u"&gt;Programmes „Minu Mark“ (meine Briefmarke)&lt;/a&gt; eingereicht worden, daß jedem gegen eine Gebühr erlaubt, gültige Briefmarken mit dem eigenen Motiv zu bestellen. Der Preis hängt von der Menge und vom Nennwert ab.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Entwurf der Marke stammte von dem aus Weißrußland stammenden Künstler Perepetschin und die Marke hat den Nennwert von 0,58 Euro oder neun estnischen Kronen. Soviel kostet ein Brief ins europäische Ausland.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Während die meisten Bestellungen aus Rußland kommen, hat der Autor dieser Zeilen bislang keine Kommentare der estnischen Presse entdeckt. &lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/4443358526722795284-1435295215875831452?l=axelreetz.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://axelreetz.blogspot.com/feeds/1435295215875831452/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=4443358526722795284&amp;postID=1435295215875831452' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4443358526722795284/posts/default/1435295215875831452'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4443358526722795284/posts/default/1435295215875831452'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://axelreetz.blogspot.com/2011/02/estland-kitzelt-den-russischen-baren.html' title='Estland kitzelt den russischen Bären'/><author><name>Dr. Axel Reetz</name><uri>http://www.blogger.com/profile/08088353413536294515</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-4443358526722795284.post-2487882110197861058</id><published>2011-02-14T09:55:00.001+02:00</published><updated>2011-02-18T10:06:06.367+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='deutsch'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Lettland'/><title type='text'>Wie korrupt ist Lettland wirklich? (aktualisiert)</title><content type='html'>&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Lettland schneidet in Untersuchungen über Korruption regelmäßig schlecht ab. Dabei geht es meist nicht um die kleinen Dinge, daß etwa Verkehrspolizisten Strafen auf dem kurzen Dienstweg erledigen, sondern es häufig um die Erlangung von Vorteilen unter Ausnutzung der Dienststellung Viel ist ein offenes Geheimnis, ohne daß es je gelungen wäre, die „großen Fische“ zur Strecke zu bringen. Die Hafenstadt Ventpils mit ihren Unternehmen Ventsbunkers und Ventspils Nafta und der Bürgermeister der Gemeinde, Aivars Lembergs, der nicht erst einmal vor Gericht stand und 2007 sogar einige Monate inhaftiert war, gehört zu den bekanntesten Fällen.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;Ein wenig in Vergessenheit geraten ist der &lt;a href="http://axelreetz.blogspot.com/2008/01/lettland-sucht-latvenergo-millionen.html"&gt;Skandal um die drei Millionen verschwundenen Lat&lt;/a&gt;. 1995 war die Banka Baltija dank ihrer Pyramidengeschäfte zusammengebrochen. Der Liquidator David Berry wollte acht Millionen vom Energieversorger Latvenergo zurückbekommen, um die Ansprüche der Gläubiger zu bedienen, doch das Unternehmen erklärte sich für außerstande zur Rückzahlung. Daraufhin wurde ein Geschäft über Liechtenstein eingefädelt, von wo aus Berry sofort fünf Millionen erhalten sollte, und die Liechtensteiner sollten sich die acht von Latvenergo dann später holen. Nachdem Berry sein Geld erhalten hatte, wurde bekannt, daß Latverngo acht Millionen bereits vorher nach Liechtenstein überweisen hatte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ein großer moralischer Skandal damals auch, weil viele Kleinanleger ihr Geld verloren hatten. Der Chef der Bank, Aleksander Lavent, erklärt sich seit nunmehr fünfzehn Jahren für verhandlungsunfähig aus gesundheitlichen Grünen. Ob ein Prozeß jedoch etwas würde klären können, ist nicht gewiß. Der damals eingesetzte Untersuchungsausschuß des Parlamentes scheiterte ebenso. Der Journalist Jānis Domburs und die damalige Mitarbeiterin von Transparency International, Inese Voika, veröffentlichten das Buch „Kurš nozaga 3 miljonus?“ – wer stahl die drei Millionen. Eine anstrengende Lektüre, bei der es nach drei Seiten schwierig wird, den Ausführung ob der Vielzahl der erwähnten Personen zu folgen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ebenso undurchsichtig ist die Figur Vladimir Vaškevičs, dessen Geschichte im Gegenteil zu den vorherigen eine unendliche zu werden droht. Im Mai 2007 wurde das Fahrzeug des damaligen Chefs der Kriminalabteilung des Zoll durch einen Sprengsatz zerstört. Verhaftet wurde Edgars Gulbis, der vorher unter anderem im Sicherheitsdienst der Staatskanzlei und der Präsidentenkanzlei tätig gewesen war. Im Herbst flüchtete Gulbis unter mysteriösen Umständen während einer Überführung aus einem Wagen der Polizei, als dieser gerade den Fluß Daugava überquerte. Gulbis sprang in die Daugava und wurde von seiner Lebensgefährtin aufgelesen, die sich in unmittelbarer Nähe befand. Gulbis wurde dennoch erneut festgenommen. Weder der Anschlag noch der Fluchtversuch sind aufgeklärt worden. Vaškevičs wurde ins Finanzministerium versetzt, wo er für die Bekämpfung der organisierten Kriminalität verantwortlich war.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Jetzt ist Vaškevičs von der Anti-Korruptionsbehörde verhaftet worden. Man wirft im vor, 50.000 Euro Bestechungsgelder an Mitarbeiter des Finanzamtes gezahlt zu haben, um eine Kontrolle der Steuern konkreter Personen zu verhindern. Finanzminister Andris Vilks erklärte, unter diesen Umständen könne Vaškevičs freilich nicht mehr im Finanzministerium arbeiten. Nach Aussagen seines Anwalts hatte Vaškevičs kurz zuvor Briefe ans Finanzministerium und die Anti-Korruptionsbehörde gesandt und mitgeteilt, daß er Provokationen gegen seine Person erwarte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Journalisten haben inzwischen weitere Details ermittelt, demnach hat Vaškevičs im Interesse einem konkreten Unternehmer im Rigaer Freihafens gehandelt. Es soll sich um Vasilij Roskov handeln, der im Transitgeschäft tätig ist. Probleme gab es demnach mit einer Ladung gefrorenem Hühnerfleisch. Üblicherweise hat man solche Waren als Transitgeschäft nach Rußland deklariert, letztlich aber in Lettland verkauft, wobei der lettische Staat um die entsprechenden Steuereinnahmen betrogen wird.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das Geld wurde bei einem Treffen auf einer Bowlingbahn an den Chef der Zollverwaltung in der Finanzverwaltung, während die Nation gebannt auf die Ereignisse in Jēkabpils schaute, Tālis Kravalis, übergeben. Die beiden Amtspersonen kennen sich seit den 80er Jahren, als sie etwa gleichzeitig beim Rigaer Zoll zu arbeiten begonnen hatten. Dabei meinen die Journalisten einem Kampf innerhalb der Finanzverwaltung auf die Spur gekommen zu sein, in dem Kravalis versucht, den Einfluß von Vaškevičs einzuschränken. Zu diesem Zweck wird um die Frage gerungen, wem die Kriminalabteilung des Zolls unterstellt ist.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Summe von 50.000 Euro gilt als ein großer Fall von Korruption, für den eine Haftstrafe von drei bis acht Jahren droht.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das wirklich Überraschende an diesem neuen Vorwurf ist die Summe. Wieviel Geld muß mit "Hühnerbeinen" in Lettland verdient werden können, daß allein zur Verhinderung einer Steuerprüfung 50.000 Euro aufgewendet werden? Auch bleibt die Frage ungeklärt, wenn es sich um "durchfahrende Hühnerbeine" handelt, woher sie eigentlich stammen. Dieser neue Fall ist nicht weniger undurchsichtig als der oder die alten.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/4443358526722795284-2487882110197861058?l=axelreetz.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://axelreetz.blogspot.com/feeds/2487882110197861058/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=4443358526722795284&amp;postID=2487882110197861058' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4443358526722795284/posts/default/2487882110197861058'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4443358526722795284/posts/default/2487882110197861058'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://axelreetz.blogspot.com/2011/02/wie-korrupt-ist-lettland-wirklich.html' title='Wie korrupt ist Lettland wirklich? (aktualisiert)'/><author><name>Dr. Axel Reetz</name><uri>http://www.blogger.com/profile/08088353413536294515</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-4443358526722795284.post-1127049203051603474</id><published>2011-02-13T12:39:00.003+02:00</published><updated>2011-02-16T22:21:35.344+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='deutsch'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Lettland'/><title type='text'>Babylonische Sprachverwirrung im neuen Gewand</title><content type='html'>&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Zwanzig Jahre lang hat die lettische Politik sich mit der Frage beschäftigt, wer wann wo in welcher Sprache spricht. Es war erst nach der Wahl im vergangenen Oktober, aus der die als russisch geltende Partei Harmoniezentrum als zweitstärkste Fraktion hervorging, diskutiert worden, wie mit russischstämmigen Abgeordneten zu verfahren sei, die den Ausschußsitzungen nicht folgen können, obwohl die Entscheidung, wer das Volk vertritt, in einer Demokratie dem Volk überlassen werden sollte. Immerhin wurde richtig konstatiert, daß kein Abgeordneter gezwungen werden könne, im Plenum eine Rede zu halten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Bereits Anfang der 90er Jahre war Lettland in den westlichen Medien wegen vorgeblicher Diskriminierung der Russen in die Schlagzeilen geraten. Fernsehteams verfolgten Sprachinspektoren auf dem Rigaer Zentralmarkt, die dort bei den Marktfrauen prüften, ob sie auf Lettisch einen Kauf abwickeln können. Im Falle fehlender Sprachkenntnisse wurde ein Bußgeld fällig. Es ist auch zwanzig Jahre später keine Schwierigkeit, an diesem Ort auf des Lettischen nicht mächtige Verkäuferinnen zu stoßen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Gleichzeitig hat sich ein allen sichtbarer Prozeß schleichend vollzogen, der plötzlich die Sprachfrage in einem ganz anderen Licht erscheinen läßt. Während die lettischen Jugendlichen früher beim Spielen im Hof oft schon im Vorschulalter Russisch lernten, es so später wie eine zweite Muttersprache beherrschten und dies als Lingua Franca der Sowjetunion vielerorts auch erforderlich war, ist Russisch nun kein Pflichtfach mehr an den Schulen, während die russischen Schüler Dank der 2004 heftig diskutierten Novelle des Bildungsgesetzes bis zu 60% des Unterrichts in Lettischer Sprache erhalten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Verhältnisse haben sich also umgekehrt. Früher konnte in Lettland eigentlich jeder Russisch, während sich viele Zuwanderer um das heimische Lettisch nicht scherten. Heute ist dies die Staatssprache, ohne die beruflich mehr als Marktfrau zu sein schwierig ist. So können viele junge Letten kein Russisch, während die Lettischkenntnisse ihrer russischen Altersgenossen zunehmend besser werden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das hat Folgen auf dem Arbeitsmarkt. Selten, daß bei einer ausgeschriebenen Stelle nicht Kenntnis des Russischen verlangt wird. Die offizielle Staatssprache mag Lettisch sein, doch im Geschäftsleben ist es selbstverständlich, dem Kunden entgegen zu kommen. Die Abgeordneten der nationalistischen Fraktion „Alles für Lettland!“ / Für Vaterland und Freiheit brachten jetzt einen Gesetzentwurf ein, der lettische Jugendliche ohne Kenntnis der russischen Sprache vor Diskriminierung auf dem Arbeitsmarkt schützen soll. Die Nationalisten argumentieren, daß inzwischen sogar in vielen staatlichen Unternehmen Russisch-Kenntnisse Voraussetzung für jedweden Arbeitsplatz seien. Eine solche Diskriminierung der eigen Nation gebe es in keinem anderen europäischen Land. Die Partei verlangt, es dürften Fremdsprachkenntnisse zumal in einer nicht offiziellen Sprache der EU nur dann verlangt werden, wenn diese für die Tätigkeit unerläßlich seien.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der langjährige Verkehrsminister Ainārs Šlesers berichtete im Plenum von einer Anekdote. Mit einem estnischen Gast in einem Restaurant russisch parlierend habe ein junges lettisches Mädchen die Bestellung auf Englisch aufnehmen wollen, weil sie überhaupt kein Russisch verstand. Seither habe er sie dort nicht mehr gesehen. In der Hotellerie sei es erforderlich, neben lettisch wenigstens noch Englisch und Russisch zu können, und jede weitere Sprache erhöhe die Konkurrenzfähigkeit auf dem Arbeitsmarkt. Den Gesetzentwurf der Nationalisten bezeichnete er als Rache an der während der Sowjetzeit vorherrschenden russischen Sprache. Eine Verordnung der Regierung, welche die Forderung nach Russisch nur für Jobs mit Kundenkontakt erlaube, halte er im reellen Leben für nicht umsetzbar, weil die Arbeitsgeber einen anderen Grund finden würden, den Kandidaten mit Russisch-Kenntnissen einzustellen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Obwohl die Nationalisten im Parlament nur über acht von einhundert Mandaten verfügen, stimmten für ihren Antrag immerhin insgesamt 34 Abgeordnete, während sich 22 enthielten und 32 mit nein votierten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Nationalisten blieben allerdings die Antwort schuldig, ob in irgendeinem europäischen Land Arbeitssuchende mit weniger Kenntnissen als die Konkurrenz geschützt werden.&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/4443358526722795284-1127049203051603474?l=axelreetz.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://axelreetz.blogspot.com/feeds/1127049203051603474/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=4443358526722795284&amp;postID=1127049203051603474' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4443358526722795284/posts/default/1127049203051603474'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4443358526722795284/posts/default/1127049203051603474'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://axelreetz.blogspot.com/2011/02/babylonische-sprachverwirrung-im-neuen.html' title='Babylonische Sprachverwirrung im neuen Gewand'/><author><name>Dr. Axel Reetz</name><uri>http://www.blogger.com/profile/08088353413536294515</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-4443358526722795284.post-3796198644696453665</id><published>2011-02-13T11:39:00.002+02:00</published><updated>2011-02-13T11:43:28.627+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='deutsch'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Litauen'/><title type='text'>Wertestarre</title><content type='html'>&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Seit Jahrzehnten wird viel über Werte diskutiert,in den Feuilletons wie in der Politikwissenschaft. Während es in den Gazetten eher um moralische Aspekte eines erwünschten Wohlverhaltens geht, ist aus wissenschaftlicher Sicht der Wertekanon einer Gesellschaft auch wichtig für die Funktion des Staatswesens. In den 80er Jahren wurde der seit der 68-Bewegung einsetzende Wertewandel (Ronald Inglehart) diskutiert und als Werteverfall (Elisabeth Noelle-Neumann) von konservativen Apologeten in Frage gestellt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Mancherorts änderten sich die Dinge langsam, so wurde den Frauen das Wahlrecht im Schweizer Kanton Appenzell Innerrhoden erst 1990 zugestanden, nachdem die Verweigerung der Mehrheit der Männer gerichtlich als verfassungswidrig eingestuft worden war. In anderen umstrittenen Fragen wie dem Schwangerschaftsabbruch oder auch der Ehescheidung gibt es in den demokratisch regierten Ländern sehr unterschiedliche Regelungen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Auffällig ist unter dem Strich nur, daß Liberalisierungen in katholisch beeinflußten Ländern länger gedauert haben. Hier wurde das Frauenwahlrecht teilweise erst später eingeführt als in der Türkei. Für Abtreibungen gibt es einen regen Tourismus und in Irland blieb Paaren, die sich auseinandergelebt hatten, lange nichts anderes übrig, als eben einfach getrennt zu leben. Auffällig ist aber auch, daß in den sozialistischen Diktaturen Osteuropas manches schon viel früher viel freier gehandhabt wurde. So kam es nach der Wiedervereinigung 1990 zu heftigen Debatten im Bundestag über die Abtreibungsregelung.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Samuel Huntington prognostizierte mit the chlash of civilization zu Beginn der 90er Jahre, künftig würden Konflikte nicht mehr zwischen Staaten oder Ideologien ausgetragen, sondern zwischen Zivilisationen, die sich genau in solchen Werten unterschieden. Dies schien 9/11 zu bestätigen. Und so müßten die diversen christlichen Kulturen Europas eigentlich die abendländische Zivilisation ausmachen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Zwischen diesen Ländern gibt es freilich viele Gemeinsamkeiten, dennoch haben sich trotz aller ideologischen Bemühungen in 50 Jahren Diktatur in den Gesellschaften der post-sozialistischen Staaten in vielen Punkten im Vergleich zu Westeuropa archaische Einstellungskomplexe erhalten. &lt;a href="Seit%20Jahrzehnten%20wird%20viel%20%C3%83%C2%BCber%20Werte%20diskutiert,in%20den%20Feuilletons%20wie%20in%20der%20Politikwissenschaft.%20W%C3%83%C2%A4hrend%20es%20in%20den%20Gazetten%20eher%20um%20moralische%20Aspekte%20eines%20erw%C3%83%C2%BCnschten%20Wohlverhaltens%20geht,%20ist%20aus%20wissenschaftlicher%20Sicht%20der%20Wertekanon%20einer%20Gesellschaft%20auch%20wichtig%20f%C3%83%C2%BCr%20die%20Funktion%20des%20Staatswesens.%20In%20den%2080er%20Jahren%20wurde%20der%20seit%20der%2068-Bewegung%20einsetzende%20Wertewandel%20%28Ronald%20Inglehart%29%20diskutiert%20und%20als%20Werteverfall%20%28Elisabeth%20Noelle-Neumann%29%20von%20konservativen%20Apologeten%20in%20Frage%20gestellt.%20Mancherorts%20%C3%83%C2%A4nderten%20sich%20die%20Dinge%20langsam,%20so%20wurde%20den%20Frauen%20das%20Wahlrecht%20im%20Schweizer%20Kanton%20Appenzell%20Innerrhoden%20erst%201990%20zugestanden,%20nachdem%20die%20Verweigerung%20der%20Mehrheit%20der%20M%C3%83%C2%A4nner%20gerichtlich%20als%20verfassungswidrig%20eingestuft%20worden%20war.%20In%20anderen%20umstrittenen%20Fragen%20wie%20dem%20Schwangerschaftsabbruch%20oder%20auch%20der%20Ehescheidung%20gibt%20es%20in%20den%20demokratisch%20regierten%20L%C3%83%C2%A4ndern%20sehr%20unterschiedliche%20Regelungen.%20Auff%C3%83%C2%A4llig%20ist%20unter%20dem%20Strich%20nur,%20da%C3%83%C2%9F%20Liberalisierungen%20in%20katholisch%20beeinflu%C3%83%C2%9Ften%20L%C3%83%C2%A4ndern%20l%C3%83%C2%A4nger%20gedauert%20haben.%20Hier%20wurde%20das%20Frauenwahlrecht%20teilweise%20erst%20sp%C3%83%C2%A4ter%20eingef%C3%83%C2%BChrt%20als%20in%20der%20T%C3%83%C2%BCrkei.%20F%C3%83%C2%BCr%20Abtreibungen%20gibt%20es%20einen%20regen%20Tourismus%20und%20in%20Irland%20blieb%20Paaren,%20die%20sich%20auseinandergelebt%20hatten,%20lange%20nichts%20anderes%20%C3%83%C2%BCbrig,%20als%20eben%20einfach%20getrennt%20zu%20leben.%20Auff%C3%83%C2%A4llig%20ist%20aber%20auch,%20da%C3%83%C2%9F%20in%20den%20sozialistischen%20Diktaturen%20Osteuropas%20manches%20schon%20viel%20fr%C3%83%C2%BCher%20viel%20freier%20gehandhabt%20wurde.%20So%20kam%20es%20nach%20der%20Wiedervereinigung%201990%20zu%20heftigen%20Debatten%20im%20Bundestag%20%C3%83%C2%BCber%20die%20Abtreibungsregelung.%20Samuel%20Huntington%20prognostizierte%20mit%20the%20chlash%20of%20civilization%20zu%20Beginn%20der%2090er%20Jahre,%20k%C3%83%C2%BCnftig%20w%C3%83%C2%BCrden%20Konflikte%20nicht%20mehr%20zwischen%20Staaten%20oder%20Ideologien%20ausgetragen,%20sondern%20zwischen%20Zivilisationen,%20die%20sich%20genau%20in%20solchen%20Werten%20unterschieden.%20Dies%20schien%209/11%20zu%20best%C3%83%C2%A4tigen.%20Und%20so%20m%C3%83%C2%BC%C3%83%C2%9Ften%20die%20diversen%20christlichen%20Kulturen%20Europas%20eigentlich%20die%20abendl%C3%83%C2%A4ndische%20Zivilisation%20ausmachen.%20Zwischen%20diesen%20L%C3%83%C2%A4ndern%20gibt%20es%20freilich%20viele%20Gemeinsamkeiten,%20dennoch%20haben%20sich%20trotz%20aller%20ideologischen%20Bem%C3%83%C2%BChungen%20in%2050%20Jahren%20Diktatur%20in%20den%20Gesellschaften%20der%20post-sozialistischen%20Staaten%20in%20vielen%20Punkten%20im%20Vergleich%20zu%20Westeuropa%20archaische%20Einstellungskomplexe%20erhalten.%20Das%20gilt%20f%C3%83%C2%BCr%20das%20Verst%C3%83%C2%A4ndnis%20der%20Rolle%20von%20Mann%20und%20Frau%20besonders;%20hier%20ist%20die%20Frau,%20die%20neben%20dem%20Vollzeitjob%20den%20Haushalt%20alleine%20versorgt%20und%20sich%20um%20die%20Kinder%20k%C3%83%C2%BCmmert,%20nicht%20selten.%20Aber%20es%20gibt%20auch%20eine%20sehr%20ablehnende%20Haltung%20gegen%C3%83%C2%BCber%20Andersartige%20in%20jeder%20Form.%20Das%20betrifft%20Studenten%20anderer%20Hautfarbe%20ebenso%20wie%20Homosexuelle.%20Aus%20Ru%C3%83%C2%9Fland%20ist%20dies%20vielleicht%20durch%20die%20Medien%20bekannt,%20aber%20auch%20in%20den%20baltischen%20L%C3%83%C2%A4ndern%20fliegen%20bei%20Homosexuellen-Paraden%20Eier%20und%20Tomaten.%20Die%20Veranstaltungen%20kommen%20ohne%20Polizeischutz%20nicht%20aus.%20Aber%20nicht%20genug%20damit,%20da%C3%83%C2%9F%20sich%20viele%20Menschen%20im%20Baltikum%20f%C3%83%C2%BCr%20liberal%20halten,%20wenn%20sie%20der%20Meinung%20sind,%20es%20sei%20ihnen%20egal,%20was%20andere%20im%20Bett%20machen,%20aber%20man%20m%C3%83%C2%BCsse%20ja%20auf%20der%20Stra%C3%83%C2%9Fe%20nicht%20die%20Bev%C3%83%C2%B6lkerung%20mit%20seiner%20%C3%A2%C2%80%C2%9Ekranken%C3%A2%C2%80%C2%9C%20Orientierung%20br%C3%83%C2%BCskieren.%20In%20Lettland%20gab%20es%20lange%20sogar%20ein%20Internet-Prtal%20%C3%A2%C2%80%C2%9Eno-pride%C3%A2%C2%80%C2%9C.%20Litauen%20f%C3%83%C2%A4llt%20nunmehr%20in%20der%20Europ%C3%83%C2%A4ischen%20Union%20auf,%20weil%20die%20Parlamentarier%20gesetzlich%20gegen%20homosexuelle%20vorgehen%20wollen.%20Dem%20setzte%20sich%20einstweilen%20die%20neue%20Pr%C3%83%C2%A4sidentin%20Dalia%20Grybauskait%C3%84%C2%97%20entgegen.%20Die%20im%20Land%20popul%C3%83%C2%A4re,%20unverheiratete%20Politikerin%20war%20vorher%20Kommissarin%20der%20EU-Kommission%20in%20Br%C3%83%C2%BCssel.%20J%C3%83%C2%BCngst%20hat%20nun%20das%20EU-Parlament%20die%20derzeitig%20konservative%20Regierung%20Litauens%20aufgefordert,%20Jugendlichen%20freien%20Zugang%20zu%20Informationen%20%C3%83%C2%BCber%20Homosexualit%C3%83%C2%A4t%20zu%20erm%C3%83%C2%B6glichen.%20Hintergrund%20war,%20da%C3%83%C2%9F%20die%20Politiker%20in%20dem%20baltischen%20Land%20bis%20hin%20zu%20Romanen,%20in%20denen%20Homosexualit%C3%83%C2%A4t%20eine%20Rolle%20spielt,%20durch%20Zensur%20das%20Erscheinen%20zu%20verhindern%20suchten.%20Dies,%20so%20die%20EU-Parlamentarier,%20widerspreche%20der%20EU-Grundrechtecharta%20und%20stehe%20sogar%20im%20Widerspruch%20zur%20litauischen%20Verfassung.%20Die%20Abgeordneten%20sahen%20sich%20au%C3%83%C2%9Ferdem%20gen%C3%83%C2%B6tigt%20darauf%20hinzuweisen,%20es%20handele%20sich%20hier%20nicht%20um%20eine%20Einmischung%20in%20innere%20Angelegenheit,%20sondern%20alle%20EU-Staaten%20zu%20Achtung,%20Schutz%20und%20F%C3%83%C2%B6rderung%20der%20Menschenrechte%20verpflichtet%20seien%20und%20es%20keine%20Anhaltspunkte%20gebe,%20da%C3%83%C2%9F%20sexuelle%20Aufkl%C3%83%C2%A4rung%20die%20Orientierung%20junger%20Leute%20beeinflusse.%20Ein%20solcher%20Hinweis%20klingt%20merkw%C3%83%C2%BCrdig,%20doch%20in%20der%20Tat%20halten%20im%20Baltikum%20viele%20Menschen%20Homosexualit%C3%83%C2%A4t%20f%C3%83%C2%BCr%20eine%20%C3%A2%C2%80%C2%9Emoderne%C3%A2%C2%80%C2%9C%20Lebensform,%20zu%20welcher%20man%20junge%20Menschen%20%C3%A2%C2%80%C2%9E%C3%83%C2%BCberreden%C3%A2%C2%80%C2%9C%20k%C3%83%C2%B6nne.%20Trotzdem%20bleibt%20das%20Leben%20f%C3%83%C2%BCr%20Homosexuelle%20im%20Baltikum%20schwierig.%20In%20Litauen%20wird%20immer%20wieder%20versucht,%20Paraden%20zu%20verbieten;%20und%20hinter%20dieser%20Entscheidung%20stehen%20laut%20Umfragen%20drei%20Viertel%20der%20Bev%C3%83%C2%B6lkerung.%20In%20Lettland%20sind%20Verbote%20ebenfalls%20ausgesprochen%20worden%20mit%20dem%20Argument,%20die%20Beh%C3%83%C2%B6rden%20seien%20angesichts%20der%20zu%20erwartenden%20Proteste%20nicht%20in%20der%20Lage,%20die%20Veranstaltung%20zu%20sch%C3%83%C2%BCtzen.%20Die%20Richter%20haben%20sich%20in%20diesen%20F%C3%83%C2%A4llen%20allerdings%20rechtsstaatlicher%20geriert%20als%20die%20Volksvertreter%20und%20haben%20die%20Paraden%20zugelassen."&gt;Das gilt für das Verständnis der Rolle von Mann und Frau besonders&lt;/a&gt;; hier ist die Frau, die neben dem Vollzeitjob den Haushalt alleine versorgt und sich um die Kinder kümmert, nicht selten. Aber es gibt auch eine sehr ablehnende Haltung gegenüber Andersartige in jeder Form. Das betrifft Studenten anderer Hautfarbe ebenso wie Homosexuelle.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Aus Rußland ist dies vielleicht durch die Medien bekannt, aber auch in den baltischen Ländern fliegen bei Homosexuellen-Paraden Eier und Tomaten. Die Veranstaltungen kommen ohne Polizeischutz nicht aus. Aber nicht genug damit, daß sich viele Menschen im Baltikum für liberal halten, wenn sie der Meinung sind, es sei ihnen egal, was andere im Bett machen, aber man müsse ja auf der Straße nicht die Bevölkerung mit seiner „kranken“ Orientierung brüskieren. In Lettland gab es lange sogar ein Internet-Prtal „no-pride“.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Litauen fällt nunmehr in der Europäischen Union auf, weil die Parlamentarier gesetzlich gegen homosexuelle vorgehen wollen. Dem setzte sich einstweilen die neue Präsidentin Dalia Grybauskaitė entgegen. Die im Land populäre, unverheiratete Politikerin war vorher Kommissarin der EU-Kommission in Brüssel.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Jüngst hat nun das EU-Parlament die derzeitig konservative Regierung Litauens aufgefordert, Jugendlichen freien Zugang zu Informationen über Homosexualität zu ermöglichen. Hintergrund war, daß die Politiker in dem baltischen Land bis hin zu Romanen, in denen Homosexualität eine Rolle spielt, durch Zensur das Erscheinen zu verhindern suchten. Dies, so die EU-Parlamentarier, widerspreche der EU-Grundrechtecharta und stehe sogar im Widerspruch zur litauischen Verfassung. Die Abgeordneten sahen sich außerdem genötigt darauf hinzuweisen, es handele sich hier nicht um eine Einmischung in innere Angelegenheit, sondern alle EU-Staaten zu Achtung, Schutz und Förderung der Menschenrechte verpflichtet seien und es keine Anhaltspunkte gebe, daß sexuelle Aufklärung die Orientierung junger Leute beeinflusse. Ein solcher Hinweis klingt merkwürdig, doch in der Tat halten im Baltikum viele Menschen Homosexualität für eine „moderne“ Lebensform, zu welcher man junge Menschen „überreden“ könne.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Trotzdem bleibt das Leben für Homosexuelle im Baltikum schwierig. In Litauen wird immer wieder versucht, Paraden zu verbieten; und hinter dieser Entscheidung stehen laut Umfragen drei Viertel der Bevölkerung. In Lettland sind Verbote ebenfalls ausgesprochen worden mit dem Argument, die Behörden seien angesichts der zu erwartenden Proteste nicht in der Lage, die Veranstaltung zu schützen. Die Richter haben sich in diesen Fällen allerdings rechtsstaatlicher geriert als die Volksvertreter und haben die Paraden zugelassen.&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/4443358526722795284-3796198644696453665?l=axelreetz.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://axelreetz.blogspot.com/feeds/3796198644696453665/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=4443358526722795284&amp;postID=3796198644696453665' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4443358526722795284/posts/default/3796198644696453665'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4443358526722795284/posts/default/3796198644696453665'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://axelreetz.blogspot.com/2011/02/wertestarre.html' title='Wertestarre'/><author><name>Dr. Axel Reetz</name><uri>http://www.blogger.com/profile/08088353413536294515</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-4443358526722795284.post-782791761367006940</id><published>2011-02-05T12:32:00.002+02:00</published><updated>2011-02-05T12:36:06.083+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='deutsch'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Lettland'/><title type='text'>Anderer, neuer Menschenhandel</title><content type='html'>&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Es ist bekannt, daß viele Menschen in den armen und unterdrückten Ländern dieser Welt nach Europa wollen. Aber sind sie erst einmal da, ist das Bleiben das nächste Problem. Ein einfacher Kniff ist die Ehe mit einer Person, die EU-Staatsbürger ist. War der &lt;a href="http://www.infobalt.de/reetz/Lettland.html"&gt;Menschenhandel (Beitrag von Sintija Langenfelde)&lt;/a&gt; früher darauf orientiert, junge „langbeinige Blondinen“ zur Prostitution zu zwingen, werden nun potentielle Bräute für fiktive Ehen geworben.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Über konkrete Fälle berichtet jüngst mehrfach die lettische Presse, da es sich nicht mehr nur um Einzelfälle handelt. Auch das Eurasische Magazin schrieb über in Irland lebende Männer vorwiegend aus Indien und Pakistan, die wegen der dortigen Gesetzgebung auf Frauen aus Drittstaaten angewiesen seien, um eine Aufenthaltsgenehmigung zu bekommen. Im katholischen werden die meisten Ehen demnach vor einem Priester geschlossen, dessen Dokument dann aber überall anerkannt wird.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dem neuen, anderen Menschenhandel ist mit dem bekannten gemein, daß die Opfer vorwiegend junge Frauen sind, auf deren Armut und Hoffnungslosigkeit im Heimatland spekuliert wird. Ähnlich werden auch lukrative Arbeitsangebote gemacht. Es gab zwar bereits früher immer wieder im ganzen Baltikum Plakataktionen, um die Menschen aufzuklären. Neben dem Schriftzug „tevi pārdos kā lelli – netici vieglai peļņai ārzemēs“ – Du wirst verkauft wie eine Puppe – glaub nicht an einfachen Verdienst im Ausland, war ein wie eine Marionette an Strippen hängendes Mädchen abgebildet. Doch auf dem Land erreichen solche Kampagnen die Betroffenen kaum, aber gerade dort ist die soziale Lage besonders prekär und fern der Stadt sind die Menschen sicher auch ein wenig leichtgläubiger.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Mit dem neuen Phänomen beschäftigt sich nun zunehmend die Botschaft Lettlands in Irland, an die sich verschiedene Mädchen hilfesuchend gewandt hatten. Für die lettische Öffentlichkeit schockierend dabei, daß zehn Prozent aller in Irland bekannt gewordenen Fälle von Scheinehen Frauen aus Lettland betreffen, das sind demnach 4.600 Fälle in zwei Jahren. Nach offiziellen Angaben sind 50% der in Irland lebenden Frauen aus Lettland mit Pakistani verheiratet, denen als Flüchtling oder Student die Aufenthaltsgenehmigung auslief. Das tribine.lv meldet empört, daß vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte vier Personen Recht bekommen hatten, nachdem sie erfolgreich die Immigrationsgesetzgebung umgangen hatten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Auch wenn die Warnungen nicht alle potentiell gefährdeten erreichen, so hat das Problem doch über Jahre eine gewissen Publizität genossen und viele Menschen wissen von den Gefahren, was nicht unbedingt abschreckt. So schreibt eine anonyme Kommentatorin bei tribine.lv im Internet, ihr werde das Gleiche angeboten und sie werde trotz der gelesenen Informationen darauf eingehen, schließlich könne man in Lettland so viel Geld nicht verdienen. Dabei seinen die Preise durch die Krise gefallen. Erhielt eine Scheinbraut früher 10.000 Euro, so könne das „Entgelt“ inzwischen auf nur ein Zehntel davon schrumpfen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das Eurasissche Magazin schildert Beispiele, in denen es nur zu psychischem Druck gekommen war. Das betroffene Mädchen habe den Bräutigam angefleht, sie gehen zu lassen, doch der habe ihr erklärt, wieviel Geld er bereits bezahlt habe. Die lettische Tageszeitung Diena berichtete von zwei 21 und 23 Jahre alten Lettinnen, die auch gewaltsamen Druck ausgesetzt waren. Es sei Arbeit bei Mc Donalds versprochen worden, doch vor Ort bekannt der fiktive Gatte das Leben des Mädchens zu kontrollieren, dessen Einkommen auf sein überwiesen wurde und der drohte, sie und ihren in Lettland verbliebenen Sohn zu töten. Die andere Lettin beklagte sich über das Desinteresse der irischen Polizei, brachte aber ihren Fall dennoch zu Anzeige, weil sie ihrer Freundin, die selbst in Dublin mit einem Pakistani verheiratet lebt und sie angeworben hatte, nicht verzeihen könne.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Freilich bleibt nicht aus, daß in den Internetkommentaren über die „latviešu zeltenes“ diskutiert wurde, die in aller Regeln eher nicht Anastasija hießen, um nur ein Beispiel zu nennen. Damit spielt der Kommentar auf den hohen Anteil russischer Bevölkerung in Lettland an, der zu einem großen Teil auch über die Staatsbürgerschaft verfügt. Es ist deshalb schwierig, glaubwürdige statistische Angaben darüber zu machen, wie häufig junge Russinnen Opfer sind, wenn die Presse von Mädchen aus Lettland spricht.&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/4443358526722795284-782791761367006940?l=axelreetz.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://axelreetz.blogspot.com/feeds/782791761367006940/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=4443358526722795284&amp;postID=782791761367006940' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4443358526722795284/posts/default/782791761367006940'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4443358526722795284/posts/default/782791761367006940'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://axelreetz.blogspot.com/2011/02/anderer-neuer-menschenhandel.html' title='Anderer, neuer Menschenhandel'/><author><name>Dr. Axel Reetz</name><uri>http://www.blogger.com/profile/08088353413536294515</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-4443358526722795284.post-1635265545981174430</id><published>2011-02-04T09:17:00.005+02:00</published><updated>2011-02-05T10:06:23.151+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Estland'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='deutsch'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Lettland'/><title type='text'>Grenzgänger</title><content type='html'>&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Seit jeher lag die Stadt Walk auf der Grenze des estnisch bzw. Lettisch besiedelten Territoriums. Einzig gehörte die Stadt zum gemischtethnischen Livland, eine Grenze zu ziehen wurde erst nach der Unabhängigkeit Estlands und Lettlands 1918 erforderlich. Damals verblieb der größere Teil der Stadt den Esten. Während des kalten Krieges in der Sowjetunion durchzog den Ort dann wieder keine Grenze mehr, die Ironie der Geschichte nach dem Ende des kalten Krieges 1991 wieder gezogen wurde.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Innerstädtisch gab so es zeitweilig zwei Grenzstationen und einige gesperrte Straßen. Das bedeutete natürlich nicht, daß keine Esten mehr nach Lettland und Letten nach Estland fahren konnten. Probleme gab es trotzdem zahlreiche. Zunächst nämlich wurde zum Grenzübertritt noch gestempelt, Personalausweise gab es damals überhaupt nicht. Auf diese Weise waren die Pässe aber zügig voll und die Betroffenen waren gezwungen, vor Ablauf der Gültigkeit neue Dokumente zu beantragen. Manche Menschen wohnten im einen Teil der Stadt, arbeiteten aber im anderen. Für verwitwete Personen wurde sogar der Friedhofsbesuch damit plötzlich eine Geldfrage.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Besonders betroffen waren die Einwohner russischer Nationalität, Migranten aus der Sowjetzeit, die wegen der Gesetzgebung in Lettland und Estland mit dem Status der Staatenlosen besonders große Schwierigkeiten beim Grenzübertritt hatten, weil sie für das jeweils andere Land auch noch ein Visum benötigten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Am schlimmsten traf es jedoch eine Reihe von estnischen Staatsbürgern, Bewohner einer kleinen Straße, die auf estnischer Seite põhja, Nordstraße, und auf der lettischen Seite savienības, Unionsstraße heißt. Die Esten hatten sich hier in der Sowjetzeit Eigenheime errichtet, von denen ein Teil sich nach der Grenzziehung von 1920 aber auf lettischer Seite befand. Der Vorschlag eines Staatsgebietsaustausches wurde von lettischer Seite abgelehnt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Diese Probleme haben sich mit dem Beitritt zum Schengener Abkommen erledigt und das gilt auch für jene russischen Einwohner, die nach wie vor im Staatenlosen-Status leben. Andererseits haben sich Estland und Lettland in den vergangenen zwanzig Jahren sehr unterschiedlich entwickelt. Die Esten zahlen ab 2011 mit dem Euro, während die Letten noch immer unter den Folgen der Krise leiten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das trieb nun rund 15 im estnischen Valga arbeitende lettische Staatsbürger dazu, einem Aufruf des Bürgermeisters zu folgen, und sich auf der estnischen Seite offiziell anzumelden. Zurück geht die Situation auf Jobs in stabilen Unternehmen wie der Möbelfabrik, dem Fleischkombinat und dem Depo der estnischen Bahn. Hinzu kommen Vorteile finanzieller Natur wie ein höheres Kindergeld, niedrigere Steuern, eine wohnortnahe Gesundheitsversorgung – die Aufnahme von Letten ins Krankenhaus der estnischen Stadthälfte ist ansonsten nur mit EU-Versicherungsschein möglich, höhere Pensionsansprüche, deren zweite Säule im estnischen System vererbbar ist wie auch ein wenn auch geringfügig höherer Mindestlohn. Die Betroffenen tauschen ihren Verdienst in aller Regel nicht in die lettische Währung um, da Estland auch billiger sei.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Politik im lettischen Valka ist empört. Jeden Monat treffe man sich zur gemeinsamen Planung, offiziell heiße es, eine Stadt zwei Staaten, und dann müsse man von diesem Schritt aus der Presse erfahren. Pikant an der Einladung des estnischen Kollegen ist freilich, daß eine Anmeldung nur möglich ist für jene, die im estnischen Valga Freunde oder Verwandte haben, denn die Stadt hat einerseits keine Wohnflächen und wäre auch gesetzlich daran gehindert, diese Letten anzubieten. Insofern bedeutet die Ummeldung der 15 Personen nicht notgedrungen, daß diese auch physisch auf der estnischen Seite leben. Der Bürgermeister des estnischen Valga rechtfertigt sich jedoch mit dem Hinweis, daß ein Teil der Abgaben der in Valga Arbeitenden unabhängig davon, ob diese aus Lettland stammen oder in Estland in einer anderen Gemeinde leben, in die Hauptstadt überwiesen werden und nicht vor Ort verbleiben. Dies sei seine Motivation gewesen. Er versprach gleichzeitig, die entsprechenden Einnahmen in jedem Fall in die Verbesserung der Infrastruktur zu investieren.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Einen regen Verkehr und grenzüberschreitendes Wohnen gibt es auch in Hesinki und Tallinn, zwei Hauptstädte, die immerhin das Meer auf einer Entfernung von 80km trennt. Dennoch spricht man schon lange von Talsinki. Das Außenministerium in Riga hat bereits erklärt, daß es lettischen Staatsbürgern freistehe, ihren Wohnsitz in einem anderen Land zu nehmen.&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/4443358526722795284-1635265545981174430?l=axelreetz.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://axelreetz.blogspot.com/feeds/1635265545981174430/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=4443358526722795284&amp;postID=1635265545981174430' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4443358526722795284/posts/default/1635265545981174430'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4443358526722795284/posts/default/1635265545981174430'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://axelreetz.blogspot.com/2011/02/grenzganger.html' title='Grenzgänger'/><author><name>Dr. Axel Reetz</name><uri>http://www.blogger.com/profile/08088353413536294515</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-4443358526722795284.post-4665558856054180514</id><published>2011-02-01T11:36:00.007+02:00</published><updated>2011-02-05T10:05:00.799+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Estland'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='deutsch'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Europa'/><title type='text'>Estland, der Euro und der Eurostreit</title><content type='html'>&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;div align="justify"&gt;Kaum haben die Esten zum Jahreswechsel den Euro eingeführt, tauchten in der Hauptstadt Tallinn die ersten „falschen Fuffziger" auf, im konkreten Falle allerdings mache auch nur mit dem Nennwert von 20 Euro. Ministerpräsident Andrus Ansip, für den der Beitritt zur Eurozone lange Zeit ganz oberste Priorität gehabt hatte, erklärte dies mit Hoffnung der Betrüger auf mehr Erfolg in einer Gesellschaft, die sich noch nicht an die Gemeinschaftswährung gewöhnt hat. Ein neues Alltagsproblem für die Einwohner Estlands, denn Euro-Scheine zu fälschen ist natürlich lukrativer als die Banknoten einer so kleinen Währung wie der estnischen Krone.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div align="justify"&gt; &lt;/div&gt;&lt;div align="justify"&gt;Aber damit nicht genug löste die Einführung auch noch ein politisches Problem aus. Die Esten hatten sich bereits vor einigen Jahren per Umfrage dafür ausgesprochen, daß die Rückseite aller estnischen Münzen eine Karte der Republik Estland zieren solle. Aus Rußland kam der Vorwurf, die geprägten Umrisse entsprächen nicht den heutigen Grenzen Estland.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div align="justify"&gt; &lt;/div&gt;&lt;div align="justify"&gt;Der historische Hintergrund ist zu suchen in den Erfolgen der jungen estnischen Armee unter Johan Laidoner während des Befreiungskrieges nach dem ersten Weltkrieg gegen die ebenso junge Rote Armee. Die Esten brachte dies in eine günstige Position bei den Verhandlungen über die erstmals in der Geschichte erforderliche Grenzziehung. Nach der Inkorporation in die Sowjetunion während des Zweiten Weltkrieges korrigierten die Sowjets den Verlauf und schlugen einige estnische Gebiete nördlich und südlich des Peipussees der Russischen Republik zu, obwohl auch dort finno-ugrische Bevölkerungsgruppen lebten. Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion bedeutete diese Grenze einen fortlaufenden Verstoß gegen den Friedensvertrag von Tartu von 1920, in dem das damalige Sowjetrußland für alle Zeiten auf Gebietsansprüche verzichtet hatte. Nichtsdestotrotz war die estnische Politik mit Ausnahme von Nationalisten pragmatisch genug, diese Gebiete nicht zurückzuverlangen. Der paraphierte Grenzvertrag ist jedoch aus Gründen diplomatischer Differenzen nach wie vor nicht in Kraft.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div align="justify"&gt; &lt;/div&gt;&lt;div align="justify"&gt;Die Reaktion der estnischen Seite auf den Vorwurf, es handele sich um ein „künstlerisches" Verständnis der Grenzen des Landes, war gewiß unglücklich, zumal es über den Entwurf des Künstlers tatsächlich Diskussionen gegeben hatte. Der estnische Botschafter in Rußland leugnete schließlich jedoch, die Umrisse enthielten russisches Territorium, und ein konzentrierter Blick auf die Münzen scheint den Vorwurf eher weniger zu bestätigen, und so beruhigten sich in dieser Frage die Gemüter schnell.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div align="justify"&gt; &lt;/div&gt;&lt;div align="justify"&gt;Die Erweiterung der Eurozone ist für viele Kritiker allerdings auch Anlaß, ihre bisherigen Thesen erneut vorzutragen und anhand des estnisches Beispiels zu belegen. Dabei werden regelmäßig „Mantras" wiederholt, die nicht nur „technisch" mit den Vor- und Nachteilen der Gemeinschaftswährung in Verbindung stehen, sondern oftmals auf Weltanschauung beruhen. Bei einigen Experten überrascht die Selbstsicherheit, mit denen diese hinlänglich bekannten Positionen von Apologeten der angebots- und nachfrageorientierten Ansätze vorgebracht werden, als hätten sich die Wirtschaftswissenschaften nicht auch schon früher geirrt. Weder die Stagflation in den 70er Jahren noch der „Zusammenbruch des Neoliberalismus" wurden in der breite prognostiziert. Ganz im Gegenteil wurden hier Axiome der Ökonomie erschüttert. Wie die Politikwissenschaft, welche den Zusammenbruch des Sozialismus nicht vorhergesagt hatte, könnte eine sich mehr als Sozialwissenschaft begreifende Ökonomie weigern, sich „den Schuh anzuziehen". Als man John Maynard Keynes vorwarf, seine Theorie werde langfristig nicht funktionieren, erwiderte er: „In the long run we are all dead". Die Vermutung liegt nahe, daß er damit nicht meinte, im alleinigen Besitz der Wahrheit zu sein.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div align="justify"&gt; &lt;/div&gt;&lt;div align="justify"&gt;Doch in den Wirtschaftswissenschaften wird viel mit Methoden der sogenannten exakten Wissenschaften gearbeitet, Prognosen über Wirtschaftswachstum, Inflation, Zinsentwicklung oder Arbeitslosigkeit „ausgerechnet". Doch dabei gilt regelmäßig die ceteris paribus Klausel, die das reale Leben aber nicht kennt. Wirtschaft ist das Ergebnis des wirtschaftlichen Handelns aller Individuen. Das aber ist schwer zu prognostizieren, denn es ist nicht notwendigerweise rational, findet nicht unter Kenntnis aller Umstände statt und läßt sich folglich nur sehr mittelbar steuern. Geld ist in diesem System ebenso unwägbar, denn eine Banknote ist zunächst einmal nur ein Stück bedrucktes Papier, dem das wirtschaftliche Subjekt Vertrauen schenkt. Was geschieht, wenn dieses fehlt, hat die Zigarettenwährung nach dem Zweiten Weltkrieg gezeigt. Vertrauen ist aber nicht nur eine ökonomische, sondern zuvorderst auch eine psychologische Frage.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div align="justify"&gt; &lt;/div&gt;&lt;div align="justify"&gt;Das Vertrauen in den Euro wurde durch die Preiserhöhungen im Rahmen der Währungsumstellung zwar erschüttert, und der Konsument konnte dies durch eine Änderungen seines Kaufverhaltens nur bedingt bestrafen. Aber auch in Deutschland, wo viele gerne an ihrer liebgewonnen Mark festgehalten hätten, lehnt heute eine Mehrheit selbst vor dem Hintergrund der Krisendebatten den Euro nicht ab.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div align="justify"&gt; &lt;/div&gt;&lt;div align="justify"&gt;Die Kritiker haben Recht mit dem Hinweis auf die Schwierigkeiten mit einer Gemeinschaftswährung in einem Raum ohne gemeinsame Wirtschafts-, Sozial- und Steuerpolitik. Hier müßten die Politiker gefragt werden, die seinerzeit die Einführung des Euro beschlossen, ob sie damit eventuell die Absicht verbanden, das Pferd von hinten aufzuzäumen, also mit einer gemeinsamen Währung die weitere Integration der EU über kurz oder lang zu erzwingen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div align="justify"&gt; &lt;/div&gt;&lt;div align="justify"&gt; &lt;/div&gt;&lt;div align="justify"&gt;Es ist aber auch richtig, daß EINE Währung in einem nicht homogenen Territorium nichts Ungewöhnliches ist und zu Konflikten führt. In Deutschland wollen drei Bundesländer gegen den Finanzausgleich klagen. Doch, provokativ gefragt, auf eine wie kleine Mikroebene sollte man mit einer Währung gehen, um Unterschiede zwischen armen und reichen Stadtvierteln NICHT zum Problem des Geldes werden zu lassen? Griechenland ist eine kleine Ökonomie im Euroraum im Vergleich zum bankrotten Kalifornien in den USA. Gewiß, während die Europäer Rettungsschirme spannen, kommen die Staaten der USA nicht für die Schulden der anderen auf, so wie es die „No bail out"-Klausel eigentlich auch für den Euroraum vorgesehen hatte. Es wäre jedoch sicher vermessen zu behaupten, daß 49 Staaten der USA mit einem Bankrott Kaliforniens schließlich keine Lasten zu tragen hätten – etwa durch Migration?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div align="justify"&gt; &lt;/div&gt;&lt;div align="justify"&gt;Niemand behauptet nun, daß die vier Professoren-Kläger in Deutschland Wilhelm Hankel, Wilhelm Nölling, Karl Albrecht Schachtschneider und Joachim Starbatty und andere Kritiker ausschließlich im Unrecht seien. Doch auch die Argumente der Befürworter sind nicht falsch. Traurig ist einzig, daß die meisten Experten in Publikationen und Talkshows dazu neigen, einzelnen Aspekten, die ihrer Kritik oder Befürwortung zupaß kommen, breiten Raum geben, andere Argumente aber aussparen. Auch mehr oder weniger anonymisierte &lt;a href="http://estland.blogspot.com/2011/01/mit-gleicher-munze.html"&gt;Kommentatoren von Blog-Beiträgen &lt;/a&gt;berufen sich gerne auf genehme Texte, unter anderem trotz allgemein staatskritischer Meinung plötzlich auf gewesene Amtsträger und Vertreter der Mainstream-Medien wie der Staatsekretär von rot-grün im Wirtschaftsministerium Heiner Flassbeck, der heute bei der UNCTAD ist, und den Financial Times Deutschland-Journalisten Thomas Fricke. Beide Beiträge beruhen ausschließlich auf statistischen Daten, die Thesen untermauern. Es gibt aber noch mehr Datenmaterial und es ließen sich bezüglich des Euro außer vielleicht über Luxemburg über andere Staaten ähnlich kritische Beiträge verfassen. Von den USA und dem Dollar als Weltleitwährung nicht zu sprechen. Solche Artikel bestätigen nichts weiter als: ja, es gibt Probleme, die man im Auge behalten muß.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div align="justify"&gt; &lt;/div&gt;&lt;div align="justify"&gt;Aber zurück zu Estland: Die estnische Krone ist auf der Basis eines currency boards (1 DM: 8 EEK) eingeführt worden, die Nationalbank und die Regierung haben damit also von Beginn an auf die volle Autorität über ihre Währung verzichtet.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div align="justify"&gt; &lt;/div&gt;&lt;div align="justify"&gt;Und zurück zur Systemfrage: Mit einem Sammelsurium an zutreffenden Fakten langfristige Prognosen zu wagen, ist tatsächlich gewagt. Oswald Spengler prognostizierte 1918, mit den Napoleonischen Kriegen habe der Untergangs des Abendlandes begonnen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div align="justify"&gt; &lt;/div&gt;&lt;div align="justify"&gt;Zurück zu Estland und der Eurozone: Einstweilen ist der Euro trotz aller Krisendiskussion stabil auch gegenüber dem Dollar, dessen Basis in den USA sich noch viel weniger sehen lassen kann als die europäische. Seine Leitwährungsfunktion wird weltweit zunehmend in Frage gestellt. Mit der Aufnahme eines Landes in die Eurozone, welches als eines der wenigen in der EU und der Eurozone die Maastricht-Kriterien erfüllt, ist auch ein Zeichen der Stärke, die EU zweifelt nicht an der Gemeinschaftswährung. Schwarzmalerei könnte psychologisch das Vertrauen aus dem Lot bringen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div align="justify"&gt; &lt;/div&gt;&lt;div align="justify"&gt;Postimees meldete heute, daß 60% der Menschen in Estland, also nicht nur Esten, die Einführung des Euro befürworten.&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/4443358526722795284-4665558856054180514?l=axelreetz.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://axelreetz.blogspot.com/feeds/4665558856054180514/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=4443358526722795284&amp;postID=4665558856054180514' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4443358526722795284/posts/default/4665558856054180514'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4443358526722795284/posts/default/4665558856054180514'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://axelreetz.blogspot.com/2011/02/kaum-haben-die-esten-zum-jahreswechsel.html' title='Estland, der Euro und der Eurostreit'/><author><name>Dr. Axel Reetz</name><uri>http://www.blogger.com/profile/08088353413536294515</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-4443358526722795284.post-2568794151780201714</id><published>2010-11-18T11:08:00.001+02:00</published><updated>2010-11-19T15:25:24.326+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='deutsch'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Lettland'/><title type='text'>Politisches Roulette</title><content type='html'>&lt;div align="justify"&gt;Die Anti-Korruptionsbehörde kommt nicht aus den Schlagzeilen. Ein Brief der Mitarbeiter fordert nun die Entlassung des Chefs Normunds Vilnītis. Nachdem die Regierung zögerlich reagierte und einen „Vermittlungsausschuß“ anrufen will, haben nun die beiden Stellvertreter Juta Strīķe und Alvis Vilks angekündigt, daß sie nach einem halben Jahr der Kompromißsuche die Behörde verlassen werden, wenn der Chef nicht ausgewechselt wird. Es wurde allerdings von verschiedenen Seiten der Verdacht geäußert, die Mitarbeiter hätten auf Druck ihrer Abteilungsleiter unterschrieben.&lt;/div&gt;&lt;div align="justify"&gt;&lt;br /&gt;Juta Strīķe war mehrfach in den vergangenen Jahren als Kandidatin für die Führung der Behörde im Gespräch, konnte sich aber unter den Abgeordneten, die diese Position durch Wahl besetzen, nie durchsetzen.&lt;/div&gt;&lt;div align="justify"&gt;&lt;br /&gt;Dies ereignet sich vor dem Hintergrund, daß die Listenkoalition aus Lettlands Weg / Lettlands Erster Partei und der Volkspartei gerade einen Prozeß gegen einen Beschluß der Behörde von vor mehreren Jahren vor dem Verwaltungsgericht verloren hat. Beide Parteien hatten bei den Wahlen zur 9. Saeima 2006 gegen die Vorschriften zur Deckelung der Wahlkampfausgaben verstoßen. Statt der erlaubten 279.000 Lats waren mehr als 700.000 ausgegeben worden. Den überzogenen Betrag, fordert die Anti-Korruptionsbehörde, müßten die Parteien an die Staatskasse entrichten.&lt;/div&gt;&lt;div align="justify"&gt;&lt;br /&gt;Die sich Für ein gutes Lettland nennende Listenkoalition erklärt, über diese Summe nicht zu verfügen, wofür spricht, daß die Partei seit den Wahlen keinen einzigen Santīms gespendet bekommen hat. Eine staatliche Parteienfinanzierung gibt es in Lettland nach wie vor nicht. Aber abgesehen davon behaupten nun die beiden Parteien, sie seien nicht Rechtsnachfolger der beiden 2006 angetretenen Parteien. Das stimmt formaljuristisch insofern, als zur Förderung größerer Transparenz in der Parteienfinanzierung jüngst eine Umregistrierung von allen politischen Kräften gefordert worden war, Für ein gutes Lettland sich also als neue politische Kraft betrachten darf.&lt;/div&gt;&lt;div align="justify"&gt;&lt;br /&gt;Zunächst einmal hat Für ein gutes Lettland Berufung gegen das Urteil eingelegt. Das Gericht erklärte jedoch, daß auf diese Weise der Sinn der Umregistrierung ad absurdum geführt werde.&lt;/div&gt;&lt;div align="justify"&gt;&lt;br /&gt;Nach den Wahlen von 2006 hatte sich eine von der Volkspartei geführte Regierung mit der Anti-Korruptionsbehörde zerstritten und Ministerpräsident Kalvītis hatte deren Leiter, Andrejs Loskutovs, absetzen wollen. Dies war im Herbst 2007 der Anlaß der sogenannten Regenschirmrevolution, als erstmals seit der Umbruchzeit gegen Ende der Sowjetunion Massendemonstrationen stattfanden, die den damaligen Regierungschefs zum Rückzug von seinem Schritt wie auch schließlich zum Rücktritt vom Amt veranlaßten.&lt;/div&gt;&lt;div align="justify"&gt;&lt;br /&gt;Eine der Forderungen der Regenschimrrevolution war die Auflösung des Parlaments und Neuwahlen. Das war damals aber nur auf Initiative des Präsidenten möglich, der in einem Referendum bei negativem Ergebnis sein eigenes Amt verloren hätte. Daß das Wahlergebnis aufgrund von Gesetzesverletzungen zustande gekommen war, hätte allerdings auf juristischem Weg eine Annulierung des Wahlergebnisses zur Folge haben sollen. Einen entsprechenden Beschluß hatte das Oberste Gericht auch gefaßt. Da dieses jedoch erst mehr als zwei Jahre nach dem Urnengang erging, zeitigte es auch auf europäischer Ebene keine Folgen.&lt;/div&gt;&lt;div align="justify"&gt;&lt;br /&gt;Loskutovs wurde wegen Unregelmäßigkeiten dennoch im darauffolgenden Jahr abgesetzt und sitzt jetzt für die größte Regierungspartei im Parlament.&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/4443358526722795284-2568794151780201714?l=axelreetz.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://axelreetz.blogspot.com/feeds/2568794151780201714/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=4443358526722795284&amp;postID=2568794151780201714' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4443358526722795284/posts/default/2568794151780201714'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4443358526722795284/posts/default/2568794151780201714'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://axelreetz.blogspot.com/2010/11/politisches-roulette.html' title='Politisches Roulette'/><author><name>Dr. Axel Reetz</name><uri>http://www.blogger.com/profile/08088353413536294515</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-4443358526722795284.post-5269360906577996395</id><published>2010-11-13T11:25:00.000+02:00</published><updated>2010-11-13T11:26:45.955+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='deutsch'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Lettland'/><title type='text'>Unübersichtlichkeit nach der Regierungsbildung</title><content type='html'>&lt;meta equiv="Content-Type" content="text/html; 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Der alte neue Regierungschef heißt Valdis Dombrovskis und führt nach den intensiven Diskussionen um verschiedene Modelle von Partnerschaften eine Koalition aus nur zwei Parteien an.&lt;/p&gt;&lt;p style="text-align: justify; font-family: arial;" class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;&lt;div style="text-align: justify; font-family: arial;"&gt;  &lt;/div&gt;&lt;p style="text-align: justify; font-family: arial;" class="MsoNormal"&gt;Trotzdem gab es gleich zu Beginn verschiedene Ereignisse mehr oder weniger großer Tragweite.&lt;/p&gt;&lt;p style="text-align: justify; font-family: arial;" class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;&lt;div style="text-align: justify; font-family: arial;"&gt;  &lt;/div&gt;&lt;p style="text-align: justify; font-family: arial;" class="MsoNormal"&gt;Außenminister Ģirts Valdis Kristovskis hatte sich wohl mit einem Freund, einem Mediziner per E-Mail ausgetauscht, in dem der Gesprächspartner sich negativ über Russen äußerte, die er nicht behandeln könne wie Letten. Kristovskis hatte irgendwo geschrieben, er stimme den Positionen zu ohne dabei genau klarzustellen, welche Argumente er damit im Detail meinte. Als dies bekannt wurde, forderte die Opposition nur einen Tag nach der Vertrauensabstimmung im Parlament seinen Rücktritt. Kristovskis überstand jedoch wie erwartet den Mißtrauensantrag.&lt;/p&gt;&lt;p style="text-align: justify; font-family: arial;" class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;&lt;div style="text-align: justify; font-family: arial;"&gt;  &lt;/div&gt;&lt;p style="text-align: justify; font-family: arial;" class="MsoNormal"&gt;Die vom Wähler als Abgeordnete nicht mehr ins Parlament gewählte Linda Mūrniece, die dennoch weiterhin Innenministerin sein darf, erneuerte den Vorschlag, ein Pädophilenregister zu erstellen.&lt;/p&gt;&lt;p style="text-align: justify; font-family: arial;" class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;&lt;div style="text-align: justify; font-family: arial;"&gt;  &lt;/div&gt;&lt;p style="text-align: justify; font-family: arial;" class="MsoNormal"&gt;Im Falle des Verteidigungsministers Artis Pabriks wurde dessen Unzufriedenheit mit der Ressortzuteilung diskutiert wie auch das Unverständnis über die Position als stellvertretender Ministerpräsident. Die Aufgabe wurde ihm zugeteilt, um die Präsidentur der Europäischen Union durch Lettland im Jahre 2015 vorzubereiten. Gleichzeitig hieß es, für diese Aufgabe erhalte er kein Einkommen und trotz des Titels werde er auch in Abwesenheit von Dombrovskis keine Kabinettssitzungen leiten, so Dombrovskis selbst.&lt;/p&gt;&lt;p style="text-align: justify; font-family: arial;" class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;&lt;div style="text-align: justify; font-family: arial;"&gt;  &lt;/div&gt;&lt;p style="text-align: justify; font-family: arial;" class="MsoNormal"&gt;Querschüsse kamen auch vom Ventspilser Bürgermeister Aivars Lembergs, der grauen Eminenz hinter dem Koalitionspartner, welcher während der Koalitionsverhandlungen im Ausland geweilt hatte und somit erst nach der Fertigstellung der Kabinettsliste diese zu kommentieren begann. Er legte Kristovskis den Rücktritt nahe.&lt;/p&gt;&lt;p style="text-align: justify; font-family: arial;" class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;&lt;div style="text-align: justify; font-family: arial;"&gt;  &lt;/div&gt;&lt;p style="text-align: justify; font-family: arial;" class="MsoNormal"&gt;Angesichts dieser Ereignisse stellt sich die Frage, wer gegenwärtig in der lettischen Politik die Zügel hält, nachdem sich die Kräfteverhältnisse innerhalb der Koalitionslisten, insbesondere auch der Wahlsiegerin Einigkeit verschoben haben. Bemerkenswert dabei ist auch, daß Präsident Valdis Zatlers in seiner Ansprache, in welcher er Dombrovskis zum Kandidaten für das Amt des Regierungschefs berief, der Politik nahelegte, die ethnische Spaltung zu überwinden und deutlich machte, daß alle in Lettland lebenden Russen auch die „Unsrigen“ seien.&lt;/p&gt;  &lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/4443358526722795284-5269360906577996395?l=axelreetz.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://axelreetz.blogspot.com/feeds/5269360906577996395/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=4443358526722795284&amp;postID=5269360906577996395' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4443358526722795284/posts/default/5269360906577996395'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4443358526722795284/posts/default/5269360906577996395'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://axelreetz.blogspot.com/2010/11/unubersichtlichkeit-nach-der.html' title='Unübersichtlichkeit nach der Regierungsbildung'/><author><name>Dr. Axel Reetz</name><uri>http://www.blogger.com/profile/08088353413536294515</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-4443358526722795284.post-1802601434569445706</id><published>2010-10-30T10:44:00.000+03:00</published><updated>2010-10-30T10:45:41.930+03:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='deutsch'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Lettland'/><title type='text'>Einmal Lette immer Lette?</title><content type='html'>&lt;meta equiv="Content-Type" content="text/html; charset=utf-8"&gt;&lt;meta name="ProgId" content="Word.Document"&gt;&lt;meta name="Generator" content="Microsoft Word 9"&gt;&lt;meta name="Originator" content="Microsoft Word 9"&gt;&lt;link rel="File-List" href="file:///C:/DOKUME%7E1/reetz/LOKALE%7E1/Temp/msoclip1/01/clip_filelist.xml"&gt;&lt;!--[if gte mso 9]&gt;&lt;xml&gt;  &lt;w:worddocument&gt;   &lt;w:view&gt;Normal&lt;/w:View&gt;   &lt;w:zoom&gt;0&lt;/w:Zoom&gt;   &lt;w:hyphenationzone&gt;21&lt;/w:HyphenationZone&gt;   &lt;w:donotoptimizeforbrowser/&gt;  &lt;/w:WordDocument&gt; &lt;/xml&gt;&lt;![endif]--&gt;&lt;style&gt; &lt;!--  /* Style Definitions */ p.MsoNormal, li.MsoNormal, div.MsoNormal 	{mso-style-parent:""; 	margin:0cm; 	margin-bottom:.0001pt; 	mso-pagination:widow-orphan; 	font-size:12.0pt; 	font-family:"Times New Roman"; 	mso-fareast-font-family:"Times New Roman";} @page Section1 	{size:595.3pt 841.9pt; 	margin:70.85pt 70.85pt 2.0cm 70.85pt; 	mso-header-margin:35.4pt; 	mso-footer-margin:35.4pt; 	mso-paper-source:0;} div.Section1 	{page:Section1;} --&gt; &lt;/style&gt;  &lt;p style="text-align: justify; font-family: arial;" class="MsoNormal"&gt;Die Staatsbürgerschaft ist ein heißes Eisen in Lettland – immer gewesen seit der Unabhängigkeit 1991. 1998 gab es die letzte Änderung, überdies quasi per Referendum mit einer so komplizierten Frage einer doppelten Negation, daß kaum ein Wähler das wohl so richtig verstanden hat damals. Inzwischen ist Lettland Mitglied er europäischen Union, in deren andere Mitgliedsstaaten viele lettische Staatsbürger „ausgewandert“ sind. Damit stellt sich die Frage nach der doppelten Staatsbürgerschaft inzwischen ganz anders.&lt;/p&gt;&lt;p style="text-align: justify; font-family: arial;" class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;&lt;div style="text-align: justify; font-family: arial;"&gt;  &lt;/div&gt;&lt;p style="text-align: justify; font-family: arial;" class="MsoNormal"&gt;Ging es früher darum, ob im Exil aufgewachsene Letten darauf ein Recht haben sollen und wie es mit den Migranten der Sowjetzeit im Inland aussieht, so geht es heute darum, die im Ausland lebenden Letten an ihre Heimat in irgendeiner Form zu binden.&lt;/p&gt;&lt;p style="text-align: justify; font-family: arial;" class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;&lt;div style="text-align: justify; font-family: arial;"&gt;  &lt;/div&gt;&lt;p style="text-align: justify; font-family: arial;" class="MsoNormal"&gt;Für die doppelte Staatsbürgerschaft sind somit gerade einige Ältere, die sich als Beispiel für Rückkehrer nennen, wie der Abgeordnete der Einigkeit Uldis Grava. Die zuständige Behörde weist darauf hin, daß schon jetzt Kinder die lettische Staatsbürgerschaft erhalten ungeachtet der Frage, ob sie im Ausland lebend noch eine andere Staatsbürgerschaft zuerkannt bekommen. Die ehemalige Chefin der Einbürgerungsbehörde wehrt sich jedoch dagegen, im Ausland geborenen Personen die Staatsangehörigkeit zu gewähren, die selbst oder deren Eltern diese nicht direkt nach der Unabhängigkeit beantragt haben mit dem Vorwurf, dieser Personenkreis verfüge über keinerlei echte Bindung an Lettland, spreche die Sprache nicht und wisse mitunter nicht einmal, wo sich das Land befindet. Diese Personen benötigten nach ihrer Ansicht in Wahrheit nur irgendeine Staatsbürgerschaft eines EU-Mitgliedslandes. Der Gesetzentwurf verlangt keine Kenntnisse des Lettischen. Sie hält dies für ungerecht gegenüber über 70järhigen Menschen, die in Lettland geboren wurden, für die Einbürgerung einen Sprachtext aufzuerlegen.&lt;/p&gt;&lt;p style="text-align: justify; font-family: arial;" class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;&lt;div style="text-align: justify; font-family: arial;"&gt;  &lt;/div&gt;&lt;p style="text-align: justify; font-family: arial;" class="MsoNormal"&gt;Nach Auskunft der Behörden gibt es zur Zeit 30.000 Menschen mit lettischer Staatsangehörigkeit, die im Ausland leben und auch die Staatsbürgerschaft ihres Aufenthaltslandes besitzen. Dabei handelt es sich überwiegend um Flüchtlinge und deren Kinder, die während des Zweiten Weltkrieges Lettland verlassen und bis zum Stichtag 1995 die lettische Staatsbürgerschaft beantragt haben. Wer diesen Termin hat verstreichen lassen, kann zwar nach wie vor lettischer Staatsangehöriger werden, jedoch nur unter Verlust seiner bisherigen Staatszugehörigkeit. Dies würde die Novelle abschaffen.&lt;/p&gt;&lt;p style="text-align: justify; font-family: arial;" class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;&lt;div style="text-align: justify; font-family: arial;"&gt;  &lt;/div&gt;&lt;p style="text-align: justify; font-family: arial;" class="MsoNormal"&gt;Die Behörde gibt jedoch zu bedenken, daß noch 1998 die Praxis nur einer Staatsangehörigkeit weltweit der Standard war, aber angesichts einer höheren Mobilität und zahlreicher Mischehen mehr und mehr Staaten nicht nur die Doppelstaatsbürgerschaft, sondern sogar eine Mehrfachstaatsbürgerschaft tolerieren. Natürlich wirft dies zahlreiche Fragen auf. Niemand kann selbst entscheiden, ob er etwa mal Lette oder mal Kanadier sein möchte. Dies wäre im Falle von Straftaten und einer Verurteilung von Interesse, wenn es darum geht, wo die Haftstrafe anzutreten ist. Natürlich könne im Einzelfall ein Staat seine Bereitschaft erklären, einen Häftling bei sich aufzunehmen. Ein weiteres Thema wäre der Wehrdienst, der jedoch in Lettland vor knapp vier Jahren abgeschafft worden ist. Die Frage von kriegerischen Auseinandersetzung stellt sich einstweilen für lettische Bürger nicht – und das werde hoffentlich auch so bleiben im 21. Jahrhundert, so die Behörde.&lt;/p&gt;&lt;p style="text-align: justify; font-family: arial;" class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;&lt;div style="text-align: justify; font-family: arial;"&gt;  &lt;/div&gt;&lt;p style="text-align: justify; font-family: arial;" class="MsoNormal"&gt;Innerhalb der europäischen Union muß es jedoch inzwischen Möglich sein, die Staatsbürgerschaft des Aufenthaltlandes anzunehmen, so man die Bedingungen erfüllt, ohne auf diejenige des Herkunftslandes zu verzichten.&lt;/p&gt;  &lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/4443358526722795284-1802601434569445706?l=axelreetz.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://axelreetz.blogspot.com/feeds/1802601434569445706/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=4443358526722795284&amp;postID=1802601434569445706' title='1 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4443358526722795284/posts/default/1802601434569445706'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4443358526722795284/posts/default/1802601434569445706'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://axelreetz.blogspot.com/2010/10/einmal-lette-immer-lette.html' title='Einmal Lette immer Lette?'/><author><name>Dr. Axel Reetz</name><uri>http://www.blogger.com/profile/08088353413536294515</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>1</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-4443358526722795284.post-3814050592717628977</id><published>2010-10-30T09:39:00.000+03:00</published><updated>2010-10-30T09:40:04.806+03:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='deutsch'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Lettland'/><title type='text'>Schwierige Regierungsbildung</title><content type='html'>&lt;p style="MARGIN: 0cm 0cm 0pt" class="MsoNormal" align="justify"&gt;&lt;span style="font-family:arial;"&gt;Obwohl die beiden&lt;span style="mso-spacerun: yes"&gt;  &lt;/span&gt;größeren Parteien der bisherigen Minderheitskoalition von Valdis Dombrovskis in Lettland mit 55 von 100 Mandaten eine klare Mehrheit errungen haben, wird seit dem 2. Oktober in Lettland um die Bildung einer neuen Regierung gefeilscht.&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;&lt;p style="MARGIN: 0cm 0cm 0pt" class="MsoNormal" align="justify"&gt;&lt;span style="font-family:Arial;"&gt;&lt;/span&gt; &lt;/p&gt;&lt;p style="MARGIN: 0cm 0cm 0pt" class="MsoNormal" align="justify"&gt;&lt;span style="font-family:arial;"&gt;Hierzulande sind Gentlemen Abkommen unbekannt, nach denen bei Abwesenheit von Koalitionsabgeordneten die Opposition Zufallsminderheiten verhindert. Statt die Opposition in die parlamentarische Arbeit mit einzubinden, wurden bislang auch hier die Posten von den Koalitionsfraktionen monopolisiert.&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;&lt;p style="MARGIN: 0cm 0cm 0pt" class="MsoNormal" align="justify"&gt;&lt;span style="font-family:Arial;"&gt;&lt;/span&gt; &lt;/p&gt;&lt;p style="MARGIN: 0cm 0cm 0pt" class="MsoNormal" align="justify"&gt;&lt;span style="font-family:arial;"&gt;Angebote an das russisch dominierte Harmoniezentrum sorgten für Diskussionen und Spekulationen in der Regierungsbildung die vorwiegend auf die Uneinigkeit der Listenkoalition Einigkeit des Regierungschefs zurückgingen. Die einen stellten sich gegen die Einbeziehung der Russen quer und die anderen legten ihr Veto gegen die Beteiligung der Nationalisten erst im letzten Augenblick ein.&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;&lt;p style="MARGIN: 0cm 0cm 0pt" class="MsoNormal" align="justify"&gt;&lt;span style="font-family:Arial;"&gt;&lt;/span&gt; &lt;/p&gt;&lt;p style="MARGIN: 0cm 0cm 0pt" class="MsoNormal" align="justify"&gt;&lt;span style="font-family:arial;"&gt;Die gleichen Animositäten sorgten für Schwierigkeiten bei der Ressortvergabe. Nicht nur, daß die Union der Grünen und Bauern offensichtlich alle schwierigen Ministerien etwa im Sozialbereich übernehmen sollten, sondern die Kräfte der Einigkeit konnten sich nicht einigen. Das führte zu einigen doch etwas überraschenden Entscheiden.&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;&lt;p style="MARGIN: 0cm 0cm 0pt" class="MsoNormal" align="justify"&gt;&lt;span style="font-family:Arial;"&gt;&lt;/span&gt; &lt;/p&gt;&lt;p style="MARGIN: 0cm 0cm 0pt" class="MsoNormal" align="justify"&gt;&lt;span style="font-family:arial;"&gt;So kam es schließlich zum Vorschlag, den früheren Außenminister Artis Pabriks von der verhältnismäßig kleinen Gesellschaft für eine andere Politik mit dem Verteidigungsministerium zu betrauen und mit dem Titel des stellvertretenden Ministerpräsidenten zu entschädigen, während der frühere Verteidigungsminister Ģirts Valdis Kristovskis Außenminister werden soll.&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;&lt;p style="MARGIN: 0cm 0cm 0pt" class="MsoNormal" align="justify"&gt;&lt;span style="font-family:Arial;"&gt;&lt;/span&gt; &lt;/p&gt;&lt;p style="MARGIN: 0cm 0cm 0pt" class="MsoNormal" align="justify"&gt;&lt;span style="font-family:arial;"&gt;Diese ehemalige Minister verschiedener Regierungen und EU-Abgeordneter war in den vergangenen zwanzig Jahren ein typisches Beispiel für Fraktionsnomadentum, zuletzt trat er aus der nun dramatisch reduzierten nationalistischen Partei Für Vaterland und Freiheit aus, nachdem man ihn dort nicht zum Vorsitzenden gewählt hatte.&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;&lt;p style="MARGIN: 0cm 0cm 0pt" class="MsoNormal" align="justify"&gt; &lt;/p&gt;&lt;div align="justify"&gt;&lt;span style="FONT-FAMILY: 'Times New Roman'; FONT-SIZE: 12pt; mso-fareast-font-family: 'Times New Roman'; mso-ansi-language: DE; mso-fareast-language: DE; mso-bidi-language: AR-SA"&gt;&lt;span style="font-family:arial;"&gt;Ihre Arbeit fortsetzen soll auch Innenministerin Linda Mūrniece, die von den Wählern nicht mit einem Parlamentsmandat ausgestattet worden war. Mūrniece ist in ihrer Amtszeit regelmäßig mit Positionen aufgefallen, die eher nicht im Einklang mit europäischen Werten stehen, so ihre drakonische Reaktion auf die Besetzung einer Brücke in Bauska als Protest gegen die Schließung des dortigen Krankenhauses.&lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/4443358526722795284-3814050592717628977?l=axelreetz.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://axelreetz.blogspot.com/feeds/3814050592717628977/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=4443358526722795284&amp;postID=3814050592717628977' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4443358526722795284/posts/default/3814050592717628977'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4443358526722795284/posts/default/3814050592717628977'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://axelreetz.blogspot.com/2010/10/schwierige-regierungsbildung.html' title='Schwierige Regierungsbildung'/><author><name>Dr. Axel Reetz</name><uri>http://www.blogger.com/profile/08088353413536294515</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-4443358526722795284.post-3966567504882863275</id><published>2010-10-24T10:58:00.003+03:00</published><updated>2010-10-24T18:32:31.601+03:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='deutsch'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Lettland'/><title type='text'>Da haben wir den Salat! II Geld für Vergewaltiger</title><content type='html'>&lt;p style="MARGIN: 0cm 0cm 0pt" class="MsoNormal" align="justify"&gt;&lt;span style="font-family:arial;"&gt;Könnte einem noch einmal auf der Zunge liegen. Lettland wird 11.700 Euro an einen „Kinderschänder“ zahlen. Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte verurteile Lettland zur Zahlung einer Entschädigung in dieser Höhe an einen ehemaligen Häftling des Gefängnisses in Daugavpils, der ein minderjähriges Mädchen mindestens drei Mal vergewaltigt hatte. Der Gerichtshof sieht es als erwiesen an, daß die Haftumstände unmenschlich waren und Lettland damit gegen die Menschenrechtskonvention verstoßen hat in Punkt 3. über eine menschliche Haft und Punkt 13. über medizinische Hilfe.&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;&lt;p style="MARGIN: 0cm 0cm 0pt" class="MsoNormal" align="justify"&gt;&lt;span style="font-family:Arial;"&gt;&lt;/span&gt; &lt;/p&gt;&lt;p style="MARGIN: 0cm 0cm 0pt" class="MsoNormal" align="justify"&gt;&lt;span style="font-family:Arial;"&gt;&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;&lt;p style="MARGIN: 0cm 0cm 0pt" class="MsoNormal" align="justify"&gt;&lt;span style="font-family:arial;"&gt;Der Leiter des im Volksmund als weißer Schwan bezeichneten Gefängnisses erklärte, es gehe hier vor allem darum, daß die Zellen überfüllt seien und die Gefangenen ihre Notdurft nicht allein verrichten könnten.&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;&lt;p style="MARGIN: 0cm 0cm 0pt" class="MsoNormal" align="justify"&gt;&lt;span style="font-family:Arial;"&gt;&lt;/span&gt; &lt;/p&gt;&lt;p style="MARGIN: 0cm 0cm 0pt" class="MsoNormal" align="justify"&gt;&lt;span style="font-family:Arial;"&gt;&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;&lt;p style="MARGIN: 0cm 0cm 0pt" class="MsoNormal" align="justify"&gt;&lt;span style="font-family:arial;"&gt;11.700 Euro sind für einen Durchschnittseinwohner in Lettland ziemlich viel Geld. Es wird der Bevölkerung schwer zu vermitteln sein, warum gerade ein Verbrecher eine so hohe Summe vom Staat erhält, zumal es sich um jemanden handelt, der sich an einem Kind vergangenen hat. Solche Verbrechen sind auch andernorts geeignet, Stammtische zur Befürwortung der Todesstrafe oder sogar Forderungen nach Lynchjustiz zu animieren.&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;&lt;p style="MARGIN: 0cm 0cm 0pt" class="MsoNormal" align="justify"&gt;&lt;span style="font-family:Arial;"&gt;&lt;/span&gt; &lt;/p&gt;&lt;p style="MARGIN: 0cm 0cm 0pt" class="MsoNormal" align="justify"&gt;&lt;span style="font-family:Arial;"&gt;&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;&lt;p style="MARGIN: 0cm 0cm 0pt" class="MsoNormal" align="justify"&gt;&lt;span style="font-family:arial;"&gt;Die lettische Presse erklärt, daß der Gerichtshof mit diesem Urteil keine Bewertung des Betroffenen abgegeben habe. Das Verbrechen hatte sich vor vielen Jahren in Ventspils ereignet. Der Vater des Mädchen hatte sie zu einem Besuch bei einem Bekannten – wohl dem Täter – mitgenommen und dort mit diesem gemeinsam Alkohol konsumiert. Als er später nach Hause ging, ließ er das Mädchen alleine zurück und warf sich vor einen Zug, nachdem er später aus der Zeitung von der Tat erfahren hatte. Der Täter hatte zwar vor Gericht geleugnet, doch das glaubte dem traumatisierten Teenager und verurteilte den Mann zu zehn Jahren Haft. Seit zwei Jahren ist er wieder auf freiem Fuß.&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;&lt;p style="MARGIN: 0cm 0cm 0pt" class="MsoNormal" align="justify"&gt;&lt;span style="font-family:Arial;"&gt;&lt;/span&gt; &lt;/p&gt;&lt;p style="MARGIN: 0cm 0cm 0pt" class="MsoNormal" align="justify"&gt;&lt;/p&gt;&lt;p style="MARGIN: 0cm 0cm 0pt" class="MsoNormal" align="justify"&gt;&lt;span style="font-family:arial;"&gt;Theoretisch ließe sich gegen das Urteil in Berufung gehen, doch der Vergewaltiger wird daran wenig Interesse haben. Eine Vertreterin der Regierung erklärte einen eventuellen derartigen Schritt des Staates für aussichtslos, da die Gefängnisse in Lettland über Jahrzehnte nicht renoviert worden seien. Eine Mitarbeiterin des Ombudsmannbüros kommentierte, man lebe schließlich nicht mehr im Mittelalter, wo die Folter in feuchten Räumlichkeiten dazu führe, daß sich die Gefangenen die Tuberkulose einfangen. Ganz im Gegenteil wird von Regierungsseite zugegeben, daß es eine falsche Strategie war, die klagenden Ex-Häftlinge zu entschädigen, statt das Geld in die Renovierung der Gefängnisse zu stecken. Es gebe bereits mehrere ehemalige Häftlinge, die eine entsprechende Klage in Straßburg eingereicht haben.&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/4443358526722795284-3966567504882863275?l=axelreetz.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://axelreetz.blogspot.com/feeds/3966567504882863275/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=4443358526722795284&amp;postID=3966567504882863275' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4443358526722795284/posts/default/3966567504882863275'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4443358526722795284/posts/default/3966567504882863275'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://axelreetz.blogspot.com/2010/10/da-haben-wir-den-salat-ii-geld-fur.html' title='Da haben wir den Salat! II Geld für Vergewaltiger'/><author><name>Dr. Axel Reetz</name><uri>http://www.blogger.com/profile/08088353413536294515</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-4443358526722795284.post-7120507132098656114</id><published>2010-10-24T10:03:00.003+03:00</published><updated>2010-10-24T11:41:44.464+03:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='deutsch'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Lettland'/><title type='text'>Da haben wir den Salat! I Machtteilhabe für Nationalisten</title><content type='html'>&lt;p style="TEXT-ALIGN: justify; MARGIN: 0cm 0cm 0pt" class="MsoNormal" align="justify"&gt;&lt;span style="font-family:arial;"&gt;Das könnte einem auf der Zunge liegen. Daß sieben von acht Abgeordneten der sich selbst Nationale Vereinigung nennenden künftigen Fraktion der 10. Saeima mit dem unsäglichen Namen „Alles für Lettland! Für Vaterland und Freiheit / LNNK“ – letztere Abkürzung stammt ursprünglich von der nationalen Unabhängigkeitsbewegung, was schon seit Jahren auch in der lettischen Innenpolitik nicht mehr atschiffriert wird – stammen, hat sich in der internationalen Presse herumgesprochen. Selbst die Süddeutsche Zeitung spricht von der Einbeziehung von Rechtsextremen in die Regierung und einem Rechtsruck in Lettland.&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;&lt;p style="TEXT-ALIGN: justify; MARGIN: 0cm 0cm 0pt" class="MsoNormal" align="justify"&gt;&lt;span style="font-family:Arial;"&gt;&lt;/span&gt; &lt;/p&gt;&lt;p style="TEXT-ALIGN: justify; MARGIN: 0cm 0cm 0pt" class="MsoNormal" align="justify"&gt;&lt;span style="font-family:arial;"&gt;Daß der erste Satz des vorangegangenen Absatzes schwer verständlich ist, ist Absicht.&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;&lt;p style="TEXT-ALIGN: justify; MARGIN: 0cm 0cm 0pt" class="MsoNormal" align="justify"&gt; &lt;/p&gt;&lt;p style="TEXT-ALIGN: justify; MARGIN: 0cm 0cm 0pt" class="MsoNormal" align="justify"&gt;&lt;span style="font-family:arial;"&gt;Eigentlich braucht Dombrovskis die Nationalisten nicht, seine Koalition käme auch ohne auf 55 von 100 Mandaten. Insofern ist es unverständlich, warum die Nationalisten nach langen Diskussionen über andere Modelle der Kooperation zwischen den im Parlament vertretenen Kräften berücksichtigt werden. Gewiß, 55 von 100 Sitzen gilt im instabilen lettischen Parteiensystem als zu wenig und die gezimmerte Koalition sieht auf den ersten Blick aus wie die Fortsetzung der Minderheitsregierung vor den Wahlen. Aber es sieht eben nur so aus, denn die nationalistische Fraktion ist nicht mehr das gleich wie zuvor.&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;&lt;p style="TEXT-ALIGN: justify; MARGIN: 0cm 0cm 0pt" class="MsoNormal" align="justify"&gt;&lt;span style="font-family:Arial;"&gt;&lt;/span&gt; &lt;/p&gt;&lt;p style="TEXT-ALIGN: justify; MARGIN: 0cm 0cm 0pt" class="MsoNormal" align="justify"&gt;&lt;span style="font-family:arial;"&gt;Dombrovskis hatte den Nationalisten darum Forderungen gestellt: Sie dürfen ihrerseits keine Forderungen nach Repatriierung der Migranten aus der Sowjetzeit und Motionen bezüglich der Unterrichtssprache an Schulen einbringen. Der stellvertretende Chef der Nationalisten, Imants Paradnieks, fügte sich dem unter Hinweis, in einem Staat mit Meinungsfreiheit bedeute dies schließlich nicht, daß er künftig persönlich seine Ansichten nicht mehr äußern dürfe.&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;&lt;p style="TEXT-ALIGN: justify; MARGIN: 0cm 0cm 0pt" class="MsoNormal" align="justify"&gt;&lt;span style="font-family:Arial;"&gt;&lt;/span&gt; &lt;/p&gt;&lt;p style="TEXT-ALIGN: justify; MARGIN: 0cm 0cm 0pt" class="MsoNormal" align="justify"&gt;&lt;span style="font-family:arial;"&gt;Darum überrascht es nicht, daß der Listenkoalition nur ein Ministerium angeboten wird und dann auch noch ausgerechtnet das Justizministerium. Dzintars Rasnačs, ein früherer Amtsinhaber, ist der letzte verbliebene Abgeordnete der alten politischen Kraft.&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/4443358526722795284-7120507132098656114?l=axelreetz.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://axelreetz.blogspot.com/feeds/7120507132098656114/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=4443358526722795284&amp;postID=7120507132098656114' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4443358526722795284/posts/default/7120507132098656114'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4443358526722795284/posts/default/7120507132098656114'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://axelreetz.blogspot.com/2010/10/da-haben-wir-den-salat-i.html' title='Da haben wir den Salat! I Machtteilhabe für Nationalisten'/><author><name>Dr. Axel Reetz</name><uri>http://www.blogger.com/profile/08088353413536294515</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-4443358526722795284.post-4675288479420543876</id><published>2010-10-21T09:07:00.002+03:00</published><updated>2010-10-21T09:36:16.079+03:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Estland'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='deutsch'/><title type='text'>Diskriminierung der Russen im Baltikum – alte Kamellen?</title><content type='html'>&lt;div style="TEXT-ALIGN: justify"&gt;&lt;/div&gt;&lt;p style="TEXT-ALIGN: justify" class="MsoNormal"&gt;Der Uno-Ausschuß gegen Rassendiskriminierung hat Estland aufgefordert, öffentliche Dienstleistungen zweisprachig anzubieten und auf die Bestrafung der Nichteinhaltung des Sprachgesetzes zu verzichten. Gleichzeitig sollten mehr kostenlose Sprachkurse angeboten werden. Es wird empfohlen, im kommenden Jahr die Aufgaben der Sprachkommission zu überprüfen, denn die bisherige Praxis könne als Diskriminierung verstanden werden und negative Gegenreaktionen auslösen. Der Ausschuß regt außerdem eine Vereinfachung der Einbürgerung an.&lt;/p&gt;&lt;p style="TEXT-ALIGN: justify" class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;&lt;div style="TEXT-ALIGN: justify"&gt;&lt;/div&gt;&lt;p style="TEXT-ALIGN: justify" class="MsoNormal"&gt;Darüber informierte sich eine estnische Delegation nach der 61. Sitzung des Ausschusses in Genf.&lt;/p&gt;&lt;p style="TEXT-ALIGN: justify" class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;&lt;div style="TEXT-ALIGN: justify"&gt;&lt;/div&gt;&lt;p style="TEXT-ALIGN: justify" class="MsoNormal"&gt;Die Bewertung der Situation der in Estland und Lettland lebenden Russen wird seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion 1991 im „Westen” kritisch gesehen. Beide Staaten gewährten nicht allen Einwohnern die Staatsbürgerschaft und verlangen für Berufe mit Kundenkontakt entsprechende Kenntnisse der Landessprache. Von 1993 bis 2001 berieten Missionen der OSZE die Regierungen in Tallinn und Riga.&lt;/p&gt;&lt;p style="TEXT-ALIGN: justify" class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;&lt;div style="TEXT-ALIGN: justify"&gt;&lt;/div&gt;&lt;p style="TEXT-ALIGN: justify" class="MsoNormal"&gt;Von Journalisten befragte Kursteilnehmer im Tallinner Kulturzentrum Lindakivi, berichtet die Zeitung Postimees, zeigten sich erfreut, Kurse gebe es viele, aber eben nicht kostenlos. Außerdem empfände man es tatsächlich als Diskriminierung, mit der Polizei im Bedarfsfall auf Estnisch über technische Dinge sprechen zu müssen.&lt;/p&gt;&lt;p style="TEXT-ALIGN: justify" class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;&lt;div style="TEXT-ALIGN: justify"&gt;&lt;/div&gt;&lt;p style="TEXT-ALIGN: justify" class="MsoNormal"&gt;Das Bildungsministerium plant jedoch keine wesentlichen Änderungen, wenn auch an eine weniger scharfe Anwendung der Bestrafungsmethoden gedacht werde. Kassierte Estland noch 2007 349.890 Kronen, so verringerte sich die Zahl der Fälle um 233 und um insgesamt mehr als 250.000 Kronen, knapp 16.000 Euro.&lt;/p&gt;&lt;p style="TEXT-ALIGN: justify" class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;&lt;div style="TEXT-ALIGN: justify"&gt;&lt;/div&gt;&lt;p style="TEXT-ALIGN: justify" class="MsoNormal"&gt;Der Ausschuß bemängelte ebenfalls, daß einstweilen wenige Vertreter der ethnischen Minderheiten in öffentlichen Ämtern arbeiteten und ist der Ansicht, der estnische Staat müsse alle Anstrengungen unternehmen, diese Situation zu verbessern. Da es in den vergangenen Jahren nur wenige Beschwerden wegen Rassendiskriminierung gegeben habe, soll nun Estland beweisen, daß dies nicht durch fehlenden Kenntnisse der Betroffenen über ihre Rechte begründet ist.&lt;/p&gt;&lt;p style="TEXT-ALIGN: justify" class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;&lt;div style="TEXT-ALIGN: justify"&gt;&lt;/div&gt;&lt;p style="TEXT-ALIGN: justify" class="MsoNormal"&gt;Dem erwidert das Bildungsministerium, daß in Tallinn und Ida Virumaa die Angestellten der öffentlichen Hand in aller Regel hinreichend Russisch sprächen, eine große Anzahl in Ida Virumaa aber nicht unbedingt Estnisch.&lt;/p&gt;&lt;p style="TEXT-ALIGN: justify" class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;&lt;div style="TEXT-ALIGN: justify"&gt;&lt;/div&gt;&lt;p style="TEXT-ALIGN: justify" class="MsoNormal"&gt;Daß Außenministerium weist darauf hin, daß der Ausschuß letztlich keine Rechte habe, gegen eine Nichtbeachtung der Empfehlungen Sanktionen zu verhängen, doch Estland habe mit der Ratifizierung der Internationalen Konvention die Aufgabe übernommen, Diskriminierung zu verhindern.&lt;/p&gt;&lt;p style="TEXT-ALIGN: justify" class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;&lt;div style="TEXT-ALIGN: justify"&gt;&lt;/div&gt;&lt;p style="TEXT-ALIGN: justify" class="MsoNormal"&gt;Die Internationale Konvention gegen Rassendiskriminierung wurde 1965 in New York verfaßt. Estland trat ihr 1991 bei. Alle Mitgliedsstaaten müssen regelmäßig Berichte über die Situation in ihrem Land vorlegen. Artikel 1 lautet: „In diesem Übereinkommen bezeichnet der Ausdruck «Rassendiskriminierung» jede auf der Rasse, der Hautfarbe, der Abstammung, dem nationalen Ursprung oder dem Volkstum beruhende Unterscheidung, Ausschließung, Beschränkung oder Bevorzugung, die zum Ziel oder zur Folge hat, daß dadurch ein gleichberechtigtes Anerkennen, Genießen oder Ausüben von Menschenrechten und Grundfreiheiten im politischen, wirtschaftlichen, sozialen, kulturellen oder jedem sonstigen Bereich des öffentlichen Lebens vereitelt oder beeinträchtigt wird.“&lt;/p&gt;&lt;p style="TEXT-ALIGN: justify" class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;&lt;div style="TEXT-ALIGN: justify"&gt;&lt;/div&gt;&lt;p style="TEXT-ALIGN: justify" class="MsoNormal"&gt;Nun ist es gewiß zutreffend, daß eine Situation, in welcher eine beachtliche Zahl von Staatenlosen in einem Land leben, wie dies in Estland und Lettland der Fall ist, in keiner Weise erstrebenswert ist, zumal die Idee des Nationalstaates aus dem 19. Jahrhundert stammt und im Zeitalter der Globalisierung zunehmend an Bedeutung verliert. Verständlich wird dies in den genannten Fällen durch die Sorge, auf dem eigenen Territorium zur Minderheit zu werden. Andererseits müssen sich die Estland und Lettland vorwerfen lassen, in den vergangenen 20 Jahren nach einer anfänglichen Ausgrenzung von der Staatsbürgerschaft – und nur von dieser (!) – nicht genug zur Integration unternommen und die Ausbildung von Parallelgesellschaften geflissentlich toleriert zu haben.&lt;/p&gt;&lt;p style="TEXT-ALIGN: justify" class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;&lt;div style="TEXT-ALIGN: justify"&gt;&lt;/div&gt;&lt;p style="TEXT-ALIGN: justify" class="MsoNormal"&gt;Gerade gegenüber deutschen Besuchern wird in Ablehnung gern mit „den Türken“ verglichen, obwohl schon zahlenmäßig der Vergleich hinkt und der Unterschied zwischen einem „Okkupationsvolk“ und angeworbenen Gastarbeitern auf der Hand liegt. Daß Estland und Lettland nach 1991 angesichts einer tragischen Geschichte zunächst einmal die Konsolidierung des eigenen Volkes wichtig war, ist verständlich. Die Vernachlässigung einer Lösung der ethnischen Spaltung fällt den Staaten jedoch nun auf die Füße, wie auch das Wahlergebnis in Lettland jüngst zeigt. Die von den lettischen Nationalisten 1993 ausgerufene Parole, alle Sowjetmigranten müßten das Land verlassen, wäre ein Verstoß gegen die Menschenrechte. Die Altkommunisten warben damals mit der Losung, das Rad der Geschichte ließe sich nicht zurückdrehen.&lt;/p&gt;&lt;p style="TEXT-ALIGN: justify" class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;&lt;div style="TEXT-ALIGN: justify"&gt;&lt;/div&gt;&lt;p style="TEXT-ALIGN: justify" class="MsoNormal"&gt;Diskriminierung scheint seit 1991 in Estland und Lettland immer das falsche Wort gewesen zu sein, denn es ist ja nicht so, daß jemand an sozialem, wirtschaftlichem und politischem Handeln gehindert worden wäre. Viele Russen gehören zu den Reichen im Land. Ausgrenzung trifft es besser.&lt;/p&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/4443358526722795284-4675288479420543876?l=axelreetz.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://axelreetz.blogspot.com/feeds/4675288479420543876/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=4443358526722795284&amp;postID=4675288479420543876' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4443358526722795284/posts/default/4675288479420543876'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4443358526722795284/posts/default/4675288479420543876'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://axelreetz.blogspot.com/2010/10/diskriminierung-der-russen-im-baltikum.html' title='Diskriminierung der Russen im Baltikum – alte Kamellen?'/><author><name>Dr. Axel Reetz</name><uri>http://www.blogger.com/profile/08088353413536294515</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-4443358526722795284.post-6417602988786027174</id><published>2010-10-14T15:02:00.002+03:00</published><updated>2010-10-14T15:03:40.694+03:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='deutsch'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Litauen'/><title type='text'>Nicht wählen und falsch parken verboten</title><content type='html'>&lt;meta equiv="Content-Type" content="text/html; charset=utf-8"&gt;&lt;meta name="ProgId" content="Word.Document"&gt;&lt;meta name="Generator" content="Microsoft Word 9"&gt;&lt;meta name="Originator" content="Microsoft Word 9"&gt;&lt;link rel="File-List" href="file:///C:/DOCUME%7E1/axel/LOCALS%7E1/Temp/msoclip1/01/clip_filelist.xml"&gt;&lt;!--[if gte mso 9]&gt;&lt;xml&gt;  &lt;w:worddocument&gt;   &lt;w:view&gt;Normal&lt;/w:View&gt;   &lt;w:zoom&gt;0&lt;/w:Zoom&gt;   &lt;w:donotoptimizeforbrowser/&gt;  &lt;/w:WordDocument&gt; &lt;/xml&gt;&lt;![endif]--&gt;&lt;style&gt; &lt;!--  /* Font Definitions */ @font-face 	{font-family:Wingdings; 	panose-1:5 0 0 0 0 0 0 0 0 0; 	mso-font-charset:2; 	mso-generic-font-family:auto; 	mso-font-pitch:variable; 	mso-font-signature:0 268435456 0 0 -2147483648 0;} @font-face 	{font-family:Tahoma; 	panose-1:2 11 6 4 3 5 4 4 2 4; 	mso-font-charset:186; 	mso-generic-font-family:swiss; 	mso-font-pitch:variable; 	mso-font-signature:1627421319 -2147483648 8 0 66047 0;} @font-face 	{font-family:"Book Antiqua"; 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Die Türkei und Australien kennen eine solche Regelung ebenfalls. Auf diese Weise, so meinen die Vertreter verschiedener politischer Kräfte, werde die politische Partizipation erhöht.&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;&lt;p style="text-align: justify; font-family: arial;" class="MsoNormal"&gt;&lt;span lang="DE"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;&lt;div style="text-align: justify; font-family: arial;"&gt;  &lt;/div&gt;&lt;p style="text-align: justify; font-family: arial;" class="MsoNormal"&gt;&lt;span lang="DE"&gt;Welche Vor- und Nachteile eine Wahlpflicht mit sich bringt, ist seit langem umstritten. Es kann kein Zweifel bestehen, daß ein Parlament, welches von einer überwiegenden Mehrheit der Bevölkerung gewählt worden ist, eine höhere Legitimität besitzt. Eine geringe Wahlbeteiligung ihrerseits kann Ausdruck einer allgemeinen Zufriedenheit sein wie der lettisch-estnische Politologe Veiko Spolītis für den Fall Estland zu bedenken gibt, es kann aber auch ganz im Gegenteil Hoffnungslosigkeit ausdrücken, mit der eigenen Stimme etwas beeinflussen oder gar verändern zu können, wie Dorothée de Nève in ihrem Buch über Nichtwähler beschreibt.&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;&lt;p style="text-align: justify; font-family: arial;" class="MsoNormal"&gt;&lt;span lang="DE"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;&lt;div style="text-align: justify; font-family: arial;"&gt;  &lt;/div&gt;&lt;p style="text-align: justify; font-family: arial;" class="MsoNormal"&gt;&lt;span lang="DE"&gt;Unabhängig davon sind in Litauen mit 48,6% bei den letzten Parlamentswahlen weniger als die Hälfte der Wahlberechtigten an die Urnen gegangen. Zum Vergleich: Im benachbarten Lettland waren es diesen Oktober wie schon 2006 immerhin 62%. Freilich ist eine deutlich geringere Wahlbeteiligung als in Deutschland, wo viele Menschen ganz ohne Vorschriften Wählen als Bürgerpflicht empfinden, in demokratischen Staaten nichts Ungewöhnliches.&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;&lt;p style="text-align: justify; font-family: arial;" class="MsoNormal"&gt;&lt;span lang="DE"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;&lt;div style="text-align: justify; font-family: arial;"&gt;  &lt;/div&gt;&lt;p style="text-align: justify; font-family: arial;" class="MsoNormal"&gt;&lt;span lang="DE"&gt;Die geringe Beteiligung hat in Litauen nach der Unabhängigkeit 1991 aber regelmäßig zu Problemen geführt. Das hiesige Grabenwahlsystem sieht vor, daß 71 Abgeordnete in Einmannwahlkreisen gewählt werden. Einst war eine Mindestbeteiligung von 40% vorgesehen, damit das Ergebnis überhaupt Gültigkeit erlangt und ein Kandidat als gewählt gilt. Da dies gelegentlich nicht erreicht wurde, blieben teilweise Mandate im Parlament unvergeben, weshalb das Wahlgesetz nicht nur einmal geändert wurde.&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;&lt;p style="text-align: justify; font-family: arial;" class="MsoNormal"&gt;&lt;span lang="DE"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;&lt;div style="text-align: justify; font-family: arial;"&gt;  &lt;/div&gt;&lt;p style="text-align: justify; font-family: arial;" class="MsoNormal"&gt;&lt;span lang="DE"&gt;Ein post-sozialistisches Land mit Wahlpflicht könnte jedenfalls eine interessante neue Erfahrung für die Politikwissenschaft liefern.&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;  &lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/4443358526722795284-6417602988786027174?l=axelreetz.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://axelreetz.blogspot.com/feeds/6417602988786027174/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=4443358526722795284&amp;postID=6417602988786027174' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4443358526722795284/posts/default/6417602988786027174'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4443358526722795284/posts/default/6417602988786027174'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://axelreetz.blogspot.com/2010/10/nicht-wahlen-und-falsch-parken-verboten.html' title='Nicht wählen und falsch parken verboten'/><author><name>Dr. Axel Reetz</name><uri>http://www.blogger.com/profile/08088353413536294515</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-4443358526722795284.post-7132736400226137348</id><published>2010-10-14T14:40:00.000+03:00</published><updated>2010-10-14T14:41:16.477+03:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Estland'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='deutsch'/><title type='text'>Rund wie eine Münze und eckig wie eine Karte ...</title><content type='html'>&lt;meta equiv="Content-Type" content="text/html; 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Mit der mobilen Telefonie kamen die Münzfernsprecher zurück. In Estland sieht das ganz anders aus.&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;&lt;p style="text-align: justify;" class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-size: 10pt; font-family: Arial;" lang="EN-US"&gt;&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;  &lt;/div&gt;&lt;p style="text-align: justify;" class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-size: 10pt; font-family: Arial;" lang="EN-US"&gt;Seit vielen Jahren schon kann man mit dem “Handy”, um diesen pseudo-Anglizismus zu verwenden, in Estland etwa die Parkgebühr bezahlen. Das Land der Skype-Erfinder hat sich im IT-Bereich und rund um das Mobiltelefon immer gerne als Vorreiter geriert. Jetzt zieht sich die estnische Telekom, die seit Jahren Elion heißt, aus dem Geschäft mit der Telefonzelle, die hierzulande schon ewig keine Zelle mehr ist, zurück, und zwar bereits in Kürze, zum ersten Dezember 2010.&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;&lt;p style="text-align: justify;" class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-size: 10pt; font-family: Arial;" lang="EN-US"&gt;&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;  &lt;/div&gt;&lt;p style="text-align: justify;" class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-size: 10pt; font-family: Arial;" lang="EN-US"&gt;Elion begründet den Schritt mit den hohen Kosten für den Unterhalt der auch als Taksofon bezeichneten Fernsprecher. Dem gegeüber stehe eine durchschnittliche tägliche Nutzung von nur einer Minute. Die Kundschaft nutze im Vergleich zu 2004 die öffentlichen Telefone 30 Mal seltener.&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;&lt;p style="text-align: justify;" class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-size: 10pt; font-family: Arial;" lang="EN-US"&gt;&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;  &lt;/div&gt;&lt;p style="text-align: justify;" class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-size: 10pt; font-family: Arial;" lang="EN-US"&gt;Die Besitzer von Telefonkarten können noch bis zum 30. November mit den Apparaten telefonieren und sich später die restsumme auszahlen lassen.&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;  &lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/4443358526722795284-7132736400226137348?l=axelreetz.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://axelreetz.blogspot.com/feeds/7132736400226137348/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=4443358526722795284&amp;postID=7132736400226137348' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4443358526722795284/posts/default/7132736400226137348'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4443358526722795284/posts/default/7132736400226137348'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://axelreetz.blogspot.com/2010/10/rund-wie-eine-munze-und-eckig-wie-eine.html' title='Rund wie eine Münze und eckig wie eine Karte ...'/><author><name>Dr. Axel Reetz</name><uri>http://www.blogger.com/profile/08088353413536294515</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-4443358526722795284.post-7830854607977042449</id><published>2010-10-13T15:42:00.001+03:00</published><updated>2010-10-13T15:42:48.733+03:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='deutsch'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Lettland'/><title type='text'>Regierungsbildung im Dickicht von Anspruch und Möglichkeit</title><content type='html'>&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;span style="font-family: arial;"&gt;Obwohl das Wahlergebnis in Lettland eigentlich gleich mehrere Kombinationen einer Koalitionsbildung ermöglicht und sogar die bisherige in Minderheit regierende Koalition eine deutliche Mehrheit erhalten hat, ist die Regierungsbildung nicht einfach. Ursächlich dafür ist das Wahlergebnis im Detail.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-family: arial;"&gt;Dank des Wahlsystems mit lose gebundenen Listen stimmt das Wahlvolk nicht nur ab, welche Parteien in das Parlament einziehen, sondern bestimmen auch die Zusammensetzung der Fraktionen. Alle fünf politischen Kräfte, welche die 5%-Hürde überwunden haben, sind Parteikoalitionen, innerhalb derer durch die Wähler die Kräfte gründlich neu veteilt wurden.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-family: arial;"&gt;Die konservativ-nationale Alles für Lettland / Für Vaterland und Freiheit / LNNK wird nun von ersterer Partei mit sieben der acht Abgeordneten dominiert. Obwohl Ministerpräsident Dombrovskis anfangs vorgab, darin kein Problem zu sehen und die Reputation der Liste in Europa als deren eigene Aufgabe bezeichnete, scheint es hinter den Kullissen sowohl aus der Rigaer Burg vom Präsidenten als auch durch Botschaften westlicher Länder Widerstand gegen eine Regierungsbeteiligung zu geben, zumal die beiden anderen Partner auch ohne die Nationalisten 55 von 100 Sitzen im Parlament halten.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-family: arial;"&gt;Aus eben denselben Quellen scheint die Empfehlung erfolgt zu sein, das russische Harmoniezentrum nicht mehr wie während der letzten 20 Jahre auszugrenzen, sondern in den politischen Alltag mehr einzubeziehen. Dombrovskis war anfangs ja auch mit dem Vorschlag vorgeprescht, neben der Zusammenarbeit im Parlament der Partei auch ein Ministerium anzubieten.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-family: arial;"&gt;Abgesehen davon, daß dieser Schritt für die Nationalisten nicht in Frage kommt, ist auch in der Einigkeit nicht mehr die Neue Zeit tonangebend, sondern die eindeutig konservativere Bürgerliche Union aus der heraus Ablehnung verlautbart wurde.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-family: arial;"&gt;Es ist darum kein Wunder, daß seit dem Wahlsamstag aus den verschienenen Parteizentralen wie auch von einzelnen Politiker ein Hin und Her zu hören ist über eventuelle Kombinationen, Ausschußvorsitze und das Parlamentspräsidium. Schon innerhalb der Einigkeit des Regierungschefs gibt es Streit um die Ressortverteilung.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-family: arial;"&gt;Während also offensichtlich von verschiedenen Seiten Ablehnung zu vernehmen ist, Alles Für Lettland ein Ministerium anzuvertrauen, leidet wiederum das Harmoniezentrum an einem Mangel an kompetentem politischen Personal.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-family: arial;"&gt;Diese Umstände sprechen insgesamt nicht dafür, daß die nächste Regierung, voraussitchtlich wieder unter der Führung von Valdis Dombrovskis, sehr stabil und lange im Amt sein wird.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/4443358526722795284-7830854607977042449?l=axelreetz.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://axelreetz.blogspot.com/feeds/7830854607977042449/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=4443358526722795284&amp;postID=7830854607977042449' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4443358526722795284/posts/default/7830854607977042449'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4443358526722795284/posts/default/7830854607977042449'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://axelreetz.blogspot.com/2010/10/regierungsbildung-im-dickicht-von.html' title='Regierungsbildung im Dickicht von Anspruch und Möglichkeit'/><author><name>Dr. Axel Reetz</name><uri>http://www.blogger.com/profile/08088353413536294515</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-4443358526722795284.post-1933745902638995497</id><published>2010-10-13T15:29:00.001+03:00</published><updated>2010-10-13T15:31:45.206+03:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='deutsch'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Lettland'/><title type='text'>Letten sitzen im Kalten auf Schulden</title><content type='html'>&lt;meta equiv="Content-Type" content="text/html; charset=utf-8"&gt;&lt;meta name="ProgId" content="Word.Document"&gt;&lt;meta name="Generator" content="Microsoft Word 9"&gt;&lt;meta name="Originator" content="Microsoft Word 9"&gt;&lt;link rel="File-List" href="file:///C:/DOCUME%7E1/axel/LOCALS%7E1/Temp/msoclip1/01/clip_filelist.xml"&gt;&lt;!--[if gte mso 9]&gt;&lt;xml&gt;  &lt;w:worddocument&gt;   &lt;w:view&gt;Normal&lt;/w:View&gt;   &lt;w:zoom&gt;0&lt;/w:Zoom&gt;   &lt;w:donotoptimizeforbrowser/&gt;  &lt;/w:WordDocument&gt; &lt;/xml&gt;&lt;![endif]--&gt;&lt;style&gt; &lt;!--  /* Style Definitions */ p.MsoNormal, li.MsoNormal, div.MsoNormal 	{mso-style-parent:""; 	margin:0cm; 	margin-bottom:.0001pt; 	mso-pagination:widow-orphan; 	font-size:12.0pt; 	font-family:"Times New Roman"; 	mso-fareast-font-family:"Times New Roman";} @page Section1 	{size:595.3pt 841.9pt; 	margin:72.0pt 90.0pt 72.0pt 90.0pt; 	mso-header-margin:35.4pt; 	mso-footer-margin:35.4pt; 	mso-paper-source:0;} div.Section1 	{page:Section1;} --&gt;&lt;/style&gt;&lt;meta equiv="Content-Type" content="text/html; 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Es gibt inzwischen Tafeln wie in Deutschland und es gibt “soziale Werbung”, etwa eine Plakataktion mit einem halb mit Lebensmitteln bedeckten und halb leeren Teller nebst der Aufschrift, man möge nicht halb Lettland hungrig zu Bett gehen lassen.&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;&lt;p style="text-align: justify;" class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style=";font-family:Arial;font-size:10pt;"  lang="EN-US" &gt;&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;  &lt;/div&gt;&lt;p style="text-align: justify;" class="MsoNormal"&gt;&lt;span style=";font-family:Arial;font-size:10pt;"  lang="EN-US" &gt;Die Probleme der Privathaushalte lassen sich jedoch nicht nur daran und an wieder steigenden Auswanderungszahlen erkennen; vor Beginn des Winters machen sich die Schulden einzelner Mieter auch für deren Nachbarn unangenehm bemerkbar.&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;&lt;p style="text-align: justify;" class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style=";font-family:Arial;font-size:10pt;"  lang="EN-US" &gt;&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;  &lt;/div&gt;&lt;p style="text-align: justify;" class="MsoNormal"&gt;&lt;span style=";font-family:Arial;font-size:10pt;"  lang="EN-US" &gt;Es ist Mitte Oktober und in Riga wird es langsam so kühl, daß sich abendlich der Wunsch einstellt, die Heizung einzuschalten. In vielen Merhfamilienhäusern und vor allem in den Blockhäusern aus der Sowjetzeit wurde die Heizperiode allerdings schon früher von der Stadtverwaltung festgelegt. Nun aber gibt es zahlreiche Mieter, die noch aus dem Vorjahr Schulden bei den Heizkosten haben. Und darunter leiden alle Mitbewohner, denn auch wenn die Stadtverwaltung versprochen hat, kein Gebäude im Winter unbeheizt zu lassen, bedeutet die Nachbarschaft zu einem Schuldner, daß das eigene Haus erst später berücksichtigt wird und auf dem Lande, wie das lettische Radio jüngst berichtete, möglicherweise mancherorts überhaupt nicht berücksichtigt wird.&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;&lt;p style="text-align: justify;" class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style=";font-family:Arial;font-size:10pt;"  lang="EN-US" &gt;&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;  &lt;/div&gt;&lt;p style="text-align: justify;" class="MsoNormal"&gt;&lt;span style=";font-family:Arial;font-size:10pt;"  lang="EN-US" &gt;Nun hat das Radio als weiteres Beispiel die Mieter eines Hauses in der Valdemāra Straße besucht. Von 50 Parteien haben in dem Gebäude zwei ihre Heizkosten des letzten Winters nicht beglichen; bei einem beläuft sich die Summe auf mehr als anderthalb Tausend Lat, das sind deutlich mehr als zweitausend Euro. In Anwesenheit der Journalisten wurde versucht, den Schuldner zur Rede zu stellen, doch der öffnete die Wohnungstür nicht.&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;&lt;p style="text-align: justify;" class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style=";font-family:Arial;font-size:10pt;"  lang="EN-US" &gt;&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;  &lt;/div&gt;&lt;p style="text-align: justify;" class="MsoNormal"&gt;&lt;span style=";font-family:Arial;font-size:10pt;"  lang="EN-US" &gt;Auch beim Besuch im Büro der Hausverwaltung in einem anderen Gebäude konstatieren die Reporter, daß es wegen Schuldner im selben Haus nach wie vor kalt ist. Die Hausverwaltung will nun endlich juristisch gegen die Schuldner vorgehen, doch ein Gerichtstermin stehe noch nicht fest. Einstweilen würde die Verwaltung gerne selbst einen Kredit aufnehmen, um die Schulde zu begleichen, doch ob dies gestattet wird, hat die Stadtverwaltung noch nicht bestätigt. Rücklagen für einen solchen Fall wurden nicht gebildet.&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;&lt;p style="text-align: justify;" class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style=";font-family:Arial;font-size:10pt;"  lang="EN-US" &gt;&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;  &lt;/div&gt;&lt;p style="text-align: justify;" class="MsoNormal"&gt;&lt;span style=";font-family:Arial;font-size:10pt;"  lang="EN-US" &gt;Hier macht sich bemerkbar, daß die Privatisierung in Lettland nicht konsequent durchgeführt werde. Die Wohnungen wurden durch Vpucher nach der Unabhängigkeit privatisiert, aber es sind keine Wohnungseigentümergemeinschaften der Parteien eines konkreten Gebäudes entstanden. Vielfach verwaltet eine in kommunaler Hand befindliche Institution gleich ganze Stadtviertel.&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;    &lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;  &lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/4443358526722795284-1933745902638995497?l=axelreetz.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://axelreetz.blogspot.com/feeds/1933745902638995497/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=4443358526722795284&amp;postID=1933745902638995497' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4443358526722795284/posts/default/1933745902638995497'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4443358526722795284/posts/default/1933745902638995497'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://axelreetz.blogspot.com/2010/10/letten-sitzen-im-kalten-auf-schulden.html' title='Letten sitzen im Kalten auf Schulden'/><author><name>Dr. Axel Reetz</name><uri>http://www.blogger.com/profile/08088353413536294515</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-4443358526722795284.post-8022623837679215236</id><published>2010-10-13T15:03:00.001+03:00</published><updated>2010-10-13T15:03:37.757+03:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='deutsch'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Lettland'/><title type='text'>Letten in Afghanistan</title><content type='html'>&lt;meta equiv="Content-Type" content="text/html; charset=utf-8"&gt;&lt;meta name="ProgId" content="Word.Document"&gt;&lt;meta name="Generator" content="Microsoft Word 9"&gt;&lt;meta name="Originator" content="Microsoft Word 9"&gt;&lt;link rel="File-List" href="file:///C:/DOCUME%7E1/axel/LOCALS%7E1/Temp/msoclip1/01/clip_filelist.xml"&gt;&lt;!--[if gte mso 9]&gt;&lt;xml&gt;  &lt;w:worddocument&gt;   &lt;w:view&gt;Normal&lt;/w:View&gt;   &lt;w:zoom&gt;0&lt;/w:Zoom&gt;   &lt;w:donotoptimizeforbrowser/&gt;  &lt;/w:WordDocument&gt; &lt;/xml&gt;&lt;![endif]--&gt;&lt;style&gt; &lt;!--  /* Style Definitions */ p.MsoNormal, li.MsoNormal, div.MsoNormal 	{mso-style-parent:""; 	margin:0cm; 	margin-bottom:.0001pt; 	mso-pagination:widow-orphan; 	font-size:12.0pt; 	font-family:"Times New Roman"; 	mso-fareast-font-family:"Times New Roman";} @page Section1 	{size:612.0pt 792.0pt; 	margin:72.0pt 90.0pt 72.0pt 90.0pt; 	mso-header-margin:36.0pt; 	mso-footer-margin:36.0pt; 	mso-paper-source:0;} div.Section1 	{page:Section1;} --&gt; &lt;/style&gt;  &lt;p style="text-align: justify;" class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-size: 10pt; font-family: Arial;" lang="EN-US"&gt;Am Dienstag hat der Regierung hinter verschlossenen Türen beschlossen, einer Verlängerung des Afghanistan-Mandates im bisherigen Umfang von 175 Soldaten zuzustimmen. Verteidigungsminister Imants Lieģis von der Bürgerlichen Union erklärte, dies sei der Beitrag seines Landes zur Stärkung der nationalen und internationalen Sicherheit. Am Donnerstag wird der Beschluß dem Parlament vorgelegt.&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;&lt;p style="text-align: justify;" class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-size: 10pt; font-family: Arial;" lang="EN-US"&gt;&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;  &lt;/div&gt;&lt;p style="text-align: justify;" class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-size: 10pt; font-family: Arial;" lang="EN-US"&gt;In der lettischen Bevölkerung ist die Mission in Afghanistan kein wichtiges Thema. Militärisches hat schon vor der Einführung der Berufsarmee im Jahre 2007 keine Diskussionen provoziert. Überhaupt gtib es wenig durch die Medien ausgetragene öffentliche Dispute im Lande, die dann auch an (an solchen kaum existierenden) Stammtischen, im Freundes- und Familienkreis ihre Forsetzung fänden.&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;&lt;p style="text-align: justify;" class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-size: 10pt; font-family: Arial;" lang="EN-US"&gt;&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;  &lt;/div&gt;&lt;p style="text-align: justify;" class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-size: 10pt; font-family: Arial;" lang="EN-US"&gt;Im engerem Umkreis der entsandten Soldaten ist der Einsatz in Afghanistan natürlich sehr wohl ein Thema. Dabei geht es unter anderem um den guten Sold, der die Soldaten in die Lage versetzt, ihre Kredite auf einen Schlag zurückzuzahlen.&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;&lt;p style="text-align: justify;" class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-size: 10pt; font-family: Arial;" lang="EN-US"&gt;&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;  &lt;/div&gt;&lt;p style="text-align: justify;" class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-size: 10pt; font-family: Arial;" lang="EN-US"&gt;Die an der Regieung beteiligte Union von Grünen und Bauern hatte sehr wohl im Wahlkampf unter anderem damit geworben, die Soldaten in nächster Zeit abzuziehen. Doch das ist ein natürlich dehnbarer Begriff. Eigentlich könnte die Partei eventuell auf die Unterstützung der russischen Kräfte Harmoniezentrum und der im nächsten Parlament nicht mehr vertrenen Für die &lt;/span&gt;&lt;span style="font-size: 10pt; font-family: Arial;" lang="LV"&gt;Rechte des Menschen in einem integrierten Lettland &lt;/span&gt;&lt;span style="font-size: 10pt; font-family: Arial;" lang="EN-US"&gt;im Parlament hoffen&lt;/span&gt;&lt;span style="font-size: 10pt; font-family: Arial;" lang="LV"&gt;. Der Partei- und Fraktionsvorsitzende Augusts &lt;/span&gt;&lt;span style="font-size: 10pt; font-family: Arial;" lang="EN-US"&gt;Brigmanis wies jedoch darauf hin, daß Lettland internationale Verpflichtungen eingegangen sei und seine Partei darum bei dieser Abstimmung gegen eine Verlängerung des Mandats nicht stimmen werde.&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;  &lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/4443358526722795284-8022623837679215236?l=axelreetz.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://axelreetz.blogspot.com/feeds/8022623837679215236/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=4443358526722795284&amp;postID=8022623837679215236' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4443358526722795284/posts/default/8022623837679215236'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4443358526722795284/posts/default/8022623837679215236'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://axelreetz.blogspot.com/2010/10/letten-in-afghanistan.html' title='Letten in Afghanistan'/><author><name>Dr. Axel Reetz</name><uri>http://www.blogger.com/profile/08088353413536294515</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-4443358526722795284.post-1806703472227641177</id><published>2010-10-06T14:25:00.000+03:00</published><updated>2010-10-06T14:26:56.342+03:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='deutsch'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Deutschland'/><title type='text'>Die Grenzen der repräsentativen Demokratie</title><content type='html'>&lt;meta equiv="Content-Type" content="text/html; charset=utf-8"&gt;&lt;meta name="ProgId" content="Word.Document"&gt;&lt;meta name="Generator" content="Microsoft Word 9"&gt;&lt;meta name="Originator" content="Microsoft Word 9"&gt;&lt;link rel="File-List" href="file:///C:/DOKUME%7E1/reetz/LOKALE%7E1/Temp/msoclip1/01/clip_filelist.xml"&gt;&lt;!--[if gte mso 9]&gt;&lt;xml&gt;  &lt;w:worddocument&gt;   &lt;w:view&gt;Normal&lt;/w:View&gt;   &lt;w:zoom&gt;0&lt;/w:Zoom&gt;   &lt;w:hyphenationzone&gt;21&lt;/w:HyphenationZone&gt;   &lt;w:donotoptimizeforbrowser/&gt;  &lt;/w:WordDocument&gt; &lt;/xml&gt;&lt;![endif]--&gt;&lt;style&gt; &lt;!--  /* Style Definitions */ p.MsoNormal, li.MsoNormal, div.MsoNormal 	{mso-style-parent:""; 	margin:0cm; 	margin-bottom:.0001pt; 	mso-pagination:widow-orphan; 	font-size:12.0pt; 	font-family:"Times New Roman"; 	mso-fareast-font-family:"Times New Roman";} @page Section1 	{size:595.3pt 841.9pt; 	margin:70.85pt 70.85pt 2.0cm 70.85pt; 	mso-header-margin:35.4pt; 	mso-footer-margin:35.4pt; 	mso-paper-source:0;} div.Section1 	{page:Section1;} --&gt; &lt;/style&gt;  &lt;p style="text-align: justify;" class="MsoNormal"&gt;Über Politikverdrossenheit wird nicht erst seit gestern gesprochen. Dabei erheben viele Bürger regelmäßig Einspruch, sie sehen sich nicht als politk-, sondern als parteienverdrossen oder auch politikerverdrossen. Die politische Elite sei abgehoben und höre nicht auf das Volk und verstehe es auch oft nicht.&lt;/p&gt;&lt;p style="text-align: justify;" class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;  &lt;/div&gt;&lt;p style="text-align: justify;" class="MsoNormal"&gt;Wenn es dann in einem Land, das Rechtsstaat und repräsentativen Demokratie ist, zu Protesten des Ausmaßes von Stuttgart kommt, dann ist innehalten angesagt. Was ist jetzt plötzlich los? Wie konnte es dazu kommen?&lt;/p&gt;&lt;p style="text-align: justify;" class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;  &lt;/div&gt;&lt;p style="text-align: justify;" class="MsoNormal"&gt;Der Ministerpräsident von Baden-Württemberg hat Recht, wenn er auf das rechtsstaatliche Verfahren hinweist, in dem über Jahre hinweg Stuttgart 21 beschlossen wurde und hinzufügt, es habe vorher nie Proteste dieses Ausmaßes gegeben. Von der Logik aus betrachtet ist es verständlich, daß die Politik im Ländle die Beschlüsse schließlich auch mit Polizeigewalt umsetzt. Auch das ist alles im Rahmen des Rechtsstaates.&lt;/p&gt;&lt;p style="text-align: justify;" class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;  &lt;/div&gt;&lt;p style="text-align: justify;" class="MsoNormal"&gt;Doch an dieser Stelle argumentieren andere, man könnte nicht mit solcher Aggressivität gegen friedliche Demonstranten vorgehen. Hier sei zunächst einmal dahingestellt, ob einzelne Teilnehmer der Demonstration das Pfefferspray vor der Polizei eingesetzt haben. Fest steht vielmehr, daß die Politik auf dem vorgesehenen Weg über Jahre hin eine Entscheidung vorangetrieben hat, die viele Menschen aus den verschiedensten Bevölkerungskreise für falsch halten.&lt;/p&gt;&lt;p style="text-align: justify;" class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;  &lt;/div&gt;&lt;p style="text-align: justify;" class="MsoNormal"&gt;Aber warum wachen sie erst jetzt auf? Nicht jeder Bürger verfolgt den administrativen Prozeß im Detail, was wann entschieden wird. Es ist verständlich, daß der Durchschnittsmensch ein Projekt erst dann so richtig zur Kenntnis nimmt, wenn die Entscheidung realisiert wird. Dagegen wäre viele, hätten sie die Pläne im Detail gekannt, vielleicht früher schon gewesen.&lt;/p&gt;&lt;p style="text-align: justify;" class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;  &lt;/div&gt;&lt;p style="text-align: justify;" class="MsoNormal"&gt;Ließe sich von Seiten der Politik nicht eine Parallele zur Jugendkriminalität ziehen? Der Vergleich scheint weit hergeholt, doch auch hier wird immer diskutiert, daß zur Disziplinierung jugendlicher Delinquenten die Strafe möglichst zügig auf die Tat folgen müßte. Folglich muß sich die Politik den Vorwurf gefallen lassen, daß sie das Projekt über Jahre hinweg vielleicht auch nicht deutlich genug kommuniziert hat.&lt;/p&gt;&lt;p style="text-align: justify;" class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;  &lt;/div&gt;&lt;p style="text-align: justify;" class="MsoNormal"&gt;Freilich, im konkreten Fall kommt erschwerend hinzu, daß es keinen Kompromiß zwischen Befürwortern und Gegnern geben kann, der Bahnhof kann ja nur entweder gebaut oder nicht gebaut werden. Aber gerade deshalb bleibt das Beispiel ein Lehrstück dafür, daß die Kommunikation zwischen Bevölkerung und Politik zu wünschen übrig läßt. Und auch wenn Deutschland ein politisches System hätte wie die Schweiz, in der regelmäßig über alle möglichen Frage direkt abgestimmt wird, würde die Lösung auf diesem Wege auch wieder voraussetzen, daß wenigstens einige Aktivisten sich ständig auf dem laufenden halten, um dann als Multiplikatoren die Bevölkerung zur Beteiligung zu motivieren.&lt;/p&gt;  &lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/4443358526722795284-1806703472227641177?l=axelreetz.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://axelreetz.blogspot.com/feeds/1806703472227641177/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=4443358526722795284&amp;postID=1806703472227641177' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4443358526722795284/posts/default/1806703472227641177'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4443358526722795284/posts/default/1806703472227641177'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://axelreetz.blogspot.com/2010/10/die-grenzen-der-reprasentativen.html' title='Die Grenzen der repräsentativen Demokratie'/><author><name>Dr. Axel Reetz</name><uri>http://www.blogger.com/profile/08088353413536294515</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-4443358526722795284.post-5210174114026623727</id><published>2010-10-03T11:08:00.001+03:00</published><updated>2010-10-03T11:11:48.437+03:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='deutsch'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Lettland'/><title type='text'>Lettlands 10. Saeima</title><content type='html'>&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;a href="http://www.velesanas2010.cvk.lv/"&gt;Lettland hat gewählt&lt;/a&gt;. Das Ergebnis befindet sich im Rahmen des jüngst unternommenen Versuches einer Prognose und weicht davon in einer Form ab, die von vielen Beobachtern als positive Entwicklung gewertet werden könnte. Die Wahlbeteiligung ist im Vergleich zur vorherigen Wahl 2006 trotz aller Enttäuschung über die politische Elite stabil geblieben und das Parteiensystem konsolidiert sich. Eine Fraktion weniger zieht in die Saeima ein. Darüber hinaus ist gelungen, was im post-sozialistischen Europa selten vorkommt: eine Regierung wurde im Amt bestätigt, mehr noch, aus einem Minderheitsbündnis wurde eine Koalition mit stabiler Mehrheit. Bereits 2006 hatte ein Minderheitsbündnis einen Wahlsieg errungen, der jedoch zu gering ausgefallen war, um auf einen weiteren Partner verzichten zu können.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die größten Abweichen von der Prognose liegen im überraschend starken Abschneiden der Einigkeit, die damit deutlich vor dem Harmoniezentrum liegt, das viele Beobachter als Sieger gesehen hatten. Außerdem ist die russische Fraktion Für die Rechte des Menschen in einem integrierten Lettland überraschend deutlich an der 5%-Hürde gescheitert. Die Union von Grünen und Bauern hat entgegen den kurz vor der Wahl deutlich schlechteren Prognosen entsprechend früherer Vermutung abgeschnitten. Ursächlich dafür ist wohl eine große Zustimmen von Rentnern, denen die Einigkeit nicht viel Gutes versprach und die Tatsache, daß dieser meist gesichtslosen Partei wohl viele Unentschlossene schließlich ihre Stimme gaben.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Bemerkenswert ist, daß erstmals angesichts des Ergebnisses gleich mehrere Bündnisse aus nur zwei Partnern rechnerisch möglich. Auch der Sieg der regierenden Koalition ist so groß ausgefallen, daß die zwei größeren Partner Einigkeit und Union von Grünen und Bauern auf den dritten, kleineren, das Parteienbündnis der Für Vaterland und Freiheit, verzichten könnten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Herausforderung der nächsten Tage besteht nun in den Verhandlungen, denn es sind rechnerisch viele Bündnisse möglich und aus politischen Gründen mitunter denkbar. Die Einigkeit hat mit ihrem Vorsprung von mehreren Prozentpunkten zweifelsohne einen Führungsanspruch, der 
